<?xml version='1.0' encoding='UTF-8'?><?xml-stylesheet href="http://www.blogger.com/styles/atom.css" type="text/css"?><feed xmlns='http://www.w3.org/2005/Atom' xmlns:openSearch='http://a9.com/-/spec/opensearchrss/1.0/' xmlns:georss='http://www.georss.org/georss' xmlns:gd='http://schemas.google.com/g/2005' xmlns:thr='http://purl.org/syndication/thread/1.0'><id>tag:blogger.com,1999:blog-3103061706587093301</id><updated>2012-02-15T23:41:45.763-08:00</updated><title type='text'>Rätsel der Vergangenheit: Nordamerika</title><subtitle type='html'></subtitle><link rel='http://schemas.google.com/g/2005#feed' type='application/atom+xml' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/feeds/posts/default'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default?max-results=100'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/'/><link rel='hub' href='http://pubsubhubbub.appspot.com/'/><author><name>Gisela Ermel</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11618136212607057394</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='29' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SUJU_sI2-nI/AAAAAAAAAAY/M_PytAdXCzA/S220/Gix-2007.jpg'/></author><generator version='7.00' uri='http://www.blogger.com'>Blogger</generator><openSearch:totalResults>12</openSearch:totalResults><openSearch:startIndex>1</openSearch:startIndex><openSearch:itemsPerPage>100</openSearch:itemsPerPage><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3103061706587093301.post-39947794374804167</id><published>2010-04-02T06:43:00.000-07:00</published><updated>2010-04-03T07:58:13.865-07:00</updated><title type='text'>Watson Brake</title><content type='html'>Gisela Ermel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;&lt;span style="font-size:180%;"&gt;Watson Brake&lt;/span&gt;&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Rätsel um älteste Erdhügelanlage in Nordamerika&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;In: Q'Phaze, Nr. 18, Kassel 2010&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;p&gt;Reca Bamberg Jones wuchs auf in Louisiana, wo sie schon früh von zwei, drei Erdhügeln im nahen Wald erfuhr, die den Bewohnern der Region nahe Monroe bekannt waren als Beispiele für künstliche Mounds. Mehrmals besuchte sie die Örtlichkeit und begann, sich für die Vergangenheit ihrer Heimat zu interessieren. Als dann Anfang der 1980er Jahre Holzfäller anfingen, den Platz zu säubern und Bäume zu fällen, war auch Reca Jones immer wieder vor Ort, um nach "ihren Mound" zu schauen.&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/S7YBpX1awCI/AAAAAAAABGY/ElFtN0ukiOE/s1600/reca-jones.jpg"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 280px; DISPLAY: block; HEIGHT: 320px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5455549808890265634" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/S7YBpX1awCI/AAAAAAAABGY/ElFtN0ukiOE/s320/reca-jones.jpg" /&gt;&lt;/a&gt; Zu ihrer großen Überraschung zeigte sich nun, nachdem die Oberfläche weitgehend vom Bewuchs befreit worden war, dass es hier mehr als drei Mounds gab mit verbindenden Zwischenwällen, eine runde Anlage bildend. Reca Jones wurde neugierig, besuchte jeden ihr zugänglichen archäologischen Lehrgang an der Universität von Louisiana und fing an, die Stätte zu vermessen und zu erforschen. Wenn man denn schon ein paar Mounds sozusagen vor der eigenen Haustüre hatte...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ihre ersten Vermessungen ergaben einen ovalen Ring aus Mounds und Wällen, einen Innenraum von etwa neun Hektar umschließend. Die Erdhügel waren verschieden groß und hoch und es gab einen Eingang in den Innenbereich. Eigentlich nichts besonderes, war dies doch nur eine weitere Anlage der sogenannten Moundbuilder Nordamerikas, von denen zu dieser Zeit bereits Tausende entdeckt und Hunderte erforscht worden waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/S7YBkMspoZI/AAAAAAAABGQ/iX2M9CBR7Iw/s1600/Karte-Watson-Brake.gif"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; DISPLAY: block; HEIGHT: 206px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5455549720001356178" border="0" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/S7YBkMspoZI/AAAAAAAABGQ/iX2M9CBR7Iw/s320/Karte-Watson-Brake.gif" /&gt;&lt;/a&gt; Dennoch unternahm es Reca Jones, Joe W. Saunders, &lt;em&gt;den&lt;/em&gt; Experten für Mounds in Louisiana und Archäologe an der &lt;em&gt;Northeast Louisiana University&lt;/em&gt;, auf die Stätte aufmerksam zu machen. Als Saunders zu der Anlage kam, waren die Mounds bereits wieder von Vegetation überwuchert und das Gesamt-Layout schwer zu erkennen. Ein paar vage Erdhügel im Wald - mehr war nicht zu erkennen. Aber es konnte ja nicht schaden, einmal das Alter dieser Mounds zu bestimmen. Da man inzwischen erkannt hatte, dass es in Nordamerika nicht &lt;em&gt;die&lt;/em&gt; Moundbuilder als eine gemeinsame Kultur gegeben hatte, sondern etliche voneinander unabhängige Kulturen, so wollte man zumindest wissen, zu welcher dieser Kulturen die Anlage gehörte. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Wie bestimmt man das Alter eines simplen Erdhügels? Man entnimmt beispielsweise Kernbohrungsproben und lässt diese im Labor analysieren. Anhand des Verwitterungsgrades der Erde sowie der im Material vorhandenen Organismen und Partikel kann man zumindest eine grobe Altersbestimmung vornehmen. Als Saunders und seine Kollegen anrückten, um in Watson Brake - so hatte man inzwischen diese Anlage benannt - Kernbohrungen zu entnehmen, mussten sie frustriert feststellen, dass sie mit ihrer an einem Truck befestigten Bohrvorrichtung wegen der ungünstigen Lage der Mounds mitten im Wald gar nicht nahe genug herankamen. So entnahmen sie statt dessen mit einem mechanischen Arm und dessen schaufelartigem Gerät am Ende ein paar Proben, um wenigstens ein paar Holzkohlenfragmente aus dem sogenannten A-Horizont (Oberboden) von einem der Mounds zu entnehmen. Diese dann sorgfältig aus der Erde herausgesiebten Proben ließen sie analysieren und mit der Radiokarbonmethode altersdatieren. Das Ergebnis war überraschend und enttäuschend: die Kohlenfragmente stammten aus der Zeit von etwa 1600 n.Chr.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; DISPLAY: block; HEIGHT: 216px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5455549513799250626" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/S7YBYMiPMsI/AAAAAAAABF4/8YudoG5vwNc/s320/Watson-Brake-Mound.jpg" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Blick auf einen der Hügel von Watson Brake &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Foto: Robert Redding Jr.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Nun hatten aber vom Gefühl her Saunders und seine Kollegen die Anlage bereits auf eine sehr viel ältere Zeit eingeschätzt. Also musste man doch Kernbohrungen entnehmen. Diesmal gelang das Unternehmen und das Ergebnis war sensationell: Die Anlage war anscheinend uralt! So alt, wie noch keine andere Moundanlage jemals datiert worden war! Saunders sprach einem Zeitungsreporter gegenüber das aus, was auch die anderen Forscher dachten: &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;"Wir hatten bisher immer angenommen, dass wandernde Jäger und Sammler gar nicht die Fähigkeit hatten, solch eine Konstruktion zu planen und den Bau zu organisieren." &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Reca Jones war unermesslich stolz, hatte sie doch die älteste Moundanlage Nordamerikas "entdeckt" und publik gemacht. Aber konnte es tatsächlich wahr sein, dass in der Zeit der primitiven Steinzeitnomaden, lange vor Beginn jeder bisher bekannten Moundbuilder-Kultur, eine solche Anlage erbaut worden war?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/S7YBg3Lb-NI/AAAAAAAABGI/tuC60H870ZU/s1600/watson_brake-Martin-Pate.jpg"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; DISPLAY: block; HEIGHT: 209px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5455549662685296850" border="0" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/S7YBg3Lb-NI/AAAAAAAABGI/tuC60H870ZU/s320/watson_brake-Martin-Pate.jpg" /&gt;&lt;/a&gt; Zeichnerische Rekonstruktion der Anlage von Watson Brake&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Skizze: Martin Pate&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Das interdisziplinäre Team um Joe Saunders verließ sich nicht auf diese Altersdatierung allein und wandte weitere moderne Methoden an, um genauere Daten zu erhalten. Man rückte den Mounds mit Thermoluminiszenz-Messungen zu Leibe - und wieder das gleiche Ergebnis: diese Anlage war nicht nur uralt, sie musste bereits vor mehr als 5000 Jahren erbaut worden sein!&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch das reichte Joe Saunders et al noch immer nicht. Emsig wurden weiter Hunderte von Proben sowohl aus den Mounds als auch aus den Verbindungswällen eingesammelt, luftgetrocknet und diesmal an ein Labor in Vermont gesandt zur OCR-Karbon-Datierung, bei der die Rate des biologischen Abbaus von organischem Kohlenstoff ermittelt wird. Immer noch dasselbe Ergebnis: der Bau der Anlage war bereits vor 5180 Jahren begonnen worden. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Endlich erfuhr nun auch die breite Öffentlichkeit von Watson Brake, als die &lt;em&gt;New York Times&lt;/em&gt; am 19. September 1997 über die archäologische Stätte berichtete und den Lesern mitteilte, dass primitive Jäger und Sammler monumentale Architektur zu errichten imstande waren und dass man mit Watson Brake die allerälteste nordamerikanische Moundanlage vor sich habe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/S7YBdPeQz6I/AAAAAAAABGA/399WGCogg9Q/s1600/Watson-Brake-Satellitenbild.jpg"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; DISPLAY: block; HEIGHT: 242px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5455549600487231394" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/S7YBdPeQz6I/AAAAAAAABGA/399WGCogg9Q/s320/Watson-Brake-Satellitenbild.jpg" /&gt;&lt;/a&gt; Satellitenbild von Watson Brake&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die Menschen der Zeit von vor 5000 bis 6000 Jahren arbeiteten mit Steinwerkzeugen, gingen mit Speeren auf die Jagd und zogen in kleinen mobilen Gruppen durch die Gegend. Über viele Hunderte von Jahren hinweg waren auch an diese bestimmte Stelle im Gebiet des damaligen Flussbettes des Arkansas River immer wieder in der Saison, in der man jagte, fischte und essbare Pflanzen sammelte, Menschen gekommen. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch eines Tages versammelten sich hier urplötzlich zahlreiche Steinzeitler. Sie begannen praktisch von einem Tag auf den anderen eine vorgeplante Erdwerkanlage zu erbauen und gleichzeitig in Freiluftwerkstätten wie am Fließband Miniaturbohrer, Steinwerkzeuge und merkwürdige geometrische Objekte aus Lehm herzustellen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Und ebenso plötzlich, wie alles begann, endete es auch. Als alles fertig war, zogen die Menschen davon, ließen alles zurück und wanderten erneut wie zuvor als Jäger und Sammler in kleinen Gruppen durch die Lande. Sie kamen offenbar nie wieder hierher zurück. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Dass diese Menschen nicht einfach nur ein paar Hügel anhäuften und mit Zwischenwällen verbanden zeigen die archäologischen Ausgrabungsergebnisse. Es wurde absichtlich ausgesuchtes trockenes aber auch feuchtes Erdreich in verschiedenen Farbtönen zum Bau verwendet, und das nicht wahllos. Feuchtes Erdreich ist ziemlich schwierig zu gewinnen, zu transportieren und zu verarbeiten. Man hat es sich also nicht gerade leicht gemacht. Der Unterschied zwischen den feineren Erdsorten wie Schwemmsand und Lehm mit gewöhnlichem Material ist so auffallend, dass er zum Bauplan - zum Design - gehört haben muss. Schon die Materialbeschaffung allein muss immens arbeitsaufwendig gewesen sein - ganz zu schweigen von der nötigen Organisation und Kontrolle, die sicherstellte, dass jede Erdsorte genau dahin kam, wo sie hinkommen sollte. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Bei der nördlichen Hälfte der Anlage folgten die Erbauer einer natürlich vorhandenen Terrasse, während bei der südlichen Hälfte alles so angelegt wurde, dass sich zuletzt das geplante Oval ergab. Die Anlage war genaus &lt;em&gt;so&lt;/em&gt; und nicht anders entworfen, errechnet und dann errichtet worden, das wurde den Ausgräbern vor Ort bald schon klar. Warum die Mounds verschieden hoch gebaut wurden und mit unterschiedlichen Materialien, ist bis heute völlig rätselhaft. &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Der größte Mound misst noch heute über sieben Meter in der Höhe und hat damit die Größe eines modernen zweistöckigen Hauses. Dass die Anlage sorgfältig vorgeplant und vermessen wurde, erkannten die Ausgräber um Joe Saunders daran, dass die einzelnen Mounds vor dem Bau durch Abfall- und Materialhaufen markiert worden waren. An den meisten Stellen war zügig und ohne Unterbrechung gearbeitet worden, andere Mounds wurden in mehreren Bauphasen errichtet mit dazwischen liegenden zeitlichen Lücken, in denen die Arbeit unterbrochen wurde. Dennoch wurde das Layout über etliche Generationen hinweg bis zur Fertigstellung genau eingehalten. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Was die Ausgräber besonders nachdenklich machte, war der Fakt, dass bisher Jäger und Sammler als eine Gesellschaft galten, die keinerlei Organisation kannte und auch nicht in der Lage gewesen sein konnte, ein solch umfangreiches Gemeinschaftsprojekt zu planen und durchzuführen. Nun musste man anscheinend umdenken. Was für ein sozialer Mechanismus hatte es hier möglich gemacht, im großen Stil Arbeitskräfte zu mobilisieren, zu versammeln, anzuleiten, zu verköstigen und zu kontrollieren? Der Bau einer solchen Anlage ist nicht denkbar ohne ein hohes Maß an Organisation und Logistik. Wer konnte dies alles gewollt, geplant und überwacht haben?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Heute sieht man Watson Brake nicht mehr an wie arbeitsaufwendig das Projekt war. Die Mounds sehen auf den ersten Blick nach nicht viel aus - aus unserer Sicht. Man könnte meinen, ein paar Kerle mit Bulldozern und modernen Baumaschinen würden das Ganze vielleicht in kurzer Zeit "hinkriegen". Doch damals war das ein riesiges Unterfangen. Watson Brake wirft mehr Fragen auf, als es Antworten gibt. Doch in einer Hinsicht sind sich die Ausgräber einig: entweder waren die primitiven Jäger und Sammler der damaligen Zeit hochstehender, als man bisher dachte, oder ... doch da traut sich niemand weiterzudenken. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Warum wurde diese Anlage erbaut? Sie diente definitiv nicht als Schutzwall für darin Hausende, denn innerhalb der Anlage haben offenbar gar keine Aktivitäten stattgefunden. Im Gegenteil, der Innenbereich wurde extrem sauber und leer gehalten. Es gibt keine Überbleibsel von Wohnspuren, nur ganz wenige bei &lt;em&gt;den&lt;/em&gt; Mounds und Zwischenwällen, die in mehreren Bauphasen errichtet wurden, als ob dort die Arbeitskräfte jeweils nur solange gehaust hätten, bis die nächste Bauphase begann. Die Archäologen sind sich einig: die Anlage diente nicht als Siedlung oder Begrenzung einer Wohnstätte. War dies ein Ritualplatz? Anscheinend auch nicht. Es gibt keinerlei Spuren, die darauf hindeuten. Begräbnishügel waren diese Mounds auch nicht.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Am rätselhaftesten aber war der Umstand, dass die Menschen nur so lange hier blieben, bis alles fertiggestellt war. Warum wurde die Anlage, die mit so viel Arbeitseinsatz und Mühe errichtet worden war, dann einfach verlassen? Dass diese so mühsam und streng nach vorgeplantem Layout errichtete Anlage nichts weiter gewesen sein soll, als ein befestigtes Sommercamp der Jäger und Sammler, daran glaubt niemand. Im Gegenteil: die Errichtung der Anlage muss so wichtig gewesen sein, dass die Steinzeitmenschen erstmals auch über den Winter hier blieben, etwas, das ganz und gar untypisch für Jäger und Sammler ist. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Diese Anlage wurde auch nicht als Schutz vor Hochwasser erbaut, dazu lag das bebaute Terrain viel zu weit vom Fluss und der damaligen Hochwasserlinie entfernt. Eine Verteidigungsanlage war dies auch nicht gewesen, denn erstens wurden keine Spuren gefunden über kämpferische Auseinandersetzungen, und zweitens wäre die Anlage auch denkbar ungeeignet gewesen als Defensivstruktur, so Joe Saunders. Auch die "Territoriumsmarkierung" konnte man vergessen, ebenso wie den Zeremonialplatz. Joe Saunders meinte einmal resigniert: "Ich weiß, es klingt nach Zen, aber vielleicht lautet die Antwort auf unsere Frage so, dass der Zweck der Anlage einfach nur der war, erbaut zu werden." &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Hinweise auf einen astronomischen oder kalendarischen Hintergrund des Layouts hat man noch nicht nachweisen können, obwohl es bereits Vermutungen in dieser Richtung gibt. Es fehlen aber noch die Beweise. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Ebenso rätselhaft wie der Zweck dieser Anlage ist die Sache mit der Massenproduktion rätselhafter Gegenstände. Dass hier eine Werkstatt war, in der Speerspitzen und einfache Steinwerkzeuge hergestellt wurden, kann man noch nachvollziehen. Auch, dass hier zahlreiche Miniaturbohrer fabriziert wurden, von denen allein an einer einzigen Stelle mehr als 120 unter der Erde absichtlich vergraben aufgefunden wurden - und das, obwohl insgesamt erst ein winziger Bruchteil der Stätte ausgegraben wurde. Wozu brauchten Jäger und Sammler so viele Miniaturbohrer? Wo waren all die Perlen oder Objekte, die damit bearbeitet worden waren? Die paar vereinzelten Perlen schienen in keinem Zusammenhang mit den unzähligen Miniaturbohrern zu stehen. War mit ihnen vergängliches Material bearbeitet worden, das nicht bis heute überdauerte? Man wusste nur so viel: diese Mikrobohrer mussten zu irgendetwas benutzt worden sein, das zeigten die daran sichtbaren Abnutzungsspuren. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Noch mysteriöser waren die Objekte aus gebranntem Lehm. Als habe man nicht schon genug zu schaffen gehabt mit dem Bauen und werkeln und bohren  formte und brannte man auch noch unzählige Würfel, Kugeln, Rechtecke und bizarre Formen aus Lehm. Diese Gegenstände sind ohne Dekoration und ihr Gebrauchszweck ist völlig unbekannt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/S7YBEEFzAgI/AAAAAAAABFw/0snImjtqGGo/s1600/Artefakte-Watson-Brake.jpg"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; DISPLAY: block; HEIGHT: 239px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5455549167935095298" border="0" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/S7YBEEFzAgI/AAAAAAAABFw/0snImjtqGGo/s320/Artefakte-Watson-Brake.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;                                                  Rätselhafte Artefakte aus Watson Brake&lt;/div&gt;&lt;div&gt;                                                                  Foto: Richard Lupo&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Die meisten dieser Artefakte waren Würfel. Es gab standardisierte Formen von vier mal vier mal dreieinhalb Zentimeter und andere von ähnlicher Größe mit etwas anderen Maßen. Offenbar waren die Lehmfiguren sorgfältig vergraben worden, gebettet auf vorher angebrachte ausgesuchte farbige Lehmschichten. Warum stellen Steinzeitmenschen unzählige geometrische Lehmfiguren her, nur um sie dann unter der Erde zu verbergen? Auch die vielen Mikrobohrer kamen in unterirdische Depots. Noch dazu hatte es einige Außenstellen-Werkstätten in wenigen Kilometern Entfernung gegeben, in denen ebenfalls wie am Fließband diese Gegenstände hergestellt worden waren.&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Fast alles in Watson Brake ist noch immer rätselhaft: der urplötzliche Beginn des Baus einer vorgeplanten Anlage mit unbekanntem Zweck, die Massenanfertigung von Gegenständen, das Vergraben dieser Objekte in unterirdischen Depots und das abrupte Ende der Stätte: einfach alles stehen lassen und wieder als Jäger und Sammler des Weges ziehen, als ob nichts geschehen wäre...&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Literatur&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ames, Kenneth M.: Myth of the Hunter-Gatherer. In: Archaeology, Vol. 52, Nr. 5, 1999&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Frink, Douglas S.: OCR Carbon Dating of the Watson Brake Mound Complex. 53.  Annual &lt;/div&gt;&lt;div&gt;            Meeting of the Southeastern Archaeological Conference, Birmingham, Alabama, 1997&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Hawkins, Nancy: Preserving Louisiana's Legacy. Louisiana Archaeological Survey and&lt;/div&gt;&lt;div&gt;           Antiquities Commission. Anthropological Study Nr. 5, Baton Rouge 1989&lt;/div&gt;&lt;div&gt;McConnaughey, Janet: Amateur Uncovers oldest Indian Mounds in America. In: The Japan&lt;/div&gt;&lt;div&gt;           Times, 14. Dezember 1999&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Noble Wilford, John: Study of Ancient Indian Site Puts Early American Life in New Light. In:&lt;/div&gt;&lt;div&gt;           The New York Times, 19. September 1997&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Pringle, Heather: Oldest Mound Complex Found at Louisiana Site. In: Science, Nr. 277, 1997&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Saunders, Joe W.: Speeding Ahead of the Plow. 1996. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;           &lt;a href="http://www.cr.nps.gov/archaeology/cg/vol1_num1_speeding.htm"&gt;www.cr.nps.gov/archaeology/cg/vol1_num1_speeding.htm&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Saunders, Joe W.:  A Mound Complex in Louisiana at 5400 - 5000 Years before the Present.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;           In: Science, Nr. 277, 1997&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Sauners, Joe W. et al: Watson Brake, a Middle Archaic Mound Complex in Northeast Louisiana.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;           In: American Antiquity, Vol. 70, Oktober 2005&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Walker, Amalie A.: Earliest Mound Site. In. Archaeology, Vol. 51, Nr. 1, Jan./Feb. 1998&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Buch zum Thema:&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Gisela Ermel: &lt;strong&gt;Das Moundbuilder-Phänomen.&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Rätselhafte prähistorische Spuren in Nordamerika.&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ancient Mail Verlag, Groß-Gerau, ISBN 978-3935910576&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/S7YA9Zs70GI/AAAAAAAABFo/p3xkoNWvAoU/s1600/Watson-Brake-Kunst-Glenn-Kennedy.jpg"&gt;&lt;img style="TEXT-ALIGN: center; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 250px; DISPLAY: block; HEIGHT: 320px; CURSOR: hand" id="BLOGGER_PHOTO_ID_5455549053477310562" border="0" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/S7YA9Zs70GI/AAAAAAAABFo/p3xkoNWvAoU/s320/Watson-Brake-Kunst-Glenn-Kennedy.jpg" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3103061706587093301-39947794374804167?l=ermel-nordamerika.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/feeds/39947794374804167/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2010/04/watson-brake.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/39947794374804167'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/39947794374804167'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2010/04/watson-brake.html' title='Watson Brake'/><author><name>Gisela Ermel</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11618136212607057394</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='29' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SUJU_sI2-nI/AAAAAAAAAAY/M_PytAdXCzA/S220/Gix-2007.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/S7YBpX1awCI/AAAAAAAABGY/ElFtN0ukiOE/s72-c/reca-jones.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3103061706587093301.post-1773994581596578582</id><published>2009-01-28T06:36:00.001-08:00</published><updated>2009-01-29T04:58:22.831-08:00</updated><title type='text'>Miami Circle</title><content type='html'>Gisela Ermel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Rätselhafter Kultort hält Stadt in Atem - Spekulationen um seltsamen "Zufallsfund"&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In: Mysteries, Nr.8, März/April 2005, Basel 2005&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sommer 1998. Zwischen malerischen Wolkenkratzern und dem blauen Meer der Biscayne Bay buddeln ein paar Archäologen und freiwillige Helfer auf einem Abrissgelände der Stadt Miami in der Erde nach Indianerartefakten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5296353795750998402" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 186px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SYBtt0iHsYI/AAAAAAAAAhg/RkB4-6ce70Q/s320/circle00.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Archäologischer Ausgrabungsplatz in Miami&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Ausgräber unter der Leitung von Robert Carr, dem Direktor der Miami-Dade-County Historic Preservation Division, werden nicht enttäuscht. Unzählige Tonscherben, verkohlte Holzfragmente, Perlen, Tierknochen, Feuersteinstücke und vieles mehr können sie ans Tageslicht befördern. Doch dann ist es vorbei mit der Ruhe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An einem dieser friedlichen Tage nämlich macht Ted Riggs - Hobby-Archäologe und ehemaliger Bewohner des Apartmentgebäudes aus dem 50er Jahren, das hier abgerissen worden war - einen unerwarteten Fund. Just an dem Platz, an dem ein hypermoderner zweitürmiger Hochhauskomplex entstehen soll, entdeckt er ein paar merkwürdige rechteckige Löcher im Kalksteinfelsboden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Riggi stutzt. Waren diese Löcher tatsächlich angeordnet wie ein Bogen? Sollten sie etwa insgesamt eine grosse Kreisform bilden? Nachdem er seine "Chefs" auf die Entdeckung aufmerksam gemacht hat, gräbt ein Schaufelbagger seine metallene Klaue ins Erdreich, immer entlang der roten Linie, die Riggs mit fluoreszierender Farbe gezogen hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Fieberhaft arbeitet man weiter und stösst dabei auf einen merkwürdigen 12 Meter Durchmesser messenden Kreis von etwa 20 bis 30 mehr oder weniger rechteckigen Löchern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Erbe eines verlorenen Volkes?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was hatte man da freigelegt? Wer hatte diese Löcher geschaffen? Natur oder Menschenhand? Hatte man gar die Reste eines mysteriösen prähistorischen Monumentes gefunden? Womöglich gar das Vermächtnis eines verlorenen Volkes?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ted Riggs sollte später in Interviews immer wieder erzählen, was ihm damals durch den Kopf gegangen war: "Das sieht aus wie ein Negativ von Stonehenge! Statt Steinsäulen - Löcher!"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5296353801417373826" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 238px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SYBtuJpFuII/AAAAAAAAAho/q0Ff4pR2h3E/s320/circle-Luftaufnahme.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Rätselhafter Fund: Kreis von Löchern im Kalksteinfelsboden&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Archäologen taten, was sie immer dann tun, wenn sie einen rätselhaften Fund machen: Sie kontaktieren per Telefon, Fax und Internet all ihre Kollegen in der ganzen Welt, um sich mit ihnen darüber auszutauschen, ob es schon einmal irgendwo einen ähnlichen oder identischen Fund gegehen hatte. Ergebnis: Es gab nichts Vergleichbares.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Winter 1999 war es mit der Ruhe am Ausgrabungsplatz definitiv vorbei, als sich Ted Riggs an die Medien wandte. Am 20. Dezember kabelte der TV-Sender CNN die Nachricht in alle Welt: "Mysteriöser Steinkreis am Ufer des Miami River ausgegraben!"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Archäologen, so hiess es, seien uneins über Ursprung und Bedeutung dieses rätselhaften Stonecircle. Die Vermutung, dass man es aufgrund der gefundenen Artefakte wohl eher mit einer ehemaligen Tequesta-Indianer-Siedlung zu tun habe, rückte mehr und mehr in den Hintergrund.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Astronomisch ausgerichtet&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Stattdessen machte bald eine andere Spekulation die Runde. Der Cirlce sei ein astronomischer Himmelskalender! Entdecker Ted Riggs habe festgestellt, dass der Kreis in Nord-Süd-Ausrichtung angelegt worden sei und die Löcher einst wohl Steinpfosten enthalten hätten. Die Anlage habe seiner Meinung nach den Maya einst als Observatorium gedient, las man bald darauf im "Miami Herald".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5296354084129885554" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 204px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SYBt-m1ATXI/AAAAAAAAAiI/Fhr4-pWLHu4/s320/Miami-Circle-lines.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ted Rigg's Maya-Theorie erschien in etlichen Zeitungen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Medienberichte mobilisierten die ganze Stadt. Vor allem interessierten sich Reporter für zwei Steinäxte, die im Circle gefunden worden waren. Äxte, wie man sie sonst nur von den Maya Mittelamerikas kannte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schon bald strömten Schaulustige in Scharen zum Ausgrabungsplatz am Brickell Point. Tag für Tag erschienen selbsternannte Experten mit neuen Theorien, Touristen, Geschäftsleute und Büroangestellte aus den nahen Hochhäusern. Ja sogar Hochschulstudenten tauchten auf - mit dem Wunsch, mitzuhelfen oder wenigtens den sonnengebräunten "Relic Hunters" bei der Arbeit zuzusehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die überbordende Begeisterung erhielt schliesslich einen empfindlichen Dämpfer, als der "Miami Herald" am 17. Januar 1999 verkündete: "Vergangenheit in Gefahr!"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst jetzt wurde bekannt, dass binnen weniger Wochen die Bulldozer des Grundstückbesitzers das "amerikanische Stonehenge", wie es ein paar Übereifrige bereits getauft hatten, niederwalzen würden.&lt;br /&gt;       Weder der Grundstücksbesitzer noch die Stadt Miami schienen willens oder fähig, die Bulldozer aufzuhalten. In einem Akt der Verzweiflung versuchte ein von den Archäologen angeheuerter Bildhauer, einen Abguss der Formation anzufertigen, während neben ihm und den Ausgräbern bereits begeistert über einen antiken UFO-Landeplatz spekuliert wurde, ebenso wie über Maya-Indianer oder über heilige Indianer-Tempel.&lt;br /&gt;       Besucher des Plaztes plünderten mit Begeisterung die Abfallhaufen, um Souvenirs mitzunehmen. Die Presse schwelgte in Schlagzeilen und schwärmte: "Amerikas jüngste Metropole, eine  Stadt ohne Geschichte, hat nun auf einmal eine ältere und interessantere Geschichte, als irgendjemand sich jemals vorzustellen wagte!" Die Archäologen mussten sich daran gewöhnen, interviewt, gefilmt und fotografiert zu werden.&lt;br /&gt;       Endgültig weltbekannt wurde der Miami Circle Ende Januar 1999, als die beliebte Radio Show von Art Bell über das "amerikanische Stonehenge" berichtete und damit eine Schlacht für die Rettung der Anlage einläutete.&lt;br /&gt;       Das Bombardement an Anrufen, Faxen und E-Mails erzürnter Circle-Retter war überwältigend. Als dann gar noch eine Abordnung von Seminolen-Indianern den Ausgrabungsplatz aufsuchte, liess der Grundstücksbesitzer das Ausgrabungsfeld mit einem Zaun absperren. Davor wurde geschimpft, meditiert, gebetet und gewacht - ganz Miami schien auf den Beinen zu sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SYBt_f3knFI/AAAAAAAAAio/KJftCU3DJkk/s1600-h/save-the-circle-Logo.gif"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5296354099441474642" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SYBt_f3knFI/AAAAAAAAAio/KJftCU3DJkk/s320/save-the-circle-Logo.gif" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;                                                     Das Logo der "Save the Circle"-Aktion&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Um dem Wust an Vermutungen, Theorien, Erklärungen und Spekulationen entgegenzutreten, wurde im Februar 1999 ein Meeting anberaumt, auf dem die Archäologen ihre Ergebnisse und Meinungen kundtun sollten. Vor einem bis auf den letzten Stehplatz besetzten Saal und einem Wald von Kameras und Mikrophonen versuchte Archäologe Richard Carr zunächst einmal, den Kreis zu beschreiben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SYBt-6nXWjI/AAAAAAAAAiY/btAxq2nzKFs/s1600-h/Miami-Circle-Skizze.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5296354089441385010" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 285px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SYBt-6nXWjI/AAAAAAAAAiY/btAxq2nzKFs/s320/Miami-Circle-Skizze.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;                                                                Skizze des Miami Circle&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;So wies er darauf hin, dass im und um den Hauptkreis hunderte, anscheinend wahllos verteilte kleine Löcher gefunden wurden. Alle diese Löcher waren offenbar mit prähistorischen Werkzeugen angelegt worden. Das Bemerkenswerteste aber war die perfekt runde Anordnung der Hauptlöcher.&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Euphorie und Zurückhaltung&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Wozu hatten all die Löcher einst gedient? Und wie alt waren sie? Als ein Zuhörer auf die astronomische Ausrichtung der Löcher hinwies, war Ted Riggs in seinem Element. Der Kreis sei - erkenntlich an vier sehr grossen und tiefen Löchern, die über den normalen Kreisrand hinausgehen - kardinal ausgerichtet, und darüberhinaus markiere eine Linie kleiner Löcher einen Punkt am Horizont, der ein Sonnwenddatum bezeichne. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Die Archäologen selbst hielten sich mit ihren Meinungen zurück. Man habe noch zu ungenaue und zu wenig Daten. Statt dessen berichteten sie über die Tequesta-Indianer, die im "Miami Herald" bereits als "das verlorene Volk von Florida" vorgestellt worden waren.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Auffallend war, dass man bislang noch nichts gefunden hatte, das die Tequesta-Indianer aus Stein hergestellt hatten. Selbst die beiden Steinäxte aus dem Circle mussten "eingeführt" worden sein, denn das entsprechende Material hierfür gab es erst in weit entfernten Gegenden.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Konnten die Tequesta also überhaupt die Erbauer des Circle gewesen sein? Oder hatten sie den Circle nur vorgefunden und dann für zeremonielle Zwecke genutzt? Ebenso relevant sei, so erläuterte Robert Carr, dass die Tequesta keine Landwirtschaft betrieben hatten. Wozu also hätte ein astronomischer Kalender - wenn denn der Circle überhaupt einer war - dienen sollen?&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Wie alt aber war denn nun der Kreis? Robert Carr gab auf dem Meeting bekannt, dass die gefundenen Artefakte auf eine Zeit vor 1000 bis 2000 Jahren verweisen - doch das sage gar nichts aus über die Entstehung des Kreises. &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;26,7 Millionen US-Dollar!&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Am 29. September 1999 überraschte der "Miami Herald" seine Leser schliesslich mit der Nachricht, dass sich der Grundstücksbesitzer und das County auf einen Kaufpreis hatten einigen können: 26,7 Millionen Dollar - gut eine Million Dollar pro Circle-Loch!&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SYBt-7rze3I/AAAAAAAAAiQ/Fq0z_SeWk7M/s1600-h/Miami-Circle-mit-BrÃ¼cke.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5296354089728441202" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 240px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SYBt-7rze3I/AAAAAAAAAiQ/Fq0z_SeWk7M/s320/Miami-Circle-mit-Br%C3%BCcke.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;           Der Miami Circle, im Hintergrund die Statue eines Tequesta-Indianers auf einer Säule&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Da immer noch nicht klar war, was der Circle denn nun sei, wurde ein Team von Staatsarchäologen nach Miami geschickt. Und so begannen im Oktober 1999 Ausgrabungen unter Dr. Ryan Wheeler von der University of Florida. Mit modernsten Gerätschaften auf der einen Seite und altbwährter Muskelkraft andererseits sollte das Rätsel um den Circle endgültig gelüftet werden.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Mechanische Stangenbohrer und spezielle Schaufelbohrer kamen ebenso zum Einsatz wie ein Radargerät, das nach unterirdischen Merkmalen zu suchen hatte und feststellen sollte, ob unter der Erde noch weitere Überraschungen schlummerten.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Immer mehr kleine Löcher wurden entdeckt und immer mehr Artefakte kamen zum Vorschein, die allesamt auf ein ungefähres Alter von 1500 bis 2000 Jahre datiert wurden.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Nachdem der Circle nun gerettet war, kehrte auf dem Ausgrabungsplatz endlich wieder Ruhe ein. Keine TV-Helikopter mehr, keine Reporterschwärme - das Interesse der Öffentlichkeit flaute allmählich ab. Dennoch wurden weiterhin neue Theorien aufgestellt. So behauptete ein Archäologe, all die Löcher seien einst Pfostenlöcher für Pfahlbauten gewesen, gruppiert um das Häuptlingshaus - den Circle.&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Neue Touristenattraktion&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;War das Geheimnis um den Miami Circle damit gelöst? Lag hier doch kein amerikanisches "Stonehenge", keine moderne Abwasseranlage, wie Skeptiker spekuliert und kein UFO-Landeplatz, wie andere gehofft hatten? Nichts war klar - alles offen. Die Anlage war zwar gerettet, aber ihr Rätsel nicht gelöst.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Inzwischen gehört der Miami Circle ebenso selbstverständlich zu den Touristenattraktionen wie ein Abstecher in die Everglades. Seit Anfang 2003 kann man auch endlich die ausgegrabenen Artefakte bestaunen. Im Historischen Museum der Stadt werden sie Besuchern stolz präsentiert.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Der Miami Circle - eine unendliche Geschichte? Noch immer dauern die Forschungen an. Und so bleibt der Kreis, was er von Anfang an war: ein Puzzle aus Fakten, Hypthesen, Vermutungen und Spekulationen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Mehr zum Thema:&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SYBtuHoFfBI/AAAAAAAAAhw/RyWSM5-tNSw/s1600-h/Cover-Miami-Circle.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5296353800876293138" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 174px; CURSOR: hand; HEIGHT: 250px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SYBtuHoFfBI/AAAAAAAAAhw/RyWSM5-tNSw/s320/Cover-Miami-Circle.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Gisela Ermel&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Geheimnisvoller Miami Circle&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Auf den Spuren eines archäologischen Rätsels&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Bohmeier-Verlag, Leipzig 2003&lt;/div&gt;&lt;div&gt;ISBN 3-89094-400-0&lt;/div&gt;&lt;div&gt;86 Seiten, mit Abbildungen&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Inhalt:&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Sommer 1998: Die Entdeckung&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Winter 1998/1999: Die sensationelle Nachricht&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Februar 1999: Das erste Meeting, der Circle, die Tequesta&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Februar 1999: Erste Rettungspläne und ein Radioexperiment&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Februar 1999: Die Steinmetz-Aktion&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Februar 1999: Demonstrationen und Spekulationen&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Februar / März 1999: Ein erster kleiner Sieg&lt;/div&gt;&lt;div&gt;April 1999: Der Abwasseranlagen-Skandal&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Sommer 1999: Der Circle - eine prähistorische astronomische Anlage?&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Intermezzo I: Amerikanische Stonehenges&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Sommer 1999: Die Basalt-Äxte - Das Aus für die Maya-Theorie?&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Intermezzo II: Die phantastischen Moundbuilder&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Herbst 1999: Die "Spucknapf"-Theorie&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Herbst/ Winter 1999: Der Circle ist gerettet!&lt;/div&gt;&lt;div&gt;2000: Neue Grabungen und noch eine Theorie&lt;/div&gt;&lt;div&gt;2001 bis heute: Neue Pläne, neue Funde und Touristenalltag&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3103061706587093301-1773994581596578582?l=ermel-nordamerika.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/feeds/1773994581596578582/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/miami-circle.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/1773994581596578582'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/1773994581596578582'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/miami-circle.html' title='Miami Circle'/><author><name>Gisela Ermel</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11618136212607057394</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='29' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SUJU_sI2-nI/AAAAAAAAAAY/M_PytAdXCzA/S220/Gix-2007.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SYBtt0iHsYI/AAAAAAAAAhg/RkB4-6ce70Q/s72-c/circle00.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3103061706587093301.post-7087337915448838839</id><published>2009-01-27T04:55:00.001-08:00</published><updated>2009-01-28T06:36:13.824-08:00</updated><title type='text'>Rätselhafte Moundbuilder</title><content type='html'>Gisela Ermel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vortrag, gehalten auf dem One-Day-Meeting der Forschungsgesellschaft für Archäologie, Astronautik und SETI, München, Oktober 2007&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bevor ich auf mein eigentliches Thema - die Moundbuilder - zu sprechen komme, möchte ich ein paar Worte über das Phänomen Kultursprung sagen. Was ist ein Kultursprung? Nach Meinung der Archäologen etwas, das es gar nicht geben dürfte. Ein Volk kann nicht einfach so ein paar Entwicklungsstufen auslassen und auf einer sehr viel höheren Stufe weitermachen. Es sei denn, es kommt in Kontakt mit höherstehenden Kulturbringern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genau dies aber - das plötzlich vorhandene Know how auf Hochkulturniveau - gab es im prähistorischen Nordamerika, und zwar schon ab einer Zeit vor fast viertausend Jahren. Um es gleich auf den Punkt zu bringen: &lt;em&gt;die&lt;/em&gt; Moundbuilder als eine gemeinsame Kultur gibt es nicht. Es handelt sich um ganz unterschiedliche Kulturen, die vor allem eines gemeinsam hatten: sie bauten mit Erde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vor gut 4000 Jahren streiften kleine Gruppen von Jägern und Sammlern über den nordamerikanischen Kontinent. Es war eine Zeit der Nomaden, ohne übergeordnete Organisation, eine Zeit der einfachen mobilen Behausungen, der Steinwerkzeuge und Speerspitzen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Poverty Point&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch dann geschah etwas Mysteriöses. Irgend jemand versammelte Hunderte dieser primitiven Jäger und Sammler, um sie ein vorgeplantes und arbeitsaufwendiges Grossprojekt durchführen zu lassen. Was hier nun geschah, bezeichnen die Archäologen als "kulturellen Big Bang": praktisch von einem Tag auf den anderen erbauten die Menschen eine Struktur, zu der hochstehendes Knowlegde ebenso vorhanden gewesen sein muss wie Logistik, Kontrolle und Organisation auf hohem Niveau.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8GVp5EtUI/AAAAAAAAAhY/x-LEZ-8c9-E/s1600-h/2-Gibson-Poverty-Point.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295958655903249730" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 239px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8GVp5EtUI/AAAAAAAAAhY/x-LEZ-8c9-E/s320/2-Gibson-Poverty-Point.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Zeichnerische Rekonstruktion von Poverty Point (Jon Gibson)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die zentrale Struktur von Poverty Point - so wird dieser archäologische Fundplatz in Louisiana heute benannt - war ein halbkreisförmiger Komplex, bestehend aus sechs Ringwällen mit vom Zentrum sternförmig ausgehenden Gängen. Anfangs wunderten sich die Archäologen, dass diese Gänge nicht perfekt symmetrisch angelegt worden waren, und frühe Skizzen des Fundplatzes korrigierten stillschweigend die Masse, um eine nicht vorhandene Symmetrie vorzutäuschen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8GVi0unDI/AAAAAAAAAhQ/O0S0rVrkF8Q/s1600-h/Poverty-Point-alte-Skizze-2.gif"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295958654005976114" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 160px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8GVi0unDI/AAAAAAAAAhQ/O0S0rVrkF8Q/s320/Poverty-Point-alte-Skizze-2.gif" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Ältere Zeichnung von Poverty Point&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch die Ergebnisse der modernen Ausgrabungen und Vermessungen zeigen ganz klar, dass diese Struktur genau so geplant wurde und alles genau da steht, wo man es haben wollte.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Seit den 1970er Jahren wissen wir, dass die gesamte Anlage von Poverty Point auf der Basis eines ausgeklügelten geometrischen und astronomischen Layouts entworfen, geplant und erbaut wurde. Einer der Gänge, der die Ringwälle durchschneidet, führt beispielsweise exakt - vom Zentrum aus gesehen - zum Punkt am Horizont, an dem damals die Sonne am Tag der Wintersonnenwende aufging. Ein anderer Gang zeigte auf den Punkt der Sommersonnenwende. Zwei Mounds lagen gemeinsam auf einer weiteren Sonnwendlinie, und drei andere Mounds der Anlage bildeten eine Nord-Süd-Linie, die genau durch den grösseren Mound verlief. Das alles konnte kein Zufall sein. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Poverty Point passt ganz einfach nicht zum Evolutionsmodell, das besagt, dass eine Kultur sich langsam, beständig und sicher fortentwickelt, von einfachen zu komplexen Formen. Der Archäologe Kidder meinte einmal: "Nach herkömmlicher Lehrmeinung dürfte es Poverty Point überhaupt nicht geben!" &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Der Zweck dieser Anlage ist uns völlig unbekannt. Ein gigantischer Kalender? Doch wozu hätten Jäger und Sammler einen genauen Kalender gebraucht?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Während die einen fleissig Korb um Korb Erde herbeischleppten, um die Anlage zu erbauen, waren andere Menschen in etlichen Werkstätten dabei, wie am Fliessband Tausende und Abertausende von Gegenständen herzustellen: Schmuck, Werkzeuge, Waffen, Steinpfeifen und vieles mehr, z.B. hochwertige stilisierte Miniaturperlen in Tierform.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295958483630930114" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 230px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8GLoIJuMI/AAAAAAAAAhI/Sxbv7xrPryc/s320/3-Perlen-Poverty-Point.jpg" border="0" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Steinperlen von Poverty Point&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Rätselhaft finden die Archäologen die wie Senkbleie aussehenden Objekte und die sog. &lt;em&gt;Poverty Point Objects&lt;/em&gt; aus Ton, deren Zweck man bis heute nicht kennt. Es gab sogar mehrere ferne Aussenstellen-Werkstätten, in denen ebenfalls solche Gegenstände massenweise hergestellt wurden. Das Material wurde zum Teil aus bis zu 2500 Kilometern Entfernung herbeigeholt, um dann verarbeitet zu werden. Merkwürdigerweise wurde der grösste Teil dieser Artefakte absichtlich unter der Erde in Massen-Depots vergraben. Alles war in "unvernünftigen" Mengen hergestellt worden, ohne dass die Leute von Poverty Point Handel oder Export betrieben.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Genau so rätselhaft, wie alles begann, hörte es auch auf. Das Ende war plötzlich und für uns unerklärlich. Die Anlage wurde ebenso wie die Aussenstellen-Werkstätten einfach aufgegeben und verlassen. War das Projekt beendet, der Masterplan vollendet? Als alles fertig gebaut, später alle Artefakte hergestellt und alle Depots vergraben waren, zogen die Leute von dannen, um hinfort wieder jahrhundertelang als einfache Jäger und Sammler durch die Lande zu ziehen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Und so blieb es bis zum nächsten Big Bang viele Hundert Jahre später. Inzwischen hatten Angehörige der sog. Adena-Kultur hin und wieder einfache runde Begräbnishügel erbaut, während andernorts weiterhin die Jäger und Sammler ihrer Wege zogen. Nordamerika verharrte weiterhin auf Steinzeitniveau. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Die Hopewell-Kultur&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch dann - vor etwa 2000 Jahren - kam es erneut zu einem unerklärlichen Kultursprung. Wieder versammelte irgend jemand zahlreiche Menschen, um sie ein gigantisches Bauprojekt durchführen zu lassen. Diesmal im und um das Gebiet des heutigen Staates Ohio. Woher all die nötigen Arbeitskräfte kamen, kann man sich denken, denn die archäologischen Forschungen haben ergeben, dass zu der Zeit, als dieser Kultursprung stattfand, zahlreiche Siedlungen der Adena auf einmal verlassen waren.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Diesmal wurden zahlreiche Erdwerkstrukturen erbaut, die aus Wällen bestanden, die grosse freie Innenflächen umschlossen, kombiniert mit Mounds, Strassen und anderen Strukturen. Alles wurde nach einem komplizierten, vorgeplanten Layout ausgeführt. Die einzelnen Erdwerkanlagen überall im Gebiet der Flüsse Ohio, Illinois und Mississippi waren aus verschiedenen Formen und Strukturen zusammengesetzt, alles miteinander verbunden, jeweils zu einem zusammenghörigen Ganzen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8GLuHw9BI/AAAAAAAAAhA/3oQ7pSZCCdA/s1600-h/5-highbankworks-squier-davis.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295958485239919634" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 235px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8GLuHw9BI/AAAAAAAAAhA/3oQ7pSZCCdA/s320/5-highbankworks-squier-davis.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Skizze der Erdwerkanlage von High Bank Works, gezeichnet von Squier und Davis 1848&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die Erklärung für die Bedeutung dieser Formen kam aus einem relativ jungen Forschungszweig, der Archäoastronomie. Der Forscher Ray Hively machte die Entdeckung, dass das Oktagon von Newark einen exakten Mondkalender darstellte, passend zu der Zeit vor gut 2000 Jahren, anzeigend die Punkte am Horizont der sog. Grossen und Kleinen Mondwenden des 18,6 Jahre dauernden Zyklus.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8GLfVQ9iI/AAAAAAAAAg4/5SB5-Klcr2Q/s1600-h/Kreis-Oktagon-Mondwenlinien.gif"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295958481270011426" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 273px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8GLfVQ9iI/AAAAAAAAAg4/5SB5-Klcr2Q/s320/Kreis-Oktagon-Mondwenlinien.gif" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Das Oktagon von Newark: ein exakter Mondkalender&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Der Archäoastronom Romain konnte später ergänzen, dass als Basis für das Layout der gesamten Anlage die Linie diente, die auf den nördlichsten Aufgangspunkt des Mondes am Horizont zulief - ein Punkt, den der Mond nur alle 18,6 Jahre einmal erreicht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8GLeddJ-I/AAAAAAAAAgw/8u_Vj6AC6yY/s1600-h/Newark-astronomisch-Romain.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295958481035929570" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 235px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8GLeddJ-I/AAAAAAAAAgw/8u_Vj6AC6yY/s320/Newark-astronomisch-Romain.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Die astronomische Grundausrichtung von Newark&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach dem Verstehen des Oktagons von Newark erkannten die Forscher allerorten weitere astronomische und geometrische Ausrichtungen. Inzwischen ist bekannt, dass all diese Anlagen nicht nur nach einem präzise vorgeplanten Layout erbaut wurden, sondern dass die einzelnen Anlagen gemeinsam nur Teil eines Gesamtplanes waren, eines unsichtbaren Netzes von Linien, die das komplette Gebiet dieser Kultur, die wir heute Hopewell nennen, zu einer einzigen zusammenhängenden Gesamtanlage verbanden. All dies wäre nur aus der Luft überschaubar gewesen. Wie schon in Poverty Point muss hier sehr genau vermessen worden sein. Alles war mit präzisen Koordinaten platziert, jeder Erddamm und jeder Mound am genau vorherberechneten Platz errichtet worden. Alles war mit allem verbunden.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Ein Beispiel: die Entfernung vom Quadrat in Marietta bis zum Zentrum des Oktagons in Newark entspricht exakt dem Erdumfang, geteilt durch 365, die Anzahl der Tage eines Jahres. Es ist nur bedauerlich, dass so viele Daten verloren gingen, weil in der Zeit der ersten weissen Siedler mehr Mounds und Erdwerke zerstört wurden, als uns erhalten blieben.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Woher aber hatten diese Steinzeitmenschen die hervorragenden Kenntnisse in Astronomie, Geometrie und Ingenieurtechnik? Merkwürdig ist die Tatsache, dass die Hopewell diese Anlagen nicht bewohnten. Die Wohnstätten waren weiterhin die einfachen, primitiven Behausungen wie eh und je und lagen ausserhalb der Umschliessungen. Wozu all die Anlagen erbaut wurden, ist völlig unbekannt.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Als hätten die Arbeiter nicht genug damit zu tun gehabt, all die komplizierten Anlagen zu errichten, machten sich andere Gruppen daran, wieder einmal Gegenstände wie am Fliessband herzustellen. Und das in solchen Mengen, dass einige Ausgräber meinen, deren Produktion sei der Hauptzweck der Hopewell-Kultur gewesen. Und das alles nur, um wieder einmal fast alles in Depots unter der Erde bzw. unter Mounds zu vergraben. Es gab zwar auch ein paar wenige Bestattete, denen man reiche Grabbeigaben mitgab, doch das war offenbar nur eine Randerscheinung. All diese Abertausende kunstvoller Gegenstände wurden nicht für den eigenen Gebrauch hergestellt - aber auch nicht als Handelsobjekte.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Von vielen der von den Hopewell hergestellten und dann vergrabenen Gegenständen wissen wir bis heute nicht, was sie eigentlich darstellen. Da gibt es Buttons, Scheiben, Plättchen, Stäbe, Ringe, angebliche Senkbleie (wieder einmal!), künstliche Nasen mit Atemröhren, metallene geweihähnliche Gegenstände, Brustplatten und vieles mehr aus Eisen, Kupfer, Gestein, Glimmer usw. In Depots lagerten Kugeln aus Pyrit, Doppelringe aus Kupfer, Scheiben, Kombinationen aus Stab und Ring, Kreise, Quadrate und Halbkreise aus Kupfer und Meteoreisen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8GLT9iAxI/AAAAAAAAAgo/iUHkGEBuQog/s1600-h/Glimmer-Turner.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295958478217675538" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 234px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8GLT9iAxI/AAAAAAAAAgo/iUHkGEBuQog/s320/Glimmer-Turner.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Glimmer-Artefakte aus den Turner Mounds&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Viele Artefakte machen einen eher technologischen Eindruck, als den von Schmuck. Die Archäologen definieren dies alles viel zu vorschnell durch die Bank weg als Zeremonialobjekte. Es gab Werkstätten, die auf die Herstellung von Gegenständen aus bestimmtem Material spezialisiert waren, wie z.B. eine Anlage am Paint Creek, wo allein über 10.000 Artefakte aus Obsidian, mehr als 30.000 aus Glimmer und über 8000 runde Scheiben aus Flintgestein in Depots lagerten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295957947381485826" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 240px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8FsacUkQI/AAAAAAAAAgg/3bEgm_v6dq4/s320/Flint-Depot.bmp" border="0" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Zeichnerische Rekonstruktion des Flintscheiben-Depots unter einem Hopewell Mound&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Für die Archäologie stellen die Depots - auch als Altäre bekannt oder Opfer - ein grosses Rätsel dar. Es gab sie praktisch in allen Hopewell-Anlagen. Die Hopewell haben anscheinend unermüdlich Gegenstände aus Glimmer, Kupfer, Meteoreisen, Gestein u.a. Materialien hergestellt, in die Anlagen gebracht und dann sorgfältig und systematisch vergraben. Viele Artefakte waren kunstvoll arrangiert worden vor dem Eingraben, manchmal bunte Mischungen aus ganz verschiedenen Gegenständen, als ob man hier einen repräsentativen Querschnitt durch die handwerklichen Künste haben zeigen wollen. Doch wem? All diese Depots: waren dies Lager? Verstecke? Ein Opfer? Für wann und für wen?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8Fsa0k4dI/AAAAAAAAAgY/vFqkhW2PW1c/s1600-h/stonerings-Meteoreisen.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295957947483218386" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 222px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8Fsa0k4dI/AAAAAAAAAgY/vFqkhW2PW1c/s320/stonerings-Meteoreisen.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Steinscheiben aus Meteoreisen aus einem Hopewell-Depot&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8FsY3sL7I/AAAAAAAAAgQ/LsiynbjTHYE/s1600-h/Kupfer-Turner.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295957946959409074" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 246px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8FsY3sL7I/AAAAAAAAAgQ/LsiynbjTHYE/s320/Kupfer-Turner.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Kupferartefakte aus den Turner Mounds&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8Fr-wLitI/AAAAAAAAAgI/i4LVnfeBcHQ/s1600-h/Kupferartefakt.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295957939948587730" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 150px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8Fr-wLitI/AAAAAAAAAgI/i4LVnfeBcHQ/s320/Kupferartefakt.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Rätselhafter Gegenstand aus Kupfer, Turner Mounds&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8Fr1h6QMI/AAAAAAAAAgA/vJFrmqtB_4I/s1600-h/9-Chlorit-Ring-HopewellGroup.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295957937472815298" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 238px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8Fr1h6QMI/AAAAAAAAAgA/vJFrmqtB_4I/s320/9-Chlorit-Ring-HopewellGroup.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Chlorit-Ring aus einem Hopewell-Depot&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Man vergräbt Sachen eigentlich nur aus zwei Gründen: entweder will man etwas verstecken - oder man will etwas für später oder für jemanden sicher lagern. Doch dieser Jemand hat offenbar die Sachen noch nicht abgeholt. An all die Spekulationen um Altäre oder Opfer mag ich nicht recht glauben. Sollten die Hopewell, die so hochstehende astronomische Anlagen erbauten und zu einem Masterplan kombinierten, nicht für diese Depots ganz praktische Gründe gehabt haben?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Zwei Anlagen der Hopewell fallen zwar aus dem Rahmen, passen aber gut in das Gesamtbild: der Great Serpent Mound und der Alligator Mound. Beim Great Serpent-Mound weiss man inzwischen sicher, dass er nicht wirklich eine Schlange darstellt, sondern einen komplexen astronomischen Kalender, beim Alligator Mound wird dies bereits vermutet, muss aber noch verifiziert werden.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295957512841714114" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 272px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8FTHp92cI/AAAAAAAAAf4/BoPbLdAD0gM/s320/Alligator-mound.jpg" border="0" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Der Alligator-Mound&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Der Great Serpent Mound wurde übrigens genau am Rand eines Kraters angelegt, den ein vor ca. 250 Millionen Jahren auf die Erde einschlagender Himmelskörper verursacht hatte, wie wir erst seit wenigen Jahren wissen. War die Auswahl dieser Stelle Absicht oder nur ein Zufall?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8FS8AELTI/AAAAAAAAAfw/3Bozqqqx0vs/s1600-h/serpent.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295957509713177906" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 270px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8FS8AELTI/AAAAAAAAAfw/3Bozqqqx0vs/s320/serpent.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Luftaufnahme des Great Serpent Mound&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8FS9ELl2I/AAAAAAAAAfo/Sfe6cWUCAps/s1600-h/serpent-linien.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295957509998876514" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 258px; CURSOR: hand; HEIGHT: 258px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8FS9ELl2I/AAAAAAAAAfo/Sfe6cWUCAps/s320/serpent-linien.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Die astronomischen Ausrichtungen des Great Serpent Mound&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;So wie schon bei Poverty Point, so war auch das Ende der Hopewell-Kultur rätselhaft und abrupt. Warum hörte diese hochstehende Kultur einfach auf, zu existieren? Warum wurden keine weiteren Anlagen mehr erbaut? Warum keine weiteren Gegenstände hergestellt? War ein Projekt abgeschlossen? Die Hopewell verliessen ganz einfach die Stätten und Arbeitsplätze und kehrten mehr oder weniger wieder zu ihrer Kulturstufe zurück, auf der sie sich vor dem Kultursprung befunden hatten. Weilten keine Masterplaner mehr unter ihnen, die ihnen Aufträge erteilten? Waren die Kulturbringer nach Abschluss dieses Grossprojektes davongegangen, die Menschen sich selbst überlassend?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Effigy Mounds&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch die Kulturspringerei sollte noch weitergehen. Wieder einige Jahrhunderte später begann ein neues und einzigartiges Bauprojekt, diesmal mit dem Zentrum in Wisconsin. Hier fingen urplötzlich Steinzeitnomaden an, wie am Fliessband Bilderhügel aus Erde zu erbauen, und dies in einer Grössenordnung von Zehntausenden, von denen leider bis heute nur ein Bruchteil überlebt hat.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Sie bauten Mounds in der Form verschiedener Tiere, in Menschenform, aber auch lineare, kreuzförmige, runde und Kombinationen. In vielen Fällen mag die "Sieht-aus-wie"-Methode der modernen Forscher sicherlich zu Fehlinterpretationen geführt haben.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8FSle7TqI/AAAAAAAAAfg/nunlgMl0Qqk/s1600-h/effigymounds2-Squier-Davis.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295957503668604578" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 230px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8FSle7TqI/AAAAAAAAAfg/nunlgMl0Qqk/s320/effigymounds2-Squier-Davis.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Effigy Mounds, Skizze von Squier und Davis 1848&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Fast immer wurden diese verschiedenen Mounds zu Gruppen arrangiert. Wieder einmal wurde Korb um Korb Erde herbeigeschleppt, um - was zu machen? Eine grosse Region in ein nur aus der Vogelperspektive erkennbares riesiges Bild zu verwandeln? Niemand weiss bisher, warum plötzlich all diese Effigy Mounds angelegt, warum wieder einmal Leute versammelt wurden, um sie ein arbeitsaufwendiges und eigentliches unpraktisches Bauprojekt ausführen zu lassen. Erst seit allerjüngster Zeit beginnen die Archäologen zu ahnen, dass es auch bei den Effigy Mounds einen astronomisch-geometrischen Hintergrund zu geben scheint. In einigen ersten Fällen konnten bereits lunare und solare Ausrichtungen bestätigt werden. Doch hier ist die Forschung noch ganz am Anfang.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8FSAGHK9I/AAAAAAAAAfY/xva2oOaKtu8/s1600-h/Bear-magnetisch.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295957493632412626" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 201px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8FSAGHK9I/AAAAAAAAAfY/xva2oOaKtu8/s320/Bear-magnetisch.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Einer der Bären der Marching Bear Group, Wisconsin: moderne High Tech enthüllt magnetische Eigenschaften&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die Effigy Mounds bergen zudem noch ein überraschendes Geheimnis. 1999 untersuchte ein Archäologen-Team fünf Mounds der Marching Bear Group in Wisconsin mit moderner High Tech. Dabei stellte sich heraus, dass das Material, aus dem die Bilderhügel erbaut waren, stark magnetisch war. Niemand hatte eine Ahnung, was dies zu bedeuten habe. Um Zufall konnte es sich nicht handeln, das Erdmaterial war sorgfältig ausgewählt und dann aufgehäuft worden. Man weiss noch nicht, ob dies Merkmal auf viele andere - vielleicht alle? - Effigy Mounds ebenso zutrifft. Diese Bilderhügel und linearen Strukturen, die selbst aus der Luft heraus nur sehr schwer erkennbar sind, vom Boden aus fast gar nicht, wären sicher hervorragende Objekte für Remote Sensing Technologie an Bord eines Flugzeuges oder Satelliten. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;Eines unterscheidet die Effigy Mound-Kultur von Poverty Point und den Hopewell: diesmal gab es keine Massenanfertigung von Gegenständen und kein Anlegen von unterirdischen Depots - soweit wir bisher wissesn! Aber in einem Punkt gibt es eine Parallele: diese Kultur hörte ebenso abrupt auf, wie die vorhergehenden. Praktisch von einem Tag auf den anderen wurden keine Bilderhügel mehr angelegt, und man zog wieder als Jäger und Sammler des Weges.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Die Mississippi-Kultur&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Bevor die ersten Weissen nach Nordamerika kamen und einen ganz modernen Kultursprung auslösten, kam es noch einmal zu einem unerklärlichen Big Bang. Im Gebiet rund um den Mississippi und seine Nebenflüsse hausten vor gut 1000 Jahren einfache Steinzeitbauern. Doch aus heiterem Himmel fingen auch sie an, wie am Reissbrett entworfene Mega-Cities aus Erde zu erbauen, wieder einmal nach exakt vorgeplantem Layout auf astronomischer und geometrischer Basis. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Die Grösse dieser Städte und die Anzahl der Mounds und Strukturen stellte alles zuvor dagewesene in den Schatten. Wieder einmal hatte jemand zahlreiche Menschen für ein Grossprojekt versannelt und die ehemaligen kleinen Siedlungen waren fast alle verlassen.&lt;br /&gt;Wie schon in Poverty Point und bei den Hopewell legten auch die Vertreter der sog. Mississippi-Kultur rätselhafte Material-Depots an. Pfundweise wurden hier Perlen, Pfeilspitzen und anderes vergraben. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Und ebenso wie Poverty Point, die Hopewell und die Effigy Mound-Kultur hörte auch die Mississippi-Kultur auf uns unerklärliche Weise abrupt auf zu existieren. Ob irgend einer der Indianerstämme, die die ersten Weissen dann in diesem Gebiet vorfanden, Nachfolger dieser Kultur war, ist unklar. Nie wieder wurden astronomisch-geometrische Erdwerkanlagen oder -städte erbaut.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die wichtigste Frage um diese rätselhaften Kultursprünge dreht sich um deren unbekannte Verursacher. In unserer modernen Zeit gibt es Beispiele für neue Religionen, die sich nach dem Kontakt von sog. Primitiven mit ihnen höherstehenden Besuchern bildeten, wie z.B. die Cargo-Kulte der Südsee. So etwas gibt es auch in Nordamerika. Gegen Ende der Mississippi-Kultur etablierte sich eine ganz neue Religion, der sog. Southern Cult. Die Archäologen rätseln um den Grund für den Beginn dieses Kultes, denn es wurde nichts gefunden, aus dem er sich entwickelt haben könnte. Er kam praktisch wie aus dem Nichts in der Endphase der Mississippi-Kultur auf.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Neben geometrischen Motiven kommt auffallend oft das des sog. Birdman vor, des Vogelmenschen. Immer und immer wieder bildeten diese Menschen humanoide Gestalten ab, die eine Mischung aus Mensch und Vogel repräsentieren, meist mit Flügeln ausgestattet, manchmal mit vogelähnlichem Kopf, den die Archäologen aber auch alternativ und vage als "Langnasengott" deuten. Was dies Motiv bedeuten soll, ist völlig unklar.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8Ey449uJI/AAAAAAAAAfA/pHHUuohOcF0/s1600-h/17-birdmen-Beispiele-Etowah-und-Spiro.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295956959122274450" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 270px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8Ey449uJI/AAAAAAAAAfA/pHHUuohOcF0/s320/17-birdmen-Beispiele-Etowah-und-Spiro.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;                           Einige wenige Beispiele für "Birdmen" der Mississippi-Kultur&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Dekorierte Muschelscheiben sowohl der Hopewell als auch der Mississippi-Kultur zeigen seltsame Mischwesen und gefiederte Schlangen, über deren Bedeutung auch unter den Archäologen wild spekuliert wird.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;        Rätselhaft sind auch die unzähligen Figurinen, die einen anormalen verlängerten Schädel zeigen, wie es ihn nirgendwo auf unserem Planeten in natura gibt. Solche Figurinen gibt es von Poverty Point, den Hopewell und der Mississippi-Kultur. Leider steht mir hiervon noch kein Bild zur Verfügung. &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Verblüffende Parallelen&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Merkwürdig ist die Tatsache, dass auch die Olmeken in Mittelamerika begannen, Figurinen, Monumente u.a. herzustellen, die diese langschädligen Personen darstellen, und zwar genau ab der Zeit nach ihrem urplötzlichen Kultursprung um 1200 v.Chr. mit den darauf folgenden geometrisch-astronomisch angelegten Stätten, der Massenherstellung von Gegenständen, dem Anlegen von unterirdischen Materialdepots und dem ebenso abrupten Ende der Kultur. Auch in Mittelamerika wurden ab der Zeit des Kultursprungs "Birdmen", "gefiederte Schlangen", seltsame Mischwesen und Landschädler zu Hauptmotiven in der darstellenden Kunst.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;         Es gibt noch eine deutliche Parallele. Etwa zur gleichen Zeit wie die Mississippi-Kultur machten drüben im Südwesten der heutigen USA die Anasazi-Indianer einen abrupten Sprung vom Steinzeitbauern zur Hochkultur und begannen praktisch von einem Tag auf den anderen mit dem Bau vorgeplanter steinerner Great Houses und Kalenderanlagen. Das gigantische Bauprojekt verwandelte fast das gesamte Gebiet der heutigen Staaten Utah, Colorado, Arizona und New Mexico in ein Netz unsichtbarer astronomisch-geometrischer Linien, einen Gesamt-Masterplan darstellend. Überraschenderweise ist anscheinend noch kein Archäologe auf die Idee gekommen, einmal an den Schnittpunkten dieser unsichtbaren Linien und denen beispielsweise der Hopewell zu graben. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Auch die Anasazi begannen mit der Massenproduktion von Gegenständen, die sodann von allen Seiten ins Zentrum, den Chaco Canyon, gebracht und hier gelagert, wenn auch nicht wie bei den Moundbuildern unter der Erde vergraben wurden. Die Archäologen reden in diesem Fall von der "Black Hole"-Hypothese. Und auch diese Hochkultur endete ebenso abrupt wie die der Moundbuilder-Kulturen.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Nach dem Ende der Anasazi-Kultur - und erst dann! - bildete sich eine ganz neue Religion, zuerst als Darstellungsmotiv auf Felsbildern und Keramik, dann zur Zeit der ersten weissen Siedler voll ausgebildet mit Zeremonien, Mythen und Riten um die sog. Kachinas, an die sich noch die heutigen Pueblo-Indianer (die die Regionen rund um das einstige Anasazi-Gebiet bewohnen) erinnern als an himmlische Lehrmeister, die von irgendwoher zu den Menschen kamen und dann irgendwann wieder irgendwohin verschwanden. Wichtigstes Merkmal dieser Kachinas: rätselhafter "Kopfschmuck".&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Rätselhaften Kopfschmuck tragen auch der sog. Foxman von Poverty Point, Figuren der Hopewell, einige der humanoiden Effigy Mounds und "gehörnte Wesen" auf gravierten Muscheln der Mississippi-Kultur.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Geben diese Darstellungsmotive vielleicht Hinweise auf die unbekannten Verursacher all der rätselhaften Kultursprünge, auf die unbekannten Masterplaner? Ich möchte diese Frage so im Raum stehen lassen, vielleicht gibt sie ja dem einen oder anderen unter ihnen Anregungen zum Nachdenken.&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Mehr zum Thema:&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8Eyg4Tp2I/AAAAAAAAAew/HXZW9iPJQ1s/s1600-h/Moundbuilder.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295956952677066594" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 233px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8Eyg4Tp2I/AAAAAAAAAew/HXZW9iPJQ1s/s320/Moundbuilder.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Gisela Ermel&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Das Moundbuilder-Phänomen.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Erdhügel, Kultursprünge und Masterplaner: Rätselhafte prähistorische Spuren in Nordamerika.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ancient Mail-Verlag, Gross-Gerau2008&lt;/div&gt;&lt;div&gt;ISBN 978-3-935910-57-8&lt;/div&gt;&lt;div&gt;342 Seiten, zahlreiche Abbildungen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8EzOE9qpI/AAAAAAAAAfQ/k3xpDpPiwbI/s1600-h/Lapham-Crawfordsville.gif"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295956964809747090" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 233px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8EzOE9qpI/AAAAAAAAAfQ/k3xpDpPiwbI/s320/Lapham-Crawfordsville.gif" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8Ey2a50RI/AAAAAAAAAfI/lFlYlEX8NbM/s1600-h/16-cahokia3.gif"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295956958459318546" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 212px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8Ey2a50RI/AAAAAAAAAfI/lFlYlEX8NbM/s320/16-cahokia3.gif" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8EywvgDdI/AAAAAAAAAe4/FSGPZ9GxaMs/s1600-h/Gravur-Muschel-Spiro-2.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295956956935097810" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 240px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8EywvgDdI/AAAAAAAAAe4/FSGPZ9GxaMs/s320/Gravur-Muschel-Spiro-2.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3103061706587093301-7087337915448838839?l=ermel-nordamerika.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/feeds/7087337915448838839/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/ratselhafte-moundbuilder.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/7087337915448838839'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/7087337915448838839'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/ratselhafte-moundbuilder.html' title='Rätselhafte Moundbuilder'/><author><name>Gisela Ermel</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11618136212607057394</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='29' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SUJU_sI2-nI/AAAAAAAAAAY/M_PytAdXCzA/S220/Gix-2007.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SX8GVp5EtUI/AAAAAAAAAhY/x-LEZ-8c9-E/s72-c/2-Gibson-Poverty-Point.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3103061706587093301.post-4596884880962906810</id><published>2009-01-25T01:47:00.000-08:00</published><updated>2009-01-26T08:02:43.193-08:00</updated><title type='text'>Entführungsfälle vor 200 Jahren</title><content type='html'>Gisela Ermel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Parallelen zum modernen UFO-Phänomen bei nordamerikanischen Indianern&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In: Magazin2000plus, Nr. 4/180, Sonderband "UFOs und Kornkreise", Marktoberdorf 2002&lt;br /&gt;+ Vortrag, gehalten am 20. März 1999 in Würzburg: Fiebag-Seminar "Paläo-Kontak - Zeitreise zu den Göttern aus dem All"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Spätsommer des Jahres 1855 weilte der Ethnologe und Forschungsreisende Johann Georg Kohl am Lac du Flambeau, einem See im heutigen Wisconsin, USA. Ein Stamm der dortigen Ojibwa-Indianer hatte ihn freundlich aufgenommen, und ein französischer Dolmetscher unterstützte Kohl bei seinen Bemühungen, Material über die Lebensweise, die religiösen Vorstellungen und alltäglichen Verrichtungen dieser Indianer zu sammeln. "Bleichgesichter" hatten diese Indianer noch relativ selten zu Gesicht bekommen, doch es gelang Kohl - nach vielen Rückschlägen und bisweilen amüsanten Missverständnissen - ihr Vertrauen zu gewinnen. Seine Notizbücher füllten sich nach und nach mit interessanten Informationen, und in seiner Hütte bewahrte er mit liebevollem Sammlerstolz das eine oder andere Indianer-Requisit, über das sich jedes Völkerkundemuseum in Europa freuen würde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295166572509745218" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 206px; CURSOR: hand; HEIGHT: 249px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXw18VT3UEI/AAAAAAAAAeQ/66SsiM2ulyw/s320/Jgkohl.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Ethnologe und Forschungsreisende Johann Georg Kohl&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eines Tages erzählten ihm die Indianer von einem Einzelgänger, genannt Kagagengs (Kleiner Rabe), der im Dorf als eine Art kurioser Kauz galt, der ständig im Freien umherlaufe und sich mit Kräutersammeln oder Müssiggang die Zeit vertreibe. Er galt als Aussenseiter, und die Indianer im Dorf hielten ihn für den ältesten Mann in der Siedlungsgemeinschaft. Er bewohnte etwas abseits von den anderen eine Hütte am Schilf, und als Kohl ihn kennenlernte, fand er ihn tatsächlich im hohen Greisenalter. Ob er wirklich etwa hundert Jahre alt war, liess sich natürlich nicht beweisen. Jeder Indianer im Dorf wusste, dass Kleiner Rabe von Geburt an als absonderliches Kind gegolten hatte, das sehr viel früher als andere Indianerkinder sprechen gelernt hatte, auch soll er über ein überdurchschnittlich gutes Gedächtnis verfügt haben. Er habe - und das machte Kohl äusserst neugierig - als Knabe ein aussergewöhnliches Erlebnis gehabt, das für sein ganzes weiteres Leben prägend gewesen sei, und über das er so gut wie nie rede, ja wenn man ihn darauf anspreche, gehe er einfach schweigend davon.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Es dauerte viele Tage der unermüdlichen Bemühungen seitens des Dolmetschers und des Ethnologen, das Vertrauen des greisen Indianers zu gewinnen. Und als Kohl es dann wagte, Kagagengs auf dieses Knabenerlebnis anzusprechen, sträubte dieser sich hatrnäckig, davon zu erzählen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295166574531475138" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 195px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXw18c14dsI/AAAAAAAAAeI/rTvTfV1i65Q/s320/Ojibwa_village.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;Teil eines Ojibwa-Dorfes&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Kohl schrieb später über diesen Augenblick: "Als ich dem Alten alles deutlich gemacht hatte, was ich wünschte, wurde er völlig stumm und sass wie eine Bildsäule da. Er erwiderte kein Wort..." Geduldig und behutsam schritt Kohl weiter seinem Ziel entgegen. Er ahnte, dass er eine aussergewöhnliche und ausgefallene Geschichte zu hören bekommen konnte, wenn er es nur richtig anstellte. Nach vielem guten Zureden versicherte Kohl dem uralten Indianer, wenn dieser glaube, dass er sich selbst durch die Mitteilung dieses Erlebnisses ein Unglück zuziehe, so stehe er von seinem Verlangen ab. Und erst, als Kohl zum Alten sagte: "Übrigens sind wir hier unter uns..." (Kohl, der franzsösische Dolmetscher und Kagagengs sassen allein vor der Indianerhütte am Schilf und waren tatsächlich ganz ungestört) "... du kannst dich darauf verlassen, dass ich mit niemandem von deinen Leuten oder deiner Sippschaft im Dorf darüber sprechen werde..." - erst dann löste sich die Zunge des Greises und er war bereit, "auszupacken". Verwundert aber war er darüber, dass sich ein Weisser überhaupt für sein Erlebnis interessiere.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295166571644576018" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 299px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXw18SFl4RI/AAAAAAAAAeA/qTNgbM_mAGo/s320/Ojibwa_wigwam.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Typische Ojibwa-Hütte&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und dann fing Kleiner Rabe an zu erzählen: "Ich war ein Knabe, so gross, dass, wenn ich stand und mein Vater sich auf die Matte setzte, wir beide gleich hoch waren. Es war Herbst...."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Gebannt lauschten die beiden weissen Männer und hatten noch keine Ahnung, welch eine phantastische und bizarre Geschichte sie hier erfahren sollten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Geht man davon aus, dass Kagagengs zwischen 70 und 100 Lenze zählte und während seines Erlebnisses so um die zehn Jahre alt war, so kann man für den Zeitraum der von ihm geschilderten Ereignisse die Jahre zwischen 1765 bis ca. 1795 annehmen, wobei als Ausgangspunkt das Jahr 1855 dient, in dem Kleiner Rabe als hochbetagter Greis sein Knabenerlebnis dem Forschungsreisenden Kohl anvertraute.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Zeitraum für dieses Erlebnis liegt in einer Zeit, in der noch niemand jemals von Unbekannten Flugobjekten, Entführungen und Begegnungen der einen oder anderen Art gehört hatte, eine Zeit, die gut 200 Jahre vor der sog. ersten UFO-Sichtung im Jahr 1947 durch den amerikanischen Flugzeugpiloten Kenneth Arnold und vor der sog. ersten Entführung des Ehepaares Betty und Barney Hill im jahr 1961 liegt. Inzwischen haben wir gelernt, sowohl Sichtungen Unbekannter Flugobjekte als auch Entführungen durch fremde Wesen sehr viel weiter zurück zu datieren, als es gemeinhin getan wird.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Lassen wir uns gut 200 Jahre zurückführen und die Erlebnisse des Kleinen Raben nachträglich miterleben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am Lac du Flambeau war die Mutter von Kagagengs gestorben und gemäss den alten Riten beerdigt worden. Einge Tage später...&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Kleiner Rabe ist traurig. Er möchte mit seinem Schmerz um seine so früh verstorbene Mutter allein sein. Der Knabe schleicht sich heimlich aus dem Indianerdorf heraus, was ihm leicht gelingt, da sein Vater und sein Onkel zu einer Rauch-Gesellschaft unterwegs und seine Schwestern beschäftigt sind. Kleiner Rabe rennt in den nahe gelegenen Wald, so weit und so schnell, wie er kann. Endlich kann er seinen Gefühlen freien Lauf lassen, und er weint laut. Schliesslich klettert er auf einen hohen Baum, ganz ausser sich vor Schmerz und Trauer.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Mit einem Mal hört er neben sich eine Stimme. Er ist sehr erschrocken, denn er sitzt ja oben in einem Baum! Zu seinem masslosen Erstaunen entdeckt er eine schwarze, menschliche Gestalt, die durch die Luft auf ihn zuschwebt.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;"Wer bist du? Warum weinst du?" hört er die rätselhafte Gestalt ihn fragen.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;"Ich bin ein Indianerknabe, und ich weine um meine Mutter", entgegnet er.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Die Gestalt schaut ihn eindringlich an und fordert ihn auf: "Komm, folge mir!" Sie nimmt den Indianerknaben bei der Hand und führt ihn durch die Luft davon. Über hohe Bäume hinweg geht es, Kleiner Rabe weiss kaum, was mit ihm geschieht. Zweimal sieht er unter sich Bäume zittern und sich niederbeugen, doch die Stimme ermahnt ihn mehrmals: "Fürchte dich nicht!" Schliesslich erreichen sie den Gipfel eines hohen Berges.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;"Kennst du das Gebirge?" fragt ihn das mysteriöse schwarze Wesen, das er für eine Frau hält. Als er verneint, erklärt ihm seine Begleiterin: "Es ist das Gebirge des Herzens des Hirsches." &lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Kleiner Rabe ist höchst erstaunt, weiss er doch, dass dieser Berg drei ganze Tagesreisen von seinem Dorf entfernt ist. Er wundert sich, dass er in so kurzer Zeit (es kam ihm vor wie drei Schritte) viele Wälder, Fluren und Prärien überquert hat. Auf einen Wink mit der Hand dieses schwarzes Wesens öffnet sich ein Eingang in den Berg, und überrascht schaut Kleiner Rabe durch einen langen Gang, an dessen anderem Ende ein helles Licht strahlt. Die Gestalt fordert den Knaben auf, mit ihr hineinzukommen, und beide schweben wie schwerelos ans andere Ende des Ganges. Ein helles Leuchten empfängt den Indianerknaben, er ist ganz geblendet. Als er vorsichtig umherblinzelt, sieht er etwas wie eine Hütte inmitten des Glanzes stehen. Eine Öffnung bildet sich, und die Gestalt fordert den Knaben auf, einzutreten.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Und wieder ist Kleiner Rabe von grell strahlendem Licht umgeben, so blendend, dass er sein Gewand über die Augen zieht. Er zittert vor Furcht und vor banger Erwartung des Kommenden. Aus dem Hintergrund des Raumes fordert ihn eine Stimme auf, sich ein wenig umzusehen. Dies tut Kleiner Rabe, nachdem er sich ein wenig an das helle Licht gewöhnt hat. Zuerst erblickt er nichts weiter als eine Art Lampe in der Mitte des Raumes, die ein mächtiges Licht von sich strahlt. So hell, dass Kleiner Rabe meint, es sei die Sonne. Nichts sonst, so weiss er, kann doch so hell strahlen! Schemenhaft sieht er im Hintergrund eine Gestalt, die er mangels anderer Deutungsmöglichkeiten für die Personifikation der Sonne hält. Oder ist es ein Geist? fragt sich Kleiner Rabe verwirrt. Er ist völlig durcheinander und weiss nicht, wo er sich befindet und was mit ihm geschehen ist. Die schemenhafte Person im Hintergrund des lichten Raumes fordert ihn nun auf: "Blicke hinab!"&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Kleiner Rabe tut es und ist wie gelähmt vor Schreck! Durch eine Art Öffnung oder Fenster im Raum sieht er weit, weit unten Bäume, Wälder, Gebirge, grosse Seen und schliesslich "die ganze Rundung der Welt". Er kann sich gar nicht satt sehen an dem faszinierenden Anblick!&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;"Blicke nun auch hinaut!" fordert ihn die Stimme auf. Kleiner Rabe schaut aufwärts und erblickt durch eine Art Fenster unzählige Sterne, so nah, als könne er sie greifen. Er ist völlig hingerissen, so etwas hat er noch nie zuvor gesehen! Als die Stimme ihn auffordert, nun geradeaus zu schauen, muss er sich mit Gewalt von dem phantastischen Blick auf den Sternenhimmel losreissen. Er schaut nach vorn - und ist zu Tode erschrocken! Entsetzt starrt er auf sein eigenes Ebenbild! Das bin ja ich! denkt er. Wie ist so etwas möglich? Die Stimme redet nun beruhigend auf ihn ein, und was sie dem verwirrten Indianerknaben erläutert, ergibt für diesen keinen Sinn.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;"Siehe", sagt die Stimme, "du bist stets bei mir. Ich sehe ich alle Tage und wache über dir. Ich schaue dich an und weiss, was du machst und ob du krank bist oder wohl."&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Doch es soll noch viel phantastischer kommen. Nun sieht Kleiner Rabe neben seinem eigenen Bild vier Indianer. Die Stimme erklärt: "Diese vier sind in dir. Sie werden von dir kommen. Es sind deine vier Söhne, die du einmal haben wirst... Du selbst aber wirst so lange leben, dass dein Haar schneeweiss werden wird."&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Kleiner Rabe fühlt eine grosse Freude in sich aufsteigen, Freude über die ihm prophezeiten Söhne, die er einst bekommen werde, und Freude über sein so langes Leben. Fast bedauert er, diesen lichten und abenteuerlichen Raum wieder verlassen zu müssen, doch die Stimme der Person im Hintergrund befiehlt ihm, jetzt nach Hause zurückzukehren. Vor dem Raum harre die Gestalt auf ihn, die ihn hierher begleitet habe.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Als der Knabe den lichten Ort verlassen hat und mit dem schwarzen Wesen wieder zur Erde herabschwebt, erscheint ihm die Höhe, von der sie hinuntergleiten, unermesslich. Und als beiden den Wald erreichen, von dem aus Kagagengs' geheimnisvolle Reise begonnen hatte, wird der Knabe in die Zweige eines Tannenbaumes gesetzt. Er bemerkt verwundert, dass es inzwischen früher Morgen ist und die Sonne eben mit der Hälfte ihrer Scheibe über den Horizont hervorlugt. Kleiner Rabe hatte gar nicht bemerkt, dass inzwischen der restliche Tag und eine ganze Nacht vergangen wr. Er ist immer noch mehr als verwirrt. Die mysteriöse Begleiterin verabschiedet sich jetzt von ihrem Schützling und meint zu diesem:&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;"Es werden nun bald vier Personen kommen, dich abzuholen. Folge ihnen jedoch nicht, wenn sie dich mit blossen Händen anfassen wollen. Sie sollen sich Blätter von den Lindenbäumen dort in der Nähe abpflücken und zum Schutz benutzen, wenn sie dich berühren. Tun sie dies, dann folge ihnen. Merke dir dies gut! Lebe nun wohl, Kleiner Rabe."&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Und schon ist das schwarze Wesen verschwunden, und der Knabe ist allein. Es dauert nicht lange, und er hört Stimmen unter sich. Kleiner Rabe fühlt sich auf einmal total erschöpft. Er ist zu matt, den Kopf zur Seite zu drehen, um zu schauen, wer da unten wohl sei. Plötzlich vernimmt er einen Schrei: "Was ist das? Dort oben im Baum? Ein Mensch! Ja, ja, er ist es! Kommt her, Schwestern, wir haben ihn gefunden!"&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;Nun erkennt Kleiner Rabe, dass da unten seine vier Schwestern sind, die ausgezogen waren, um ihn zu suchen. Und wirklich pflücken sie sich auf seine Bitte hin Lindenbaumblätter, ehe sie ihn anfassen und ihn vom Baum herunterholen. Sie führen ihn nach Hause ins Dorf, legen ihn auf sein Lager und kümmern sich liebevoll um ihn. Kleiner Rabe muss gepflegt werden, denn er ist so matt und krank, dass er drei Tage lang nicht essen kann.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Dann aber", so beendet der alte Indianer seinen atemberaubenden Bericht, "fing ich allmählich an, wieder wie die übrigen zu speisen und lebte mit den Menschen, gedachte dabei oft meines Erlebnisses ... Auch ist alles in Erfüllung gegangen, was mir damals verheissen wurde. Ich habe geheiratet und vier Söhne gezeugt, und mein Haar ist weiss geworden. Ich bin nun hundert Jahre alt."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295166568873862274" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 263px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXw18HxAJII/AAAAAAAAAd4/Ny1r4ppPNmU/s320/ojibwa-Catlin-1845.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;Ojibwa-Indianer&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Als J. A. Kohl 1859 in Bremen seine Forschungsergebnisse und seine Erlebnisse bei den Ojibwa-Indianern am Lac du Flambeau in seinem Buch veröffentlichte, war für ihn diese Geschichte lediglich der "Traum eines Indianerknaben". Was ist diese Geschichte für uns heute, gut 200 Jahre später? Wir wissen inzwischen, dass das Erlebnis von Kleiner Rabe viele Parallelen aufweist zu den Erlebnissen heutiger Zeugen, die behaupten, von fremden Wesen entführt worden zu sein, und dies meist an Bord eines Unbekannten Flugobjektes.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Schauen wir uns den "Fall Kleiner Rabe" noch einmal im Detail an; er ist einer genaueren Betrachtung wert. Da ist einmal die Aussage über das Schweben dieser schwarzen Gestalt und das Schweben mit dieser. Im Laufe vieler Jahre mühevoller UFO-Forschung hat sich u.a. ergeben, dass zahlreiche Zeugen das Schweben fremdartiger Wesen beobachtet haben wollen, ja, sogar mit diesen zusammen durch die Luft geschwebt seien - oft auf ein Flugobjekt zu, in das sie dann eingelassen wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Jahr 1988 erschien eine engagierte und richtungsweisende Studie über ca. 300 UFO-Entführungsfälle mit dem Titel "UFO Abductions - The Measure of a Mystery". In Auftrag gegeben hatte diese Studie der "Fund for UFO Research" in Maryland, und der Autor Dr. Thomas E. Bullard, ein Folklorist, der an der Universität von Indiana über UFOs und ihre Wechselwirkungen promoviert hatte, kam darin zu dem Ergebnis, dass es in vielen Fällen vorgekommen sei, dass den Zeugen ein fremdes Wesen bis zur Tür einer unbekannten Örtlichkeit (oft eines Unbekannten Flugobjektes) begleitete, schwebend - und den Zeugen, ebenfalls schwebend, wieder zum Boden zurückbrachte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wir sehen also, dass Kleiner Rabe sich mit seinem Erlebnis, was den Aspekt des Schwebens und des schwebenden Wesens anbelangt, in guter Gesellschaft befindet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wohin mag die mysteriöse schwarze Gestalt den Indianerknaben gebracht haben? Es wäre zu voreilig, aus der Angabe, Kleiner Rabe habe aus diesem lichten Raum heraus auf die Erde herabgeschaut, zu schliessen, er habe sich an Bord eines fliegenden Objektes befunden. Zu viele andere Erklärungen sind möglich, doch halte ich den Aufenthalt an Bord eines Flugobjektes nicht für ausgeschlossen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sehr nachdenklich macht auch der Teil der Geschichte, in dem Kleiner Rabe berichtet, dass ihm seine zukünftigen Söhne gezeigt wurden sowie ein Bild seiner selbst, mit der Erklärung verbunden: "Ich sehe dich alle Tage und wache über dir. Ich schaue dich an und weiss, was du machst und ob du krank bist oder wohl." Sollten Vertreter einer fremden Intelligenz den Lebensweg dieses Ojibwa-Knaben überwacht und verfolgt haben? Wenn ja - warum gerade Kleiner Rabe? Zahlreiche weitere Fragen wollen einem einfallen, Fragen, auf die es bislang noch keine alles erklärende Antworten gibt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch ein Aspekt dieses Berichtes fällt auf: die grosse Abgechlagenheit und Mattigkeit nach Ende des Erlebnisses von Kagagengs. Drei Tage lang will er praktisch pflegebedürftig gewesen sein. Sollten wir es hier mit einem der sog. Post-Abduction-Symptome zu tun haben, die Dr. Jacobs, Professor für Geschichte an der Temple Universität, im Jahr 1975 in seiner Doktorarbeit auflistete? Gemeint sind damit die typischen Auswirkungen der Entführungserlebnisse innerhalb des UFO-Phänomens, die medizinischer Natur sind und von zurückgebliebenen Narben über Schmerzen, Hautverbrennungen und andere Folgeerscheinungen bis hin zu extremer Mattigkeit reichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und was mag hinter dem bizarren Detail der Geschichte von Kleiner Rabe stecken, das besagt, er habe sich nicht mit blossen, ungeschützten Händen anfassen lassen sollen? Wir wissen es nicht. Möglicherweise findet sich zukünftig eine Erklärung für diesen Aspekt des Indianererlebnisses, wenn die UFO-Forschung weitere Fortschritte gemacht hat.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach all dem lässt sich sagen: Warum sollte Kleiner Rabe's angeblicher "Knabentraum" ausgerechnet einem Muster folgen, das 200 Jahre später sich im Laufe der UFO-Forschung als typisch herauskristallisieren sollte? Ausserdem erwähnte Kleiner Rabe dem Ethnologen Kohl gegenüber mit keiner Silbe, geschlafen und geträumt zu haben. Nein, geben wir es zu: diesem so bizarren und phantastischen Bericht eines hochbetagten Ojibwa-Indianers liegt ein reales Erlebnis zugrunde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Die Begegnung der Vierten Art des Ojibwa-Indianers Agabé-Gijik&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Während seines Aufenthaltes im Dorf der Ojibwa-Indianer im Jahr 1855 lernte der Ethnologe Kohl den alten Indianer Agabé-Gijik kennen, der dort eines Tages als Besucher auftauchte. Die Übersetzung des Namens dieses Ojibwa schrieb Kohl auf als "The End of the Projecting Cloud = Das Ende der Erhabenen Wolke", und der Länge des Namens wegen redete er in seinem Buch später vereinfachend von "Wolke". Dieser greise Indianer war wesentlich gesprächiger und leichter zugänglich als Kleiner Rabe.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295166312307923298" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 214px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXw1tL-6mWI/AAAAAAAAAdo/qdYPlbGXF8M/s320/ojibwa-Lake-Sault-Ste-Marie-Catlin-1836.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ojibwa-Indianer in Kanus&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Forscher Kohl nutzte den Aufenthalt von "Wolke" im Indianerdorf, um sich von ihm ein Erlebnis erzählen zu lassen, das dieser als 14-jähriger Knabe hatte. Beide Indianer - Kleiner Rabe und Wolke - waren nachweislich nicht voneinander beeinflusst und wussten sehr wahrscheinlich nicht einmal von der Tatsache, dass sie beide ein Erlebnis gehabt hatten, das einige erstaunliche Parallelen aufweist. Neben diesen Parallelen gibt es auch auffällige Unterschiede, auf die ich noch eingehen werde. Hören wir zuerst einmal, was dieser Indianer dem Ethnologen Kohl berichtet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wolke ging an eine einsame Stelle im Wald und machte sich ein Lager in einer hohen Rottanne. Der Indianerknabe wollte ein paar Tage fasten, um "seinen Traum" zu bekommen. Als Knabe ausgezogen, würde er dann als Mann ins Dorf zurückkehren und damit in einen neuen Lebensabschnitt eintreten. Doch was dann kam, war kein Traum, sondern ein ganz unerwartetes Zusammentreffen mit dem Unerklärlichen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In der Nacht, so erzählte Wolke dem aufmerksamen Zuhörer, "da vernahm ich auf einmal ein Rauschen und Wehen in den Zweigen. Es war, wie wenn ein schwerer Bär oder Elch durch die Büsche und Wälder bricht. Mich überfiel eine grosse Furcht. Ich dachte, es wären ihrer zu viele, eine ganze Menge, und ich wollte Anstalten zur Flucht machen. Der aber, welcher sich mir näherte, erriet meine Gedanken und sah meine Furcht schon von ferne, und er liess es daher, indem er ganz zu mir heranschwebte, gemacher und stiller angehen, und er liess sich sanft und mild auf die Zweige meines Baumes mir zu Häupten nieder."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auch hier haben wir es also mit einem heranschwebenden Wesen zu tun, das, ebenso wie bei Kleiner Rabe, unerwartet aus der Luft heraus auftaucht. Wolke beschrieb diese Gestalt nicht genauer, sprach Kohl gegenüber nur vage von einem "Geist". Auffallend ist hier die Erwähnung vom Rauschen und Wehen in den Zweigen bei der Annäherung des mysteriösen Wesens. Beides - das Geräusch beim Näherschweben zu Wolke sowie das An-der-Hand-fassen des Kleinen Raben durch eine fremdartige Gestalt - deutet auf ein materiell anwesendes und damit reales Wesen hin.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wolke erzählte weiter. "Daraufhin fing der Geist an, mit mir sich zu unterreden, und er fragte mich:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;'Fürchtest du dich, mein Sohn?'&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;'Nein', erwiderte ich, 'jetzt schon nicht mehr.'&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;'Warum bist du hier in diesem Baum?'&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;'Um zu fasten.'&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;'Warum fastest du?'&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;'Um Stärke zu erlangen und mein Leben zu wissen.'&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Geist: 'Das ist gut, denn es fällt trefflich mit dem zusammen, was eben jetzt anderswo für dich geschieht. Es steht ganz in Harmonie mit dem Auftrage, den ich an dich habe ... Ich bin beauftragt, dich einzuladen, damit du selber schaust und vernähmest. Komm, folge mir!'"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An dieser Stelle unterbrach Kohl den Redefluss des alten Indianers. Er fragte ihn: "Sprach der Geist dies laut?"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Über diese eingeworfene Frage ist dem Ethnologen jetzt nach mehr als hundert Jahren sicher jeder UFO-Forscher dankbar, denn die Antwort lässt jeden, der sich ein wenig mit dem UFO-Phänomen auskennt, aufhorchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wolke antwortete: "Nein. Es war auch keine gewöhnliche Unterhaltung; ich glaube auch nicht, dass ich laut sprach. Wir sahen uns beide gegenseitig ins Herz und errieten und erblickten unsere gegenseitigen Gedanken."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;An dieser Stelle sollte unbedingt erwähnt werden, dass auffallend viele unserer heutigen UFO-Zeugen aussagen, dass die fremden Wesen, mit denen sie konfrontiert wurden, mit ihnen kommunizierten. Dabei hatten sie aber keine Stimme gehört, sondern die Worte "in ihrem Kopf" vernommen. Ein Zeuge schilderte nach Angaben des UFO-Forschers Raymond E. Fowler die Art, sich mit den Fremden zu verständigen "fast so, als würde man etwas im eigenen Kopf denken." Andere Zeugen wiederum beschrieben es so: "Die Augen der Wesen sprachen mit mir ...", während andere Betroffene "wussten, was die Wesen denken." Ein Zeuge in Utah erläuterte diese Kommunikationsform mit den rätselhaften Gestalten auf folgende Weise: es sei ihm so vorgekommen, als hätten "die kleinen Wesen mit ihren Köpfen an mich gedacht." Betty Andreasson, eine der bekanntesten Entführten, sagte aus: "Sie sprechen mit mir, aber micht mit ihrem Mund."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Indianer Wolke beschrieb die gleiche Kommunikationsform also sehr einleuchtend und treffend, als er Kohl schilderte, er und der "Geist" hätten sich gegenseitig ins Herz geschaut und ihre Gedanken erblickt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die schon erwähnte Studie des Dr. Bullard über ca. 300 Entführungsfälle kam zu folgendem Ergebnis: "Von 124 Fällen mit Kommunikation schlossen 98 (79 %) Telepathie, Gedankenübertragung, ein, oder der Zeuge konnte die Wesen verstehen oder sie hören, ohne dass sich ihre Münder bewegten oder ohne eine offensichtliche Gehörleistung zu erbringen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch zurück zu Agabé-Gijik, dem Indianer Wolke, und dessen aussergewöhnlichem Erlebnis, das doch so aktuell wirkt. Was Fowler über das typische Zuammentreffen eines Betroffenen mit einem (oder mehreren) fremdartigen Wesen schreibt, könnte nicht besser zu Agabé-Gijik passen: Sobald sich Entführer und Entführungsopfer "gegenüberstehen, beginnt die erste Kommunikation. In manchen Fällen findet sie statt, wenn der Entführte mit den Ausserirdischen ausserhalb des Schiffes zusammentrifft. Ist das so, dann beruhigen die Ausserirdischen normalerweise den Zeugen und bitten ihn, ihnen zu folgen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Heute reden wir nicht mehr so selbstverständlich von "Ausserirdischen", da wir weniger denn je wissen, um wen es sich bei diesen Vertretern einer fremden Intelligenz handelt, die mit uns so nachhaltig Kontakt hält, doch das ändert nichts daran, dass sich bestimmte Ablaufmuster oft wiederholen bei zahlreichen voneinander unabhängigen Zeugen, und dies Muster zeigt sich auch bei Wolke:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ein fremdes Wesen schwebt herbei: erste Kontaktaufnahme, dann gleich die Kommunikation (in diesem Fall in der Art von Gedankenübertragung), dann das obligatorische Beruhigen des Zeugen, bei Kleiner Rabe durch ein "Fürchte dich nicht!", bei Wolke - vielleicht telepathisch bewirkt? -: "Fürchtest du dich, mein Sohn?" - "Nein, jetzt schon nicht mehr!". Und dann die Aufforderung, zu folgen. Wie alle anderen Entführungsopfer auch, gehorchte Wolke dieser Aufforderung. Er erzählte dem Ethnologen Kohl weiter:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Als er mir befahl, ihm zu folgen, erhob ich mich auch von meinem Lager, ohne mein Zutun und ohne meinen Willen, leicht und wie von selbst, wie ein Geist, der aus dem Grabe ersteht, und folgte ihm durch die Luft. Der Geist schwebte mir voran nach Osten, ich ihm nach. Obwohl wir in der Luft schwebten, so ging ich doch so sicher wie auf fester Erde, und es kam mir vor, als gingen wir einen hohen Berg hinan, immer höher und höher ostwärts."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese letzte Aussage ist mehr als mysteriös. Ein Schweben durch die Luft - und doch das Geühl als schreite (oder stehe?) man auf festem Boden - was könnte Wolke damit gemeint haben? Als sicher entnehmen wir dem Geschilderten nur, dass beide sich offensichtlich aufwärts, nach oben, fortbewegten, gleichzeitig in östlicher Richtung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was hier zutage tritt, ist wohl einmal mehr die ärgerliche "Grenze der Sprache". Man muss bedenken, dass für den Eindruck, den ein Geschehen auf einen Zeugen oder ein Entführungsopfer macht, sein Standort wesentlich ist. Damit gemeint ist in erster Linie sein geistiger Standort, sein Weltbild, sein Horizont von Denkmöglichkeiten, in dem er dieses Erlebnis wahrnimmt. Mit diesem geistigen Standpunkt hängt die Sprache, in der man lebt und sich ausdrückt, eng zusammen, also die Möglichkeit, Empfindungen auszudrücken, Eindrücke in Worte zu fassen und Wahrnehmungen zu deuten (z.B. ein grelles Licht als "Sonne" wie bei Kleiner Rabe), und diese somit in den Horizont der Welterfahrung, in der man lebt, einzuordnen. Unter diesem Aspekt ist auch mit Vorsicht an die Erzählung von Wolke heranzugehen. Wir sollten dies im Auge behalten bei der weiteren Schilderung seines Knabenerlebnisses.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Als wir nach langer Zeit auf dem Gipfel angekommen waren, fand ich daselbst einen Wigwam gebaut, in den wir eintraten", so fuhr der alte Indianer fort. Er sagte nicht, dass sie den Gipfel eines Berges erreichten, redete nur vom Ankommen auf einem Gipfel. Auf dem Gipfel von was? Wir wissen nur, dass beide in östlicher Richtung aufwärts geschwebt waren. Worauf war das, was Wolke als Wigwam deutete, gebaut? Fand er vielleicht ein in der Luft schwebendens Flugobjekt vor, das er nur aus seiner Sichtweise heraus als "Wigwam" interpretierte? Was es auch immer war, es hört sich nach einem massiven Objekt an, in das man hineingelangen kann. Lassen wir Wolke erzählen, was er dort vorfand und erlebte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Ich erkannte anfänglich nichts als einen weissen Stein, der in der Mitte des Wigwams lag. Als ich aber etwas schärfer blickte, sah ich vier Männer rund um den Stein herum sitzen. Sie luden mich ein, auf dem weissen Stein in ihrer Mitte Platz zu nehmen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was nun folgte, hört sich zwar recht bizarr und unglaublich an, doch müssen wir versuchen, den "Dingen hinter den Dingen" nachzuspüren. Der Indianerknabe hatte sich kaum auf diesem "weissen Stein" niedergelassen, als ihn ein sehr merkwürdiges Gefühl verwirrte. Zuerst glaubte er, der "Stein" unter ihm fange an, zu schwinden, und es kam ihm vor, als wolle er mitsamt dem Indianerknaben im Boden versinken. Das hört sich ganz danach an, als habe der Indianerknabe die Bewegung eines fliegenden Objektes am eigenen Leib zu spüren bekommen. Natürlich wissen wir nicht, ob diese Vermutung zutrifft, sie ist auf jeden Fall nicht auszuschliessen. Man erinnere sich an das Gefühl, das man in einem Fahrstuhl hat, wenn dieser fährt!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einer der Männer liess Wolke kurz aufstehen und bedeckte den "Stein" mit einer Art weissen Tuches (der Indianerknabe verglich es mit einer weissgegerbten Rehhaut).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Als ich mich nun wieder darauf niederliess, hielt er ganz fest wie ein Baum, und ich sass gut."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Und nun kam der alte Indianer zu einem Augenblick seines Erlebnisses, das einmal mehr vermuten lässt, dass er einen Flugstart erlebt haben könnte. "Einer der Viere nahm das Wort und gebot mir, hinab zu blicken. Als ich es tat, sah ich unter mir die ganze Erde, tief, tief und weit, weit vor mir ausgebreitet."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der gebannt lauschende Ethnologe warf eine Frage ein: "Schien sie dir rund?"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wolke antwortete. "Nein, sie hatte vier Zipfel."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das ist freilich eine aussergewöhnliche Antwort - es sei denn, Wolke habe durch einen viereckigen Sichtschirm oder auf einen Monitor geschaut, auf dem der Blick nach unten auf die Erde erschien. Andererseits wissen wir, dass viele Indianerstämme die Erde viereckig darstellten, und diese Anschauung mag später die Erzählung des Indianers beeinflusst haben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wolke war nun, genau wie Kleiner Rabe, ein Blick auf den Sternenhimmel vergönnt: "Alsdann nahm ein anderer der Viere das Wort und befahl mir, aufzublicken. Ich sah empor und sah den ganzen Himmel über mir, ganz nahe. Es war eine entzückende Pracht und herrlich anzuschauen. Ich blickte lange, lange hinauf und vergass fast, wo ich war."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine der vier Personen befahl nun dem Indianerknaben, emporzusteigen. Er wies auf die Lehne des harten Sitzes hinter Wolke, und dieser sah verblüfft, dass diese gewachsen war und sich unermesslich in die Höhe ausgedehnt hatte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Es waren Absätze darin", berichtete er, "und ich konnte auf ihnen wie auf einer Leiter emporsteigen. Ich erhob mich klimmend und kletternd immer höher, höher und höher, und endlich kam ich zu einem Platze, wo rund um die Säule herum vier weissgekleidete Greise in freier Luft sassen. Eine blendend glänzende Kuppel wölbte sich über ihnen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Indianerknabe fühlte sich merkwürdig "leicht" und wäre am liebsten immer höher und höher geklettert. Die vier in freier Luft schwebenden Gestalten belehrten nun Wolke über seine Zukunft, prophezeiten ihm, ein tüchtiger Jäger zu werden, sowie ein langes Leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;"Ich stieg dann schnell wieder an meiner langen steinernen Leiter hinab", fuhr Wolke fort. "Ich musste mich aber tüchtig dazu halten, denn ich bemerkte, dass sie unter meinen Füssen zu schwinden anfing, und schnell, wie ein Eiszapfen neben dem Feuer wegschmolz. Als ich unten wieder auf meinem Steinsitze sass, hatte derselbe seine früheren Dimensionen wieder angenommen."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dies alles hört sich überraschend logisch an, wenn man voraussetzt, dass der Indianerknabe sich an Bord eines Flugobjektes befand, dem Flugobjekt einer überlegenen fremden Intelligenz. Diese merkwürdig wachsende harte Leiter, das Sich-Leicht-Fühlen des Knaben, die in freier Luft schwebenden Gestalten und die wieder zusammenschrumpfende Leiter: das alles hört sich nach einem gut beobachteten und getreu im Gedächtnis aufbewahrten realen Erlebnis an. Für diese merkwürdige Leiter möchte man am ehesten eine technologische Interpretation vorschlagen. Wir haben hier ein typisches Entführungserlebnis vor uns, das eher in unsere heutige Zeit zu passen scheint, als ins 18. Jahrhundert! Und doch liegt es so weit zurück!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieser Fall hält noch ein überraschendes Ende für uns bereit. Über seine Rückkehr erzählte Wolke kurz und bündig: "Ich liess mich in mein Nest oder Lager auf der roten Tanne hinab. Ich fand, dass drei Tage darüber vergangen waren."&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Sein erzähltes Erlebnis füllt nun aber keine drei Tage aus! Hier haben wir es mit einer typischen Entführungs-Begleiterscheinung zu tun: der verlorenen Zeit. Rätselhafte Zeitlücken im Erleben der Entführten heutigen Tages gehören beinabe schon zur Tagesordnung. Dr. Jacobs zählt das Motiv der "missing time" zu den schon erwähnten Post-Abduction-Symptomen (PAS). Heute vermögen wir durch Hypnose-Rückführung das Geheimnis um manche Zeitlücke bei UFO-Entführungsopfern zu lösen, doch bei dem Indianerknaben Wolke tappen wir völlig im Dunkeln. Woran bemerkte er überhaupt, dass drei Tage vergangen waren? Kohl erwähnt in seinem Buch nichts davon.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Was jedoch auf den ersten Blick im Vergleich mit den modernen Entführungen bei Kleiner Rabe und Wolke fehlt, ist die Sichtung eines fliegenden Objektes durch den Zeugen. Ob sich hinter dem "Wigwam", zu dem aufwärts Wolke mit dem fremden Wesen schwebte, und hinter dem lichtstrahlenden Raum, in den Kleiner Rabe hineingelangte, jeweils ein unbekanntes Flugobjekt verbirgt, können wir nicht wissen. Zu unserem Bedauern konnte freilich der Ethnologe Kohl damals nicht ahnen, welche Zwischenfragen wir gerne von ihm gestellt gehabt hätten - wir würden heute Kleiner Rabe und Wolke mit einer ganzen Reihe von Fragen bombadieren, die bedauerlicherweise für immer unbeantwortet bleiben müssen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Schwebende Kanoes und Lichtkegel als "Pfad nach oben": die Erlebnisse von Runder Wind und Kleine Fichte&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;Um mehr über Land und Leute zu erfahren, verliess Kohl das Ojibwa-Dorf und reiste, in Begleitung einiger Indianer und seines Dolmetschers, in die Wohngebiete der benachbarten Sious-Indianer. Dort lernte er den Sioux Runder Wind kennen, der ihm - nachdem ein beiderseitiges Vertrauensverhältnis hergestellt war - etwas Aussergewöhnliches mitzuteilen bereit war. Was Runder Wind etwa zwanzig Jahre zuvor (also ca. 1835) erlebt hatte, liess ihn nie wieder los, und er schnitzte Details seines Erlebnisses in einfachen Bildern auf seine Pfeife, die er stolz dem fremden Bleichgesicht vorführte. Und dann erzählte er...&lt;br /&gt;       Eines Tages betrat Runder Wind ein merkwürdiges Gebäude, er glaubte, es sei eine Art Medizin-Wigwam oder ein Tempel. Erstaunt erblickte er ringsherum im Raum viele alte, weise Männer sitzen. Runder Wind stellte sich vor, es handele sich um Krieger und Häuptlinge aus uralten Zeiten. Die Gestalten hiessen den Indianer willkommen und baten ihn, neben einem grossen merkwürdigen Stein in der Mitte des Raumes Platz zu nehmen, auf seiner mitgeführten Trommel zu rühren und zur Ehre des Grossen Geistes zu singen. Runder Wind sah in diesem Raum etwas wie einen grossen Baum stehen, darüber eine "grosse Friedenspfeife mit Federn geschmückt".&lt;br /&gt;       Bis hierher eine ganz harmlose, alltägliche Geschichte, so könnte man meinen. Doch was dann geschah, war alles andere als alltäglich.&lt;br /&gt;       Während Runder Wind im Kreise dieser alten fremden Männer sass, sah er durch die Öffnung des "Wigwams" von weitem etwas Seltsames durch die Lüfte heranschweben. Zuerst konnte er gar nicht erkennen, um was für ein Objekt es sich da handelte, allmählich aber kam er zu der Überzeugung, es müssten wohl zwei Kanus sein, denn eine andere Vergleichsmöglichkeit hatte er nicht. Das Verblüffendste aber war, dass sie über dem Boden in der freien Luft dahinschwebten - so etwas hatte Runder Wind noch niemals zuvor gesehen. Als die beiden Objekte näher gekommen waren, erkannte der Indianer in beiden je zwei Gestalten mit schwarzen Gesichtern. Die beiden fliegenden Objekte kamen ganz nahe bis zum Eingang des "Medizin-Wigwams" schwebend heran, und dann sah Runder Wind, wie sich plötzlich der Boden unter den Flugobjekten in einem breiten Loch auftat und spaltete. Die beiden seltsamen Kanus schwebten hinab in die Öffnung, die sich gleich darauf wieder über ihnen schloss, und Runder Wind stellte verwirrt fest, dass der Boden die Flugkanus vor seinen Augen verschlungen hatte.&lt;br /&gt;       Und dann ein neuer Schreck: einen Augenblick später war Runder Wind allein - der seltsame "Medizin-Wigwam" mitsamt seinen Insassen war spurlos verschwunden, wie niemals dagewesen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295166304627904066" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 250px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXw1svX2zkI/AAAAAAAAAdQ/N8M38MUvOdw/s320/Zeichnung-Runder-Wind.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;                        Die Zeichnung des Indianers Runder Wind: oben die schwebenden Kanus, unten der Medizin-Wigwam und in der Mitte das Loch, in das die schwebenden Objekte hineinflogen (Nachzeichnun von J. A. Kohl 1855)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für den Ethnologen Kohl war es gar keine Frage: selbstverständlich konnte dieses Erlebnis des Sioux-Indianers nur ein "Traumbild" gewesen sein! So leicht machen wir es uns heute nicht mehr. Gegen die Deutung des Geschehens als Traum spricht folgendes: Runder Wind hatte - wie jeder Mensch - unzählige Träume durchlebt im Laufe seines Lebens. Aber nur dieses eine Erlebnis erschien ihm derart aussergewöhnlich, dass er es auf seiner Pfeife verewigte. Keinen seiner Träume, nur diese Begebenheit stellte in Bildern dar. Mit keiner Silbe erwähnte Runder Wind, dass er vor Beginn seines Erlebnisses eingeschlafen sei.&lt;br /&gt;       Merkwürdig ist in der Tat das abrupte Ende dieses Geschehens. Kohl drückte es - aus seiner damaligen Sichtweise heraus - so aus: "Gleich darauf ist das ganze Traumbild zerronnen."&lt;br /&gt;       Doch gibt es - betrachtet man das Ganze aus dem Blickwinkel der modernen UFO-Forschung - auch ganz andere Erklärungen. Auch heute passiert es vielen Entführungsopfern, dass sie sich plötzlich am Ausgangsort ihres Erlebnisses wiederfinden, ohne zu wissen, wie sie dort hingekommen sind. Thomas E. Bullard spricht von der sog. "Tür-Amnesie" und kennt Fälle, bei denen Zeugen einer Begegnung der Vierten Art einen Blackout erlebten beim Betreten oder Verlassen eines Unbekannten Flugobjektes oder einer mysteriösen fremdartigen Örtlichkeit. Hier kommt wieder der Aspekt der schon erwähnten "missing time" zum Vorschein.&lt;br /&gt;       Könnte es nicht bei Runder Wind auch so gewesen sein? Er wusste anscheinend nicht, wie er in diesen fremden "Medizin-Wigwam" geriet und ebensowenig, wie er ihn wieder verliess. Gegen die Deutung als Traum spricht noch folgendes: Ein Indianer, der von fliegenden Dingen träumt, träumt eher von Adlern, Vögeln und Dingen aus seinem kulturellen Umkreis - kurz, von Dingen, die ihm aus seinem Alltag und aus seinem Weltbild heraus vertraut sind. Sicher gibt es wie in jedem Traum bizarre und unlogische Elemente - doch ein Indianer, der von schwebenden Kanus "träumt", die in eine sich öffnende und schliessende Bodenöffnung fliegen - das fällt aus der Rolle. Erst recht, wenn dies gar kein Traum war! Wir dürfen uns mit Recht fragen: Hatte Runder Wind eine Sichtung unbekannter Flugobjekte, verknüpft mit einer Begegnung der nahen Art? Wir sollten diese Frage nicht vorschnell mit Nein beantworten.&lt;br /&gt;       Das besondere an den Fällen "Kleiner Rabe", "Wolke" und "Runder Wind" ist die Tatsache, dass sie auf dem Bericht aus erster Hand beruhen. Kohl sprach mit den Zeugen der Erlebnisse  persönlich. Wir haben es also nicht mit lange überlieferten Indianermythen zu tun. Selbst wenn man dem französischen Dolmetscher, der Kohl begleitete, einige ungewollte Übersetzungsfehler zugesteht, so haben wir es doch mit authentischen Berichten zu tun, die nicht erst von Generation zu Generation weitergereicht wurden. Bereits vier Jahre nach Kohls Aufenthalt am Oberen See und den angrenzenden Gebieten erschien sein Buch, in dem er seine sorgfältig aufgeschriebenen Forschungsergebnisse sowie diese Indianer-Berichte veröffentlichte. Man kann diesem Ethnologen nur dankbar sein, dass er sich ausser für Hüttenbau, Nahrungsversorgung, Kleidung, Sprachen, handwerkliches Können der Indianer usw. auch noch für deren aussergewöhnliche persönliche Erlebnisse interessierte. Das bedeutet für uns wertvolle "First-hand-Berichte"!&lt;br /&gt;       Kehren wir noch einmal zurück zum Lac du Flambeau. Einige Ojibwa-Indianer zeigten Kohl eines Tages das Grab eines grossen, weit berühmten Häuptlings namens Schinguakongse - Kleine Fichte. Kleine Fichte war der Sohn einer Ojibwa-Indianerin und eines schottischen Offiziers, und  Kohl hatte das Glück, einige der Nachkommen dieses Indianerhäuptlings kennenzulernen. Stolz erzählten sie Episoden aus dem Leben des berühmten Vorfahren, und eines dieser Erlebnisse geht zurück in die Zeit, als Kleine Fichte ein Knabe von ca. zehn Jahren war. Wir können nur vermuten, dass sich dies Ereignis, um das es hier geht, möglicherweise um Jahrzehnte früher abspielte, als die aufsehenerregenden Erlebnisse von Kleiner Rabe und Wolke, denn die Siedlung am Lac du Flambeau wurde schon kurz nach 1745 errichtet. Folgendes erfuhr Kohl von den Nachkommen des Indianerhäuptlings:&lt;br /&gt;       &lt;em&gt;Es ist eine kalte, stürmische Winternacht. Der Wind braust mit Macht ums Lager, und Kleine Fichte liegt frierend und zitternd in der mütterlichen Hütte. Plötzlich hat er das Gefühl, als spräche eine sanfte, liebe Stimme zu ihm. Er schaut sich ängstlich in der Hütte um, kann jedoch niemanden erblicken. Ihm wird ganz mulmig zumute.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;        "Du armer Schinguakongse", wispert die sanfte Stimme ihm zu, "du bist elend! Komm zu mir!"&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;&lt;em&gt;       Wieder schaut Kleine Fichte sich ängstlich um, kann aber den Verursacher dieser rätselhaften Stimme nirgends entdecken. In diesem Moment erschrickt der Indianerknabe zutiefst. Er gewahrt eine Art leuchtenden Lichtpfad, der bei seiner Lagerstatt beginnt und aus dem Hütteneingang hinausführt - schräg nach oben in die Luft hinauf. Eine innere Stimme sagt ihm, dass dies der Weg sei, den er wandeln solle. Wie unter Zwang erhebt sich der Indianerknabe und bemerkt, wie er in diesem leuchtenden Lichtkegel immer höher und höher hinaufschwebt. Hoch oben, im luftigen Himmel, entdeckt Kleine Fichte nun eine Art "Haus", wo ihn eine menschliche Gestalt, gekleidet in ein weisses Gewand, erwartet.&lt;/em&gt;&lt;br /&gt;       Was dort mit ihm geschah, davon wissen seine Nachkommen nur noch zu berichten, dass diese Gestalt dem Knaben "Bilder" zeigte, Szenen, auf denen Zelte, Menschen, Reiter, Krieger und Kämpfer zu sehen waren. Dann belehrte die fremde Gestalt den Knaben über seine Zukunft und prophezeite ihm, dass er ein grosser Held werden würde. Danach sei Kleine Fichte wieder diesen schwebenden, leuchtenden Lichtpfad "hinabgestiegen" und in der Hütte auf seinem Lager gelandet. In diesem Moment sei der leuchtende Lichtkegel spurlos verschwunden - und Kleine Fichte glaubte, dies alles nur geträumt zu haben. Wie sonst sollte er sich dies aussergewöhnliche und mysteriöse Erlebnis erklären?&lt;br /&gt;       Kleine Fichte wäre sicher sehr erstaunt - und getröstet? - gewesen, wenn er geahnt hätte, dass sein Hinaufschweben auf einem "leuchtenden Pfad" zu einem unbekannten, im Himmel schwebenden Objekt einige hundert Jahre später zu DEN typischen Details gehören sollte bei den modernen UFO-Entführungen.&lt;br /&gt;       Solch ein "leuchtender Pfad" - ein Lichtstrahl oder Lichtkegel - ist ein äusserst rätselhaftes Phänomen, gestern wie heute. In zeitgenössischen Berichten unserer Entführungsopfer und Zeugen werden immer wieder folgende Eigenschaften eines solchen Lichtkegels geschildert:&lt;br /&gt;&lt;ul&gt;&lt;li&gt;es dient als eine Art "Aufzug"&lt;/li&gt;&lt;li&gt;es wurde beobachtet, wie ein fremdes Wesen (oder mehrere) darin hinauf- oder hinabschwebten oder beides&lt;/li&gt;&lt;li&gt;es wurde beobachtet, wie Objekte darin hochgehoben oder wie Betroffene darin hochgehoben wurden&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Zeugen erlebten, innerhalb eines Lichtkegels hinaus und / oder hinab zu schweben, allein oder in Begleitung eines oder mehrerer fremder Wesen&lt;/li&gt;&lt;li&gt;Zeugen erlebten, wie sie ein Lichtkegel niederpresse oder verletzte oder lähmte&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;p&gt;Auch in der schon mehrmals erwähnten Studie über ca. 300 Entführungsfälle des Dr. Bullard wird Stellung genommen zu diesem interssanten Aspekt des UFO-Phänomens: "Wie Lichtstrahlen ... in Beziehung zum Schiff stehen, bleibt schleierhaft, aber ihre Bedeutung ist bei der Entführung klar. In 61 Fällen berichteten die Zeugen, dass ein Licht sie im Auto oder im Schlafzimmer traf, oder sie von Licht überschüttet wurden. Dieses Licht kann direkt vom Schiff oder von einem Wesen ausgehen ... Die übliche Position des Lichtvorfalls ist am Anfang der Geschichte während der Gefangennahme anzusiedeln, wo ein Strahl die Aufgabe hat, dem Zeugen seine mentale und physische Freiheit zu nehmen."&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Die Studie weist dann ausdrücklich darauf hin, dass sich in vielen Fällen mit dem Lichtstrahl oder -kegel eine Art ziehende Kraft verbindet, die den Zeugen hinauf zu einem Objekt schweben lässt.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;So und nicht anders geschah dies ja auch bei dem Indianerknaben Kleine Fichte. Was Dr. Johannes Fiebag in seinem Artikel "Erstkontakt" schreibt, könnte nicht besser zum Fall Kleine Fichte passen: "Plötzlich im Zimmer auftretende unerklärliche Lichter, die sich von draussen herein bewegen, sind ein geläufiges Sekundärphänomen, das in der Regel den Beginn oder das Ende eines Entführungserlebnisses anzeigt."&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Erinnern wir uns: Während ein wesenlose fremde Stimme zu Kleine Fichte spricht, leuchtet plötzlich ein "leuchtender Pfad" von oben herab hinein in die Indianerhütte bis ans Lager des Knaben. Dieser schwebt daraufhin aufwärts zu einem Objekt, hat dort die Begegnung mit einem Wesen, verknüpft mit einer "Bildershow" und einer Zukunftsprognose, und zum Schluss schwebt der Knabe wieder im Lichtkegel herab - und ist wieder auf seinem Lager, der "leuchtende Pfad" aber ist verschwunden.&lt;/p&gt;&lt;p&gt;Solch ein Szenario könnte ebensogut gerade eben in unserer Zeit geschehen sein, tauscht man die Indianerhütte mit einem modernen Haus aus. Bei all diesen frühen Fällen - die Entführung von Kleiner Rabe, Wolke, Kleine Fichte sowie die Sichtungen fliegender Objekte durch Runder Wind - sind die Parallelen zu den heutigen Entführungsfällen unübersehbar und überzeugend. Begegnungen der Vierten Art gab es bereits vor ca. 200 Jahren, und sehr wahrscheinlich noch viel früher. Alle hier geschilderten Fälle tragen sich auffallenderweise zwar in einem begrenzten Gebiet innerhalb der kanadischen Seenplatte zu und in einem begrenzten Zeitraum - 18. / 19. Jh. -, doch könnte es viele weitere Fälle ähnlich diesen geben, von denen wir gar nichts wissen, weil nicht allerorten ein Ethnologe wie J.A. Kohl durch seine positive Neugier den Indianern gegenüber durch Zufall solche Erlebnisse hören, aufschreiben und veröffentlichen konnte. &lt;/p&gt;&lt;p&gt;Eine uns jedoch bekannte Parallele ist der Fall Schwarzer Hirsch - Black Elk -, eines Sioux-Ogallala-Indianers, der als Knabe mehrere Entführung-Erlebnisse hatte, bei denen er von schwebenden humanoiden Wesen kontaktiert wurde und dann einen Flug mit einer "Wolke" machte. &lt;/p&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXw2HjeuAFI/AAAAAAAAAeo/uh4g6gIrluE/s1600-h/blackelk.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295166765291929682" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 197px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXw2HjeuAFI/AAAAAAAAAeo/uh4g6gIrluE/s320/blackelk.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;                                                                      Black Elk&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXw2HpI3OPI/AAAAAAAAAeg/eeGTFxhP758/s1600-h/Black-Elk-Rainbow.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295166766810872050" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 262px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXw2HpI3OPI/AAAAAAAAAeg/eeGTFxhP758/s320/Black-Elk-Rainbow.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;                                        Black Elk besucht eine "Hütte" droben im Himmel&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXw18dGJndI/AAAAAAAAAeY/XX8BES_gTlM/s1600-h/Black-Elk-Wolke.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5295166574599708114" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 304px; CURSOR: hand; HEIGHT: 265px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXw18dGJndI/AAAAAAAAAeY/XX8BES_gTlM/s320/Black-Elk-Wolke.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;                                     Black Elk wird auf einer "Wolke" in den Himmel getragen&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Hier ist uns sogar das genaue Datum bekannt: 1868 - im Alter von fünf Jahren - hatte er seine erste Nahbegegnung, und 1872 erlebte er seinen "Wolkenflug". Black Elk erzählte später einem Weissen, John Neihardt, seine Geschichte, der sie später veröffentlichte. Wie viele derartige Fälle mag es noch geben, von denen wir bislang noch nichts wissen? Hier lohnt eine Spurensuche unter dem Blickwinkel der UFO-Forschung allemal!&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Literatur:&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Bullard, Thomas E.: UFO Abductions: The Measure of a Mystery. Mound Rainier 1987&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Fiebag, Johannes: Erstkontakt. In: New Scientific Times, Nr. 2, Langenthal 1996&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Kohl, Johann Georg: Kitschi-Gami oder Erzählungen vom Oberen See. Bremen 1859&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Neihardt, John G.: Schwarzer Hirsch: Ich rufe mein Volk. München 1962&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Stöcklin, Nando: Geschichte der Ojibwa. In: Magazin für Amerikanistik, Nr. 3, Wyk 1998&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3103061706587093301-4596884880962906810?l=ermel-nordamerika.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/feeds/4596884880962906810/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/entfhrungsflle-vor-200-jahren.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/4596884880962906810'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/4596884880962906810'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/entfhrungsflle-vor-200-jahren.html' title='Entführungsfälle vor 200 Jahren'/><author><name>Gisela Ermel</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11618136212607057394</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='29' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SUJU_sI2-nI/AAAAAAAAAAY/M_PytAdXCzA/S220/Gix-2007.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXw18VT3UEI/AAAAAAAAAeQ/66SsiM2ulyw/s72-c/Jgkohl.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3103061706587093301.post-8863816057408300858</id><published>2009-01-24T01:32:00.001-08:00</published><updated>2009-01-24T09:04:43.435-08:00</updated><title type='text'>Der Sternenkult der Skidi-Indianer</title><content type='html'>Gisela Ermel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Ausserirdische Besucher und ihre Sternenkarte&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In: Sagenhafte Zeiten, Nr. 5, Beatenberg 2001&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Skidi sind einer der vielen Pawnee-Stämme, die in historischen Zeiten die Grasprärien und Plains von Kansas und Nebraska bewohnten. Inmitten der sie umgebenden Sioux, Oto, Omaha, Arapaho und Cheyenne waren die Pawnee das einzige der so genannten Caddo-Völker; doch das ist es nicht, was sie so einzigartig macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294791693702300402" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 252px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXrg_g7QgvI/AAAAAAAAAdI/FEZ3rdwzwyM/s320/pawnee-Indians.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Religion der Sterne&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dieses Indianervolk war geradezu besessen vom Sternenhimmel, besonders die Gruppe der Skidi, die von den Ethnologen inzwischen gerne als die Astronomen unter den Pawnee bezeichnet werden. Diese Indianer praktizierten eine stark ausgeprägte Stellarreligion, einen Sternenkult, wie man ihn bei keinem anderen Stamm in Nordamerika findet. Nicht nur ihre Religion, auch ihr soziales und politisches Leben drehte sich um eine Anzahl besonderer Sterne und Sterngruppen. Die Tatsache, dass die Position der Sterne bis in die jüngste Vergangenheit hinein einen den Stammesalltag kontrollierenden Einfluss ausübte, deutet darauf hin, dass wir es hier mit den Spuren eines uralten und verwurzelten Kultes zu tun haben. Denn viele Bedeutungen der einzelnen Sterne oder der genauen Positionen am Himmel waren bereits verloren, als die Europäer begannen, in das Pawnee-Stammesgebiet vorzudringen, und lange bevor Ethnologen anfingen, sich für diese Sternenreligion zu interessieren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für das Verständnis der Sternenreligion der Skidi ist es unerlässlich, einen Blick in ihre Mythologie zu werfen:&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Einst gab Hochgott Tirawa den Auftrag an verschiedene Sternenwesen, Erde und Sonne für die Besiedlung durch Lebewesen vorzubereiten. Morgen- und Abendstern spielten bei diesen Aufgaben Hauptrollen, nach deren Abschluss ein menschliches Mädchen auf eine "Wolke" gesetzt und zur Erde gesandt wurde. Mitgegeben wurde dem Mädchen Getreidesamen aus dem himmlischen Garten im Westen des Universums, den sie auf der Erde anpflanzen sollte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Etwas später wurde ein Junge - ein Sohn von Sonne und Mond - ebenfalls zur Erde gesandt. Von diesen beiden, davon sind die Pawnee überzeugt, stammen die Erdenmenschen ab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Grundidee der Skidi-Vorstellung, dass die ersten Menschen aus dem Himmel herstammten, ist auch zahlreichen anderen Völkern rund um den Erdball bekannt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die ersten Menschen fingen an, sich zu vermehren. Eines Tages entdeckten sie, dass es ausser ihnen noch eine andere bisher unbekannte Menschengruppe gab, die ebenfalls behauptete, ihre Existenz Sternenwesen zu verdanken.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einer Traumvision erfuhr Erster Mann, der als Sohn von Sonne und Mond zur Erde geschickt worden war: Dies sind die Geschöpfe anderer Sternengötter, denen man ebenfalls verschiedene Saatkörner anvertraut habe. Beide Gruppen sollten sich nun versammeln; alle Fremden sollten eingeladen werden, ihre Sternengötter hätten sie bereits darüber informiert, und dann werde eine grosse und umfassende Zeremonie abgehalten, die viele Tage lang andauern werde, und während der Tirawas Schöpfung von Himmel und Erde, Menschen und Tieren nachgespielt werden sollte. Auch diene diese Zeremonie dazu, die Menschen die einzelnen Positionen der Sterne und Sternengötter im Himmel zu lehren, ihnen zu zeigen, wie sie ihre Siedlungen nach den Stellungen besonderer Sterne am Himmel anzulegen hätten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Zeremonie fand in der uralten Zeit statt, als es noch eine direkte Verbindung zwischen Himmel und Erde gab, so die Pawnee.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Bis in die Zeit hinein, als man die Pawnee nach Oklahoma abschob (1886), lagen sämtliche Skidi-Dörfer an Positionen, die bestimmten Sternen am Himmel entsprachen. Jede Siedlung hatte ihren eigenen Stern, ein diesem Stern gehöriges "Heiliges Bündel" und eigene Riten, die sie von ihrem Sternengott erhalten haben wollen. Es gab vier Siedlungen, die Leitdörfer, die die Sterne der vier Weltallquadranten repräsentierten. Im Westen lag das Abendsterndorf und weitere Siedlungen mit Zugehörigkeit zu Sternen, deren Identifikation bis heute unklar ist, weil viele der alten Siedlungsnamen für immer verloren gingen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Für ein historisches nordamerikanisches Indianervolk ist es absolut einmalig, dass die örtliche Lage sämtlicher Siedlungen von astronomischen Regeln vorgegeben war: durch die Position bestimmter Sterne am Himmel. Eine Pawnee-Mythe berichtet, dass einst Wesen dieser Sterne herab zur Erde kamen. Ihre Aufenthaltsorte legten sie genau nach der Anordnung "ihrer" Sterne am Himmel an, und bis in die jüngste Vergangenheit hinein wurde diese Ordnung von den Skidi peinlich genau imitiert. Archäologische Forschungen ergaben, dass es wahrscheinlich 18 Siedlungen gab, von denen sich dann zu einem späteren Zeitpunkt die vier Leitdörfer zu einer Siedlung zusammenschlossen: Old Village.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294791697522893058" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 240px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXrg_vKKIQI/AAAAAAAAAdA/ElrLuQLNTQs/s320/pawnee.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eingang in eine Erdhütte der Skidi-Indianer&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Sternenkult der Skidi zeigte sich auch in der Konstruktion ihrer Erdhütten. Kein Teil dieser Bauten war ohne astronomischen Bezug. Der Eintritt in die Behausung imitierte den Aufgang der Sonne - bei einer streng ostwestlichen Ausrichtung der Hütte. Die runde Kuppel stellte den Sternenhimmel dar, und jeder Pfosten repräsentierte einen bestimmten Stern usw.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294791481303079522" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 190px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXrgzJrVmmI/AAAAAAAAAcw/cEG0Uy3EWyk/s320/PawneeHome-Lower-Loup.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erdhütte der Skidi am Lower Loup, Foto von 1871&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Frühzeitliche Astronomen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das Skidi-Erdhaus stellte sozusagen ein Universum im Universum dar, eine Miniatur gewissermassen der grossen Welt. Gleichzeitig diente jede dieser Erdhütten als einfaches Observatorium. Himmelsbeobachtungen konnten sowohl durch den Eingang als auch durch das Rauchloch im Zentrum der Kuppel gemacht werden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXrg_qizJyI/AAAAAAAAAc4/Zr-_ySss4Xg/s1600-h/ErdhÃ¼tte-Skidi-Rauchloch.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294791696284067618" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 217px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXrg_qizJyI/AAAAAAAAAc4/Zr-_ySss4Xg/s320/Erdh%C3%BCtte-Skidi-Rauchloch.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Skidi-Priester bei der Sternbeobachtung durch das Rauchloch einer Erdhütte&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Platzierte sich ein Skidi an verschiedenen Stellen innerhalb der Hütte, so konnte er bestimmte astronomische Objekte observieren. Die wichtigste Aufgabe der Priester war es, die Position bestimmter Sterne festzustellen sowie ihren ersten Aufgang nach Sonnenuntergang bzw. vor der Morgendämmerung zu beobachten. Dies diente nicht nur zum Bestimmen der Zeiten für religiöse Zeremonien, sondern auch profanen Dingen wie Aussaat, Jagd- und Erntezeiten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Sternenbeobachtung gehörte in den Skidi-Hütten zur täglichen Routine. Jeder Tag begann und endete mit der Himmelsbeobachtung. Frühe Beschreibungen von Siedlungen zeigen, dass die Hütten so gruppiert waren, dass sie eventuell der Observation verschiedener Himmelsobjekte vorangig dienten. Hier gab es "Heilige Bündel" spezieller Sterne, und man kann vermuten, dass in diesen Hütten die dazugehörigen Sterne bevorzugt beobachtet wurden.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nicht nur mündliche Tradition, auch archäologische Belege, wie sie von Waldo Wedel vorgelegt wurden, bestätigen Punkt für Punkt die astronomische Weltsicht der Indianer. Erdhütten aus der Zeit, in der die Skidi am Lower Loup siedelten (ab 1550), zeigen die Sternensymbolik noch viel deutlicher als Erdhütten aus dem 19. Jahrhundert. Bei Ausgrabungen förderte das archäologische Team vier Weltallquadrant-Pfosten zutage und stellte einwandfrei die einstmalige Ausrichtung dieser Hütten mit der Öffnung nach Osten fest.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Ethnologe Melvin Gilmore schrieb 1930, dass die Arikara sehr ähnliche Erdhütten und Dörfer mit gleicher Symbolik gehabt hätten. Daraus kann man mit grosser Sicherheit schliessen, dass diese kosmische Anordnung von Siedlungen und einzelnen Hütten uralt ist, denn die Arikara - auch Missouri-Pawnee genannt - spalteten sich schon sehr früh von den Pawnee ab, um weiter nach Norden zu ziehen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Geheimnis um eine Sternenkarte&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;1906 erhielt das Field Museum of Natural History in Chicago ein merkwürdiges und rätselhaftes Artefakt: ein ovales Stück Hirschleder, bemalt mit zahlreichen vierstrahligen Sternen und Punkten in verschiedener Grösse. Dieser inzwischen als einzigartige Sternenkarte identifizierte Gegenstand befand sich im Besitz von James R. Murie, einem Skidi-Halbblut mit schottischem Vater und Skidi-Mutter (1862 - 1923), der zwar unter den Weissen aufgewachsen war, dann in einer Bank arbeitete, später aber für das Büro für Amerikanische Ethnologie tätig wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXrgzO5mr8I/AAAAAAAAAco/qNFLE9KwzyE/s1600-h/skidi-star-map.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294791482705096642" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 228px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXrgzO5mr8I/AAAAAAAAAco/qNFLE9KwzyE/s320/skidi-star-map.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Die Sternenkarte der Skidi-Indianer&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Murie, der begonnen hatte, sich für sein indianische Erbe, für Religion und Mythologie besonders der Skidi zu interessieren, besuchte immer wieder diese Indianer, durfte bei Zeremonien anwesend sein und erfuhr dann von dem Skidi Lone Chief, dass es eine mit Sternen bemalte Tierhaut gebe. Es gelang Murie, das Vertrauen der Skidi zu gewinnen, und sie zeigten ihm bereitwillig das "Heilige Bündel", in dem u.a. diese Sternenkarte aufbewahrt wurde. Aus Freude über sein grosses Interesse an ihrer Kultur und mit dem Hintergedanken, dieses wichtige Kultobjekt für spätere Generationen zu bewahren, veräusserten die Skidi das gesamte "Big Black Meteoric Star Bundle" an Murie mitsamt Sternenkarte, und Murie gab alles weiter an das Field Museum.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Was wissen wir über diese Sternenkarte? Zunächst einmal handelt es sich um ein Stück Wapiti-Hirschhaut, ca. 56 mal 38 cm gross. Auf die ehemalige Haarseite gemalt, findet man Sterne und Sterngruppen in verschiedenen Grössen. Das Alter der Sternenkarte ist unklar, doch wurde sie wahrscheinlich im 16. Jahrhundert gezeichnet und in einem "Heiligen Bündel" zusammen mit einem vermeintlichen Meteoriten und anderen Gegenständen aufbewahrt.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Der Skidi Running Scout erzählte Murie über die Herkunft der Sternenkarte eine äusserst interessante Mythe: &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Einst besuchte Big Black Meteoric Star einen jungen Pawnee auf der Erde und nahm ihn mit hinauf in den Himmel an eine Stelle, wo ein "Stern" schwebte. Nach der Rückkehr zur Erde träumte der junge Indianer eines Nachts, dass dieses Sternenwesen ihm von einem Objekt auf einem bestimmten Hügel Kenntnis gab und ihm auftrug, dieses zu suchen und zu holen. Am nächsten Tag ging der junge Pawnee zu dem Hügel und fand dort ein Bündel, in dem sich eine Messingscheibe und die Sternenkarte befanden.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Über die Besitzverhältnisse dieses heiligen Artefaktes erfuhr Murie: Jedes Jahr habe man im Frühjahr und im Herbst ein Wettrennen veranstaltet von einer Erdhütte zum Fluss. Der schnellste Renner bekam die Karte, und die ganze Veranstaltung schloss mit einer "Grossen Waschzeremonie".&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Der Zustand der Sternenkarte bei Ankunft im Field Museum liess in der Tat auf einstmaligen regen Gebrauch schliessen. Christine Danziger, Konservatorin in der Abteilung für Anthropologie dieses Museums, liess winzige Proben von der Oberfläche entnehmen, um die Farbpigmente analysieren zu lassen. Das Ergebnis: alle drei Farben - Rot, Schwarz und Gelb - waren mineralischen Ursprungs. Die Tierhaut erwies sich als auf Indianerart gegerbt. Das - wenn auch noch nicht einwandfrei bestimmte - hohe Alter der Karte zeigte, dass sie ohne jegliche Beeinflussung durch Europäer entstanden war.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Was zeigt diese Karte? Man sieht auf ihr elf Sternbilder, zwei Doppelsterne, Sternengruppen und die Milchstrasse, die sich wie ein Band durch die Mitte der Karte zieht. Es gab mehrere Versuche, die Sterne und Sternbilder zu identifizieren. Einige der Sternengruppen stimmen grob mit der Wirklichkeit überein, andere wieder stehen offensichtlich seitenverkehrt zur Milchstrasse. Manche Sternbilder enthalten mehr Sterne, als man mit blossem Auge sehen kann! Bis heute ist die Identifikation dieser Konstellationen und Einzelsterne noch immer umstritten. Bei den vier Weltallquadranten-Sternen - White Star, Yellow Star, Red Star und Black Star - tippt man auf Sterne wie Sirius, Capella, Antares, Deneb, aber auch Spika, Aldebaran oderRegulus. Ihre Identität ist anscheinend verloren gegangen. Einigkeit herrscht unter den Astronomen, die sich mit der Karte befassten, nur über den Nordstern, den sie einstimmig als Polarstern identifizierten. Doch schon beim Südstern gibt es keine Einigung. Im Gespräch sind Deneb und Sirius.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXrgy3R75gI/AAAAAAAAAcg/m2W0sGRuX-0/s1600-h/Star-map-Details.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294791476364699138" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 129px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXrgy3R75gI/AAAAAAAAAcg/m2W0sGRuX-0/s320/Star-map-Details.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Ausschnitte aus der Sternenkarte der Skidi-Indianer&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Vollends verwirrend wird es beim Morgenstern und beim Abendstern, den beiden wichtigsten Sternen der Skidi-Religion. Wissen sollte man, dass die Bezeichnung Abend - bzw. Morgenstern wohl erst aufkam, als die Pawnee zunehmend von den Weissen beeinflusst (und überrannt) wurden. Die Skidi-Bezeichnungen lauteten Heller Stern und Grosser Stern. Haben sich die Astronomen und Ethnologen beim Abendstern vorläufig auf den Planeten Venus geeinigt, so brachte die Identifikation des Morgensterns überraschende Schwierigkeiten. Mal wurde Mars, mal Venus in die engere Auswahl gezogen, auch Jupiter schien nicht abwegig. Konnten die Daten der schriftlich dokumentierten Morgensternopfer Aufschluss bringen?&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Blutige Rituale&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Der Morgenstern (Skidi: Grosser Stern, u-pirikucu) verlangte hin und wieder ein Menschenopfer als Gegenleistung für das erste Mädchen, das er zur Erde geschickt hatte. Das Opfer fand nicht in regelmässigen Abständen statt, sondern immer dann, wenn der Morgenstern einem Krieger im Traum erschienen war und diese Zeremonie "in Auftrag gegeben" hatte. Von diesem Zeitpunkt an nahm das Ereignis seinen seit uralten Zeiten vorgeschriebenen Verlauf: Informieren des Priesters, erste kleine Riten, Vorbereiten der Kostüme, das Öffnen des Morgensternbündels, Rauchopfer, Unterweisung der freiwilligen Teilnehmer durch den Priester, der Zug einiger Krieger in Feindesland, um ein als Opfer geeignetes Mädchen zu rauben, die Rückkehr und die Übergabe des Mädchens an einen bestimmten Krieger.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Nun kam die Zeit des Wartens - Tage, Wochen oder Monate -, bis der Priester feststellte, dass der Morgenstern am Himmel aufgetaucht war und nun sein Opfer verlange. Das untrügliche Zeichen für den Priester, dass der "richtige" Stern am Morgenhimmel erschien: eine Art roter Ring um ihn bzw. eine auffallend rötliche Ausstrahlung, eine Eigenschaft, die den heutigen Astronomen grosses Kopfzerbrechen bereitet hat. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Nun folgten die vier Tage der eigentlichen Opferzeremonie: der Visionär verkleidete sich als Morgenstern, er und das Mädchen bekamen rote Farbe ins Haar, symbolisch für die rote Farbe des Sterns; ein Holzgerüst wurde errichtet und aufgestellt, in einiger Entfernung in einer Mulde ein Feuer entfacht und neben dem Gerüst eine kleine Grube ausgehoben, die den wunderbaren Garten im Westen des Himmels darstellen sollte, aus dem all unser Getreide stamme.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Am letzten Morgen wurde das Mädchen gebeten, die Querstangen des Holzgerüstet zu besteigen, dabei die Passage durch die verschiedenen Himmelsregionen imitierend, bis hin zum Morgenstern.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXrgyqjodhI/AAAAAAAAAcY/iTVOlwLr7HQ/s1600-h/Morgensternopfer-Skidi.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294791472949261842" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 314px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXrgyqjodhI/AAAAAAAAAcY/iTVOlwLr7HQ/s320/Morgensternopfer-Skidi.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Morgensternopfer der Skidi-Indianer. Diorama in Field Museum of Natural History, Chicago&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Der ganzen Schar war dabei stets bewusst, dass die Sternenwesen wohlwollend von oben herabschauten und registrierten, was sich hier unten auf unserem Planeten abspielte. Sobald dann der Morgenstern aufging, verrichtete ein auf das Mädchen geschossener Pfeil den tödlichen Akt, und das Morgensternritual war beendet.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Da mehrere solcher Menschenopfer auf das Jahr genau rekonstruiert werden konnten, standen für die Identifizierung des Morgensterns einige Datumsangaben zur Verfügung:&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;ul&gt;&lt;br /&gt;&lt;li&gt;Im Jahr 1816 war ein Mädchen gefangen genommen worden, um im Frühjahr 1817 nach gut vorbereiteter Zeremonie geopfert zu werden. Als das Mädchen bereits das Holzgerüst erklettert hatte, stürmte der Pawnee Pi-tari-su-ru heran, rettete es in letzter Minute vor dem tödlichen Pfeilschuss und verschwand mit ihm hoch auf einem Pferderücken. Diese gute - oder unverzeihliche - Tat, je nach Standpunkt, machte den Indianer berühmt. doch die Skidi gaben so schnell nicht auf. Man fing einen spanischen Jungen, bereitete ihn für das Opfer vor - doch vergebens, er konnte entfliehen. Im Juni 1818 erreichte er seine Landsleute und sorgte für Schlagzeilen in der Presse.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXrgytgQvNI/AAAAAAAAAcQ/DhlD1rSng5c/s1600-h/Pi-tari-sa-ru-2.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294791473740430546" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 179px; CURSOR: hand; HEIGHT: 278px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXrgytgQvNI/AAAAAAAAAcQ/DhlD1rSng5c/s320/Pi-tari-sa-ru-2.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Pi-tari-sa-ru&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;ul&gt;&lt;br /&gt;&lt;li&gt;1827: Diesmal war ein junges Cheyenne-Mädchen gefangen genommen worden und sollte geopfert werden. Am 11. April, just zum "richtigen Zeitpunkt", tauchte zufällig der Indianeragent John Dougherty mit seinen Begleitern im Dorf auf - der Vier-Tages-Event war bereits in vollem Gange -, und es gelang ihm, den Häuptling und andere einflussreiche Persönlichkeiten des Dorfes zu überreden, das Mädchen freizulassen. Doch als es aus dem Dorf geführt wurde, traf es der Pfeil eines der Zeremonieteilnehmer tödlich; das Morgensternopfer war vollzogen, wenn auch auf unvorschriftsmässige Weise.&lt;/li&gt;&lt;br /&gt;&lt;li&gt;Am 22. April des Jahres 1838 wurde ein Oglala-Sioux-Mädchen dem Morgenstern geopfert. &lt;/li&gt;&lt;br /&gt;&lt;li&gt;Einige weitere Opfer mögen stattgefunden haben, ohne dass die Weissen davon Kenntnis bekamen. Nach 1838 fanden dann wahrscheinlich nur noch unblutige Morgensternopfer statt, so in den Jahren 1902, 1905 und 1915. Im Jahr 1905 wurde von einer Gruppe Pawnee-Indianer ein letztes Mal eine Erdhütte nach altenVorschriften errichtet, um Zeremonien abzuhalten. In der darauffolgenden Zeremonie, nach Aufgang des Morgensterns, wurde diesem u.a. in einem Gesang mitgeteilt, dass man ihm nun keine Menschenopfer mehr bringen könne.&lt;/li&gt;&lt;/ul&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Gross war die Überraschung der Astronomen und Ethnologen, als sich herausstellte, dass zu den bekannten Zeiten mal Venus, mal Mars als Morgenstern am Himmel gestanden hatte.&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Es ist schwer zu glauben, dass die Pawnee-Priester, die so kontinuierlich die hellen Himmelsobjekte beobachteten, nichts davon gewusst haben sollen, dass Venus mal als Morgenstern, mal als Abendstern am Himmel stehe. Das gleiche Aussehen, der Wechsel vom Morgen- zum Abendhimmel und die Tatsache, dass dieser Stern niemals an beiden Orten gemeinsam gesehen wurde, hätte zumindest nahelegen sollen, dass ihr Abendstern Teile seines Daseins am Morgenhimmel verbrachte. Gespräche eines Ethnologen mit Skidi-Indianern im Jahr 1906 ergaben, dass diese davon jedoch keine Ahnung hatten.&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Der Astronom Von Del Chamberlain vermutete, dass der Priester nach dem In-Auftrag-Geben des Opfers durch die Traumerscheinung eines Sternenwesens so lange den Himmel beobachtete, bis ein passender Morgenstern am Himmel stand, und das konnte dann entweder Venus oder Mars sein. Sobald er auftauchte, spielte er seine Rolle als DER Morgenstern für die Zeremonie. In einigen Fällen - astronomisch zurückgerechnet - schien sogar Jupiter diese Rolle gespielt zu haben. Welcher Stern oder welches Himmelsobjekt der ursprüngliche Morgenstern dieser Zeremonie war, lässt sich heute nicht mehr feststellen.&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Was, wenn das ursprüngliche Himmelsobjekt gar kein Stern war? Man erinnere sich an die Mythe, die davon berichtet, dass einst ein Pawnee-Indianer zu einem am Himmel schwebenden "Stern" gebracht wurde und wieder zur Erde zurück. Weitere Mythen berichten von diesem besonderen "Stern" und erwähnen einen roten Ring - was nicht zu den uns bekannten Sternen zu passen scheint und die Identifikation für heutige Astronomen so schwer macht.&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Die weitere Erforschung der Skidi-Sternenkarte - bis heute im Field Museum of Natural History in Chicago vorhanden - im Zusammenhang mit den Pawnee-Überlieferungen über die Sterne und Sterngruppen mag noch manche Überraschung bereithalten. Es ist schade, dass so viele Informationen, so viel Wissen, so viele Sternennamen verloren gingen, doch die Daten, die sich bis heute erhalten haben, bieten noch jede Menge Stoff für weitere Spekulationen und Erkenntnisse.&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Das Morgensternopfer der Skidi ist einmalig unter den nordamerikanischen Indianervölkern. Einige Ethnologen sehen darin eine Parallele zu den Azteken, die ebenfalls ein Pfeilopfer an einem Holzgerüst kannten vor einem Tempel mit einem "Heiligen Bündel". Woher die Pawnee- bzw. die Caddo-Völker ursprünglich stammen, ist noch unbekannt, doch vermuten einige Ethnologen bzw. Archäologen, dass sie aus dem Süden kamen, vielleicht von Mexiko und über Texas und Louisiana nach Nebraska und Kansas wanderten, wo die Pawnee im 15. Jahrhundert stellvertretend für die Plains Indianer waren.&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Unbekannt ist auch die Antwort auf die gerade für die Paläo-SETI-Forschung interessante Frage nach der Ursache für die streng astronomische Ausrichtung ihrer Siedlungen. Sollte hier für die nachfolgenden Generationen irgendein Wissen weitergegeben und erhalten werden? Das Wissen um eine bestimmte Örtlichkeit am "Himmel" bzw. im All? Diente dazu auch die Sternenkarte mit ihren noch unerklärten Abweichungen vom heutigen Sternenhimmel?&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;So konnte schon Ralph Buckstaff, der 1927 als erster versuchte, die Sterne der Karte zu identifizieren, nicht erklären, warum einige Sterne in korrekten Positionen waren, andere aber nicht. Seine Vermutung um "künstlerische Schwierigkeiten des Malers" muss nicht stimmen. Wer weiss, welche Botschaft in der Karte gefunden werden kann, wenn sich ein unvoreingenommener Astronom, der ausserdem die Skidi-Mythen ernst nimmt, mit ihr befassen würde.&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;In der Paläo-SETI-Forschung ist längst bekannt, dass auch in anderen Ländern und Kulturen astronomische Daten in Bauten oder Zeremonien übermittelt wurden. Die Skidi hatten einen guten Grund, ihre Siedlungen astronomisch auszurichten und wussten, dass sie dazu von den die Erde besuchenden Sternenwesen angeleitet worden waren. Hoffen wir, dass die Archäologen die einstmalige Lage der Skidi-Siedlungen rekonstruieren können, was bisher nur teilweise geschehen ist, und dass sie uns Aufschluss über einige unserer Fragen geben werden.&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;Literatur:&lt;/p&gt;&lt;div&gt;Buckstaff, R.: Stars and Constellations of a Pawnee Sky Map. In. Amerian Anthropologist, 19, Washington 1927&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Chamberlain, Von Del: When Stars Came to Earth. Los Altos 1982&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Dorsey, G.A.: Traditions of the Skidi Pawnee. Boston, New York 1904&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Dorsey, G.A.: The Pawnee: Mythology. Washington, D.C., 1906&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Gilmore, M.R.: The Arikara Tribal Temple. Papers of the Michigan Adacemy of Science, Arts and Letters, 14, Ann Arbor 1930&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Fletcher, A.C.: Starcult among the Pawnee. In. American Anthropologist, 4, Washington 1981&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Fletcher, A.C.: Pawnee Star Lore. In: Journal of American Folk Lore. 16, 1903&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Murie, J.R.: The Ceremonies of the Pawnee. Washington, D.C., 1981&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Schoolcraft, H.R.: Informations Respecting the History, Condition and Prospects  of the Indian Tribes of the United States, Vol. 5, Philadelphia 1855&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Schroeter, W.: Religion und Mythologie der Pawnee. Wyk auf Föhr 1994&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Wedel, W.: An Introduction in Pawnee Archaeology. Washington, D.C., 1936&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Wellfish, Gene: The Lost Universe. Lincoln 1977&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;p&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/p&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3103061706587093301-8863816057408300858?l=ermel-nordamerika.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/feeds/8863816057408300858/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/der-sternenkult-der-skidi-indianer.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/8863816057408300858'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/8863816057408300858'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/der-sternenkult-der-skidi-indianer.html' title='Der Sternenkult der Skidi-Indianer'/><author><name>Gisela Ermel</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11618136212607057394</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='29' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SUJU_sI2-nI/AAAAAAAAAAY/M_PytAdXCzA/S220/Gix-2007.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXrg_g7QgvI/AAAAAAAAAdI/FEZ3rdwzwyM/s72-c/pawnee-Indians.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3103061706587093301.post-7061596158177408108</id><published>2009-01-23T02:47:00.001-08:00</published><updated>2009-01-24T00:51:54.857-08:00</updated><title type='text'>All American Man</title><content type='html'>Gisela Ermel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Altersbesimmung eines Felsbildes überrascht Archäologen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In: Sagenhafte Zeiten, Nr. 1, Beatenberg 2004&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Felsbilder waren und sind interessante und wichtige Objekte für die Paläo-SETI-Forschung - von humanoiden Figuren mit Strahlenkränzen bis hin zu astronomisch deutbaren "Symbolen" und Motiven. Kritik musste immer wieder eingesteckt werden über "Sieht-aus-wie"-Deutungen. Doch während Paläo-SETI-Forschern bislang nichts Gegenteiliges bewiesen werden konnte, tappten professionelle Archäologen und Prähistorikforscher in eine solche "Sieht-aus-wie"-Falle. Dies zeigt das lehrreiche Beispiel eines der berühmtesten nordamerikanischen Felsbilder: der "All American Man".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmg-SJLO5I/AAAAAAAAAcI/1SFVbS_qylM/s1600-h/All-American-Man.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294439828833385362" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 178px; CURSOR: hand; HEIGHT: 274px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmg-SJLO5I/AAAAAAAAAcI/1SFVbS_qylM/s320/All-American-Man.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Das Felsbild "All American Man", Salt Creek, Canyonlands National Park, Utah&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Südwesten der USA hat die grösste Konzentration von Felsbildern beider amerikanischer Kontinente aufzuweisen. Tausende von Felsbildplätzen bieten jeweils Dutzende von Felswänden mit Hunderten von Bildern. Erst ein verschwindend kleiner Teil dieses "Louvre der Wildnis" wurde dokumentiert, und unzählige weitere Felsbildwände harren noch ihrer Entdeckung bzw. Wiederentdeckung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Man unterscheidet zwischen Piktographien - mit Farbmaterial aufgetragene Felsbilder - und Petroglyphen - in den nackten Fels ohne Fremdmaterial hineingearbeitete Bilder. Es gibt auch Kombinationen aus beiden Herstellungsarten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;All diese Felsbilder sind für uns im Grossen und Ganzen noch immer ein Rätsel. Wir wissen nicht, warum sie angefertigt wurden, nicht, von wem, und wir wissen nicht, was sie bedeuten. Vermutungen und Deutungsversuche gibt es wie Sand am Meer, doch sie alle bleiben noch immer - und dies gilt für die prähistorische Deutung ebenso wie für die präastronautische - Spekulationen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Grosse Anstrengungen wurden unternommen, um die nordamerikanischen Felsbilder in einzelne Stile einzuordnen. Dabei spielten die Motive eine grosse Rolle sowie der Versuch, Rock Art gleichzeitig wenigstens grob in bestimmte Zeitabschnitte einzuteilen. Bis vor kurzem war die Datierung von Felsbildern völlig unsicher. Orientierungshilfen gaben Ruinen oder archäologische Artefakte in der Nähe bemalter Felswände oder bestimmte Motive wie unterschiedliche Jagdwaffen. Bilder mit Wurfspeeren waren in eine frühere Zeit einzuordnen als Bilder mit Pfeil und Bogen; Bilder mit Pferden konnte man als aus der Zeit nach dem Auftauchen der ersten Europäer einordnen, da Pferde erst von diesen in Nordamerika eingeführt worden sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst in jüngerer Zeit konnte eine relativ neue Technologie für die Altersbestimmung auch von Felsbildern eingesetzt werden: der Radiokarbontest mit der Accelerator Mass Spectrometry, ein Verfahren, mit dem nur noch sehr wenig Material für einen Test nötig ist. Dies funktioniert jedoch nur dann, wenn organische Bestandteile in der Mixtur des Farbmaterials enthalten sind (z.B. Tierblut, Pflanzenextrakte usw.). Diese Altersbestimmung bei Felsbildmaterial war erst möglich durch ein neuartiges Verfahren, bei dem ein Oxygen-Plasma benutzt wird zum Trennen von organischem Material aus Felsbildfarbproben. Diese einzigartige Methode hatten Wissenschaftler einer Universität in Texas entwickelt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Dr. Marian Hyman und Dr. Marvin R. Rowe lehren Analytische Chemie und widmen sich seit etlichen Jahren der Archäometrie, einer Fachrichtung, die sich zum Ziel gesetzt hat, High Tech einzusetzen zum Lösen archäologischer Probleme. Als sie sich den "All American Man" zur Altersbestimmung auswählten, ahnten sie nicht, zu welch überraschendem - und für alle Prähistorikforscher fast peinlichem - Ergebnis dies führen sollte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der "All American Man" ist ein einzigartiges Felsbild am oberen Salt Creek des Canyonland National Park in Utah. Man sieht eine etwa lebensgrosse menschliche Figur mit kreisrundem Torso, am Kopf etwas wie "Fühler". Das Felsbild befindet sich in einer Nische eines typischen Anasazi-Felswohnplatzes. Die Mauerstrukturen, Lagerspuren und ein künstlicher Fussboden unterhalb des Bildes sowie Keramikscherben wurden von den Archäologen in die sogenannte späte Pueblo-Phase der Anasazi-Kultur datiert - eine Zeitepoche, die, wie ich noch zeigen werde, von aussergewöhnlicher Brisanz ist, gerade für die Paläo-SETI-Forschung.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Vom Motiv her zählt der "All American Man" zu den "Streifenpanzer-Anthropomorphen, auch als Schildträger-Motiv bekannt, die man auch von anderen Felsbildwänden in Utah, Colorado, Arizona und New Mexico kennt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmg-XtQ6cI/AAAAAAAAAcA/Isl9AsIsEKA/s1600-h/SchildtrÃ¤ger-Galisteo-Basin.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294439830326929858" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 145px; CURSOR: hand; HEIGHT: 219px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmg-XtQ6cI/AAAAAAAAAcA/Isl9AsIsEKA/s320/Schildtr%C3%A4ger-Galisteo-Basin.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Einer der typischen "Schildträger", Galisteo Basin, New Mexico&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch die Farbkombination und die Form des "All American Man" ist unüblich, fällt völlig aus dem Rahmen. Das Bild mit seinen blauen, roten und weissen Farben und den Farbstreifen erinnert unweigerlich an die amerikanische Flagge. Und schon war sich ein Grossteil der Archäologen einig: dies Bild konnte nur eine moderne Fälschung sein! Man verdächtigte gelangweilte Cowboys oder moderne Graffitikünstler als Hersteller des Bildes. Es gab sogar "Bekenner", die behaupteten, das Bild gemalt oder zumindest ausgeschmückt oder übermalt zu haben - so eine Art Doug und Dave (Kornkreisfälscher) der Rock Art! Niemand wagte mehr, dies Bild als authentisch prähistorisch einzuordnen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch dann wurden Farbproben des Bildes an das Accelerator Mass Spectrometry Laboratory der Universität von Arizona weitergeleitet, nachdem das Team Hyman und Rowe sie mit ihrer neuen Plasma-Extraktion vorbereitet hatten. Es wurden zudem gründliche Untersuchungen der Mineralien der Farbspuren und der natürlichen Oberfläche der Felswand durchgeführt, und all dies führte zu einem übereinstimmenden Ergebnis: Das Bild war im Jahr 1295 auf den Felsen gemalt worden - und damit zeitlich passend zu der Anasazi-Ruinenstätte in seiner unmittelbaren Nähe. Damit war die Authentizität des Felsbildes bewiesen, zur grossen Überraschung der Archäologen, die sich durch ihre "Sieht-aus-wie"-Vermutung hatten irreführen lassen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Damit ist die Untersuchung und Erforschung der nordamerikanischen Felsbilder in ein ganz neues Stadium getreten. Endlich kommt man mit der zeitlichen Einordnung dieses Kulturerbes einen Schritt weiter. Inzwischen wurden weitere Felsbilder auf ihr Alter untersucht. So konnte man den sog. Pecos-Stil - charakterisiert durch vielfarbige, lebensgrosse Anthropomorphen - auf ein Alter von ca. 3000 bis 4200 Jahren datierten, während Proben eines anderen Stils - winzige rote lineare Figuren - auf ein Alter von 1280 Jahren datiert werden konnten.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmg3VFQRAI/AAAAAAAAAb4/5Zn08SKHGzg/s1600-h/Pecos-Stil-2.bmp"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294439709363160066" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 225px; CURSOR: hand; HEIGHT: 300px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmg3VFQRAI/AAAAAAAAAb4/5Zn08SKHGzg/s320/Pecos-Stil-2.bmp" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Felsbild im Pecos-Stil&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die berühmte Holy Ghost Group der bekannten Great Gallery - ein Beispiel des Barrier Canyon Stils mit riesigen, arm- und beinlosen Anthropomorphen - wurde auf ein Alter von 1880 - 1410 v.Chr. datiert.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmg24YM1II/AAAAAAAAAbo/4FJzoSOny8A/s1600-h/Barrier-Canyon-Holy-Man.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294439701657998466" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 209px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmg24YM1II/AAAAAAAAAbo/4FJzoSOny8A/s320/Barrier-Canyon-Holy-Man.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Barrier Canyon Stil: Holy Ghost Group&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294439699806532674" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 184px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmg2xextEI/AAAAAAAAAbg/USi3luY8e-U/s320/Barrier-Canyon-Great-Gallery.jpg" border="0" /&gt; Great Gallery des Barrier Canyon Stil&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch diese Altersbestimmung per Accelerator Mass Spectrometry steht noch ganz am Anfang, gemessen an den Tausenden und Abertausenden bisher undatierter Felsbilder allein in den USA. Diese Art der Altersbestimmung kann nun weiterhelfen bei "schwierigen" Felsbildern, wie z.B. einem arm- und beinlosen Anthropomorphen (eigentlich der uralte Barrier Canyon Stil) mit Pfeil und Bogen (also ein nach 450 n.Chr.-Motiv) und einem Tier, wie es in beiden Stilarten nicht vorkommt. Hier könnte sich auch zeigen - was Archäologen schon lange vermuten -, dass nicht alle Details eines Bildes aus derselben Zeit stammen. Was machen Archäologen, wenn sie ein Felsbild zeitlich nicht in die vorhandenen Stile einordnen können? Sie benennen einen neuen Stil - im letzten Fall den Grand Canyon Polychrome Stil. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmg3GvzrmI/AAAAAAAAAbw/PcEQZZsdzV8/s1600-h/Pecos-Stil.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294439705515109986" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 212px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmg3GvzrmI/AAAAAAAAAbw/PcEQZZsdzV8/s320/Pecos-Stil.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Felsbild im Grand Canyon Polychrome Stil&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Datierungsversuche aufgrund eigener spekulativer Deutungen sind immer gewagt. So meinte z.B. der Klimatologe Paul A. Alee, ein Grossteil der Felsbilder stelle stilisierte Regenwolken dar, gemalt an Felswände, an denen sich bevorzugt die Regengötter aufhalten, wenn sie sich nicht am Himmel tummeln, und ergo stammen somit all diese Felsbilder aus der selben Zeit: der Zeit einer der grossen Dürreperioden, deren es allein während der Anasazi-Blütezeit mehrere gab.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Andere Deutungsvorschläge reichen von "Ahnengalerien" bis zu "Territorialzeichen" und vielem mehr.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Diese neue Art der Felsbilddatierung mittels High Tech kann auch für unsere Paläo-SETI-Forschung sehr wichtig werden. Bereist die archäologische Feldforschung hatte ein äusserst interessantes Ergebnis aufzuweisen: Offenbar scheint es einen zeitlichen Zusammenhang zu geben zwischen dem Zusammenbruch der Anasazi-Kultur mit dem nachfolgenden rätselhaften Verschwinden dieser Indianer und dem "Auftauchen" einer neuen Religion, der von den Ethnologen so genannten Kachina-Religion.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Der Zusammenbruch der Anasazi-Kultur (bis ca. 1300) und das Verschwinden einer ganzen Völkerschaft ist bis heute rätselhaft. Das sog. Chaco-Phänomen - (benannt nach dem Zentrum der Kultur, dem Chaco Canyon in New Mexico) mit seinen phantastischen steinernen Great Houses im Vierländereck Utah, Colorado. Arizona und New Mexico, wo offenbar alles miteinander nach astronomischen Ausrichtunge vernetzt war und wo einzelne Great Houses wiederum in sich astronomisch ausgerichtet waren und Kivas, Türme u.a. Bauten Kalenderzwecken dienten, wo man kilometerlange schnurgerade Strassen baute, manchmal bis zu vier Strassen parallel nebeneinander herlaufend und andere"im Nichts" endend und unbekannten Zwecken dienend - bietet noch immer mehr Fragen als Antworten, besonders angesichts des plötzlichen Zusammenbruchs dieser hochstehenden Kultur und des unerklärlichen Verschwindens der Anasazi. Kann es einen Zusammenhang geben zwischen diesem Kollaps und dem Auftauchen der Kachina-Religion und Kachina-Motiven bei Felsbildern?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Wer waren die Kachinas? Nimmt man fünf Bücher zur Hand, um nachzuschlagen, bekommt man mindestens fünf verschiedene Erklärungen. Für die Paläo-SETI-Forschung am interessantesten ist die Erklärung der Kachinas als himmlische Lehrmeister, die einst von den Sternen kamen, um den Menschen etwas beizubringen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Weitere archäologische Forschungen im einstigen Anasazi-Gebiet sowie die nun mögliche Altersdatierung der dortigen Felsbilder könnten dazu führen, dieses "einst" vielleicht näher zu bestimmen. Kachina-Motive auf Keramik und Wandgemälden gibt es offensichtlich nicht aus der Blütezeit der Anasazi, sondern erst ab der so rätselhaften Kollaps-Zeit. Archäologen und Prähistoriker diskutieren schon seit langem über mögliche Ursachen dieses so plötzlichen "grossen Wechsels" in der Anasazi-Kultur.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmgjFi3v0I/AAAAAAAAAbQ/_USJ6Kr9Q3A/s1600-h/chaco-petro-2.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294439361595031362" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 236px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmgjFi3v0I/AAAAAAAAAbQ/_USJ6Kr9Q3A/s320/chaco-petro-2.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Felsbild nahe einer Anasazi-Ruine im Chaco Canyon&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Der Auslöser für diesen Wechsel ist noch immer völlig unbekannt. Die Erklärung mit der "Grossen Dürre" (1276-1299) als Veranlassung für die Anasazi, mit Sack und Pack wegzuziehen, musste man mehr oder weniger fallen lassen. Neue Berechnungen um Regenfälle und Ertragsmöglichkeiten von Feldern haben ergeben, dass genug Nahrung hätte produziert werden können, um dort bleiben zu können. Zum anderen war dies nicht die erste grosse Dürre, die die Anasazi zu überstehen hatten. Die wichtigste Erkenntnis aber aus archäologischer Feldforschung ist diese: Offenbar begann die Kollaps-Zeit bereits vor der Grossen Dürre. Deshalb neigen immer mehr Archäologen zur "Neuen-Religion"-Erklärung.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;In diesem Zusammenhang wäre es eine sehr grosse Hilfe, zu wissen, welche Felsbilder aus der Zeit des Chaco-Kollaps stammen, könnten wir doch durch die dargestellten Motive und Szenen einer Antwort auf all die offenen Fragen um dieses rätselhafte Volk näher kommen. Ich brauche hier ja wohl kaum zu erwähnen, wie brisant gerade für die Paläo-SETI-Forschung eine "neue Religion" und ein etwa zeitgleicher Kollaps einer so blühenden Kultur wie die des Chaco-Phänomens sind.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Hier fangen die Felsbilder für uns an, interessant zu werden. Es wäre zu wünschen, dass nun zahlreiche nordamerikanische Felsbilder dieser modernen Altersdatierung unterzogen würden, und dies, solange nicht noch mehr zerstört wird, wie es bereits geschehen ist.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Es ist unglaublich, was diesen phantastischen Felsbildern - gerade in Nordamerika! - bereits angetan wurde! Das Integrieren vieler Felsbilder in National Parks und National Monuments war gleichzeitig positiv und negativ für die Felsbilder. Diese unterstehen zwar jetzt einer gewissen professionellen Aufsicht durch Parkranger usw., anderereits gibt es nun einen starken Zulauf an Besuchern, die sich nicht unbedingt alle an die "site etiquette" halten: ansehen, fotografieren, bewundern - und sonst nichts! Da werden - erst recht an Plätzen, die nicht zu National Parks gehören - Felsbilder angefasst, lose kleine Felsblöcke mit Felsbildern kurzerhand mitgenommen, verblasste Felsbilder werden mit Kreide nachgezeichnet oder mit Farbe aufgefrischt, um sie für Fotos aufzupeppen oder besser sichtbar zu machen, da werden Initialien, Bilder und flotte Sprüche eingraviert, aufgemalt oder per Farbspraydosen angebracht, und dies leider nicht nur von Touristen, sondern auch von Besitzern der Grundstücke oder Ländereien, auf denen sich Felsbilder befinden.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmgjID7IFI/AAAAAAAAAbI/I08jlgkXq5Q/s1600-h/elk-no-tresspassing.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294439362270535762" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 122px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmgjID7IFI/AAAAAAAAAbI/I08jlgkXq5Q/s320/elk-no-tresspassing.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Felsbild im Nine Mile Canyon mit moderner Aufschrift&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Nine Mile Canyon z.B. ist die beste Felsbildwand und das "unvergleichlichste Elk-Bild unseres Planeten" (so J.Q. Jacobs) mit grossen Buchstaben in moderner Farbe übermalt: "THIS IS PRIVATE PROPERTY - NO TRESSPASSING" (etwa: Unbefugtes Betreten des Privatgrundstückes verboten!) - und auch noch falsch geschrieben: trespassing schreibt man mit einem "s". &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die heutigen Gesetze bieten Felsbildern auf privatem Grundbesitz keinerlei Schutz. Dieser wird nur gewährt für Fundplätze mit menschlichen Überresten. So sind beispielsweise zwischen South Mountain und dem Gila River bisher 60 Wände mit Petroglyphen und über 200 Felsbilder auf Privatbesitz bekannt, von denen bereits die Hälfte zerstört wurden und so für immer verloren sind.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmgjCOdwNI/AAAAAAAAAbA/t9LdGbZGdBU/s1600-h/Barrier-Canyon-Stil-mit-Graffiti.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294439360704135378" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 238px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmgjCOdwNI/AAAAAAAAAbA/t9LdGbZGdBU/s320/Barrier-Canyon-Stil-mit-Graffiti.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Graffiti auf einem Felsbild des Barrier Canyon Stil&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Und dies ist leider typisch für viele Plätze. Zerstörungen gab und gibt es auch durch Forscher und Archäologen. Man kennt Fälle, wo Abdrücke gemacht wurden, bei denen das Abdruckmaterial gleich einen grossenTeil des Felsbildes selbst mit von der Wand abnahm. Gutmeinende Altertumsforscher hinterlassen Kreidestriche, Spuren vom Reiben, Anfeuchten, Durchpausen und Beschriften der Felsbilder - ganz zu schweigen vom schon erwähnten Auffrischen der Farben für Foto- oder Videoaufnahmen, eine Unsitte, die sich nicht nur private Felsbildbewunderer zuschulden kommen liessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmgi1ZZKQI/AAAAAAAAAa4/zySCyT-jRTo/s1600-h/El_Morro_Breckinridge.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294439357260310786" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 240px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmgi1ZZKQI/AAAAAAAAAa4/zySCyT-jRTo/s320/El_Morro_Breckinridge.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Ältere Graffiti an einer Felsbildwand von 1859, El Morro, New Mexico&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Viele Felsbilder wurden des weiteren zerstört durch den Strassenbau, durch neue Eisenhahnstrecken, Unterführungen und Tunnelbau, für Steinbrüche, Weideland und moderne Bauprojekte - alles im Namen des Fortschritts! Viele Indianer ziehen bereits Parallelen zu der Zerstörung oder dem Verlust einer Bibliothek. Die Bedeutung der Felsbilder ist denen, die sie zerstören, oft gar nicht bekannt. Die Situation ist fast vergleichbar mit der Zerstörung mittelamerikanischer Bilderhandschriften zur Zeit der spanischen Eroberung Mexikos. Als in den 1880er Jahren entdeckt wurde, dass der Dresdener Codex der Maya ein Werk mit wissenschaftlichem Inhalt ist mit Vorausberechnungen zu Mondfinsternissen usw. - und eben nicht ein Werk voll heidnischem Teufelszeug, wie die spanischen Missionare zur Zeit der Conquista noch glaubten - mag manch einem, zu spät, klar geworden sein, welche unersetzlichen Schätze uns da verloren gegangen waren.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Inzwischen gibt es erste Versuche zur Erhaltung von Felsbildern, was sehr schwierig werden dürfte. Felsbilder kann man nun mal nicht unter Glasvitrinen schützen wie Keramikscherben oder Anasazi-Gefässe. Sie müssen in der Wildnis bleiben, in einem quasi unbewachten Outdoor-Museum, fast schutzlos preisgegeben nicht nur Wind und Wetter, denn ironischerweie sind gerade die Menschen selbst die grösste Gefahr für die Felsbilder.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Versuche, Rock Art durch das Aufsprühen einer Art Schutzschicht zu konservieren, wurden verworfen. Man kann auf einen Felsen nichts aufsprühen, weil Stein lebt, der Felsen reagiert, enthält Wasser, das durch Verdampfung entweicht. So muss das Auftragen einer konservierenden Schicht zerstörerisch wirken und das Gegenteil dessen erreichen, was angestrebt worden war.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Constanze Silver, ausgebildet auf dem Gebiet der Preservation of Historic Architecture an der Columbia-University in New York, arbeitet seit Jahren mit an einem Rock Art Conservations Project im Sego Canyon in Utah. Sie retouchiert Felsbilder, die moderne Graffiti enthalten, und "repariert" Felsbilder mit tiefen Schusslöchern, indem sie künstliches Felsgestein in die Löcher füllt. Doch auch hier könnte man darüber streiten, ob nicht diese Schusslöcher und die Graffiti bereits zur Geschichte der Felsbilder gehören und erhalten werden müssten (man denke an die Initialien von Leuten aus vergangenen Jahrhunderten). Auf die Frage, was denn der Unterschied sei zwischen Rock Art und Graffiti, antwortete sie: Rock Art seien Felsbilder von eingeborenen Indianern, Graffiti bloss x-beliebiger Vandalismus moderner Leute - also zwei sehr unterschiedliche Dinge. (Gut, dass sie den "All American Man" nicht wegretouchierte, bevor er altersgetestet wurde...)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Übrigens: der "All American Man" hat nun einen neuen Namen, man nennt ihn jetzt "Early All American Man".&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Literatur:&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Chaffee, S.D. / M. Hyman / M. Rowe / N. Coullam / A. Schreodt / K. Hogue: Radiocarbon Dates the All American Man Pictograph. In: American Antiquity 59 (4), 1994, &lt;a href="http://www.geocities.com/SoHo/Workshops/7724"&gt;www.geocities.com/SoHo/Workshops/7724&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Hanson, Jeffery R.: Rock Art in the West. In: American Western Magazine 2001. &lt;a href="http://www.readthewest.com/"&gt;www.readthewest.com&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Hyman, M. / M. Rowe: Dating Ancient Rock Art Paintings. &lt;a href="http://www.history-utah.gov/NiNj/dating-paintings.html"&gt;www.history-utah.gov/NiNj/dating-paintings.html&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Schaafsma, Polly: Kachinas in the Pueblo World. University of New Mexico Press, Albuquerque 1994&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.india.com/~dheyser/aaman.html"&gt;www.india.com/~dheyser/aaman.html&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.jqjacobs.net/rock_art"&gt;www.jqjacobs.net/rock_art&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmgit19iOI/AAAAAAAAAaw/JcF9ic_EE-I/s1600-h/Anasazi.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294439355232651490" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 180px; CURSOR: hand; HEIGHT: 180px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmgit19iOI/AAAAAAAAAaw/JcF9ic_EE-I/s320/Anasazi.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3103061706587093301-7061596158177408108?l=ermel-nordamerika.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/feeds/7061596158177408108/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/all-american-man.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/7061596158177408108'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/7061596158177408108'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/all-american-man.html' title='All American Man'/><author><name>Gisela Ermel</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11618136212607057394</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='29' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SUJU_sI2-nI/AAAAAAAAAAY/M_PytAdXCzA/S220/Gix-2007.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXmg-SJLO5I/AAAAAAAAAcI/1SFVbS_qylM/s72-c/All-American-Man.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3103061706587093301.post-6339729857093725834</id><published>2009-01-22T02:57:00.001-08:00</published><updated>2009-01-23T01:42:22.075-08:00</updated><title type='text'>Megis, die fliegende Muschel</title><content type='html'>Gisela Ermel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Prä-astronautische Spuren auf Birkenrindenrollen der Ojibwa-Indianer&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In: Sagenhafte Zeiten, Nr. 2. Beatenberg 2003&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In ihrer schriftlosen Kultur dienten den Ojibwa-Indianern über lange Zeit hinweg mit Symbolen illustrierte Bildrollen als Gedächtnisstütze, um ihre Mythen von Generation zu Generation weiterzugeben. Diese Rollen scheinen auch aus der Sicht der Paläo-SETI-Forschung interessante Aspekte zu beinhalten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Überlieferungen, Mythen und religiöse Vorstellungen wurden von unseren Vorfahren auf verschiedene Weise weitergegeben: mündlich, schriftlich, durch Bauwerke, als Skulpturen oder Reliefs - aber auch in Bildreihen, vergleichbar vielleicht unseren modernen Comics oder religiösen Bilderzyklen (wie dem Kreuzweg). Eine solche Überlieferungsart verwendeten auch die Ojibwa-Indianer im Gebiet der sogenannten Seenplatte bei Kanada. Ihre bildlichen Aufzeichnungen fixierten sie auf Birkenrindenrollen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Der Flug der Muschel&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In etlichen Museen werden solche Rollen aufbewahrt, meist jedoch nicht die Originale, sondern die von den Ojibwa sorgfältig angefertigten Kopien, da das Material nicht allzu haltbar ist. Die Birkenrindenrollen wurden an zuverlässige "Bewahrer" von Generation zu Generation weitergegeben. Drohte die Birkenrinde zu zerfallen, war es die Aufgabe dieser ausgewählten Männer, die Darstellungen auf neue Rollen zu übertragen. Später gelangten etliche solcher Bilderberichte an interessierte Ethnologen, Indianerforscher und in den Besitz mehrerer Museen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294127520048467970" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 285px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXiE7hQb0AI/AAAAAAAAAag/vaGkiFHFhFY/s320/James+Red+Sky.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;James Red Sky, der einige Birkenrindenrollen seines Stammes aufbewahrt&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nach ihrem Inhalt und den Motiven unterscheidet man unter anderem "Schöpfungsrollen", "Manito-Versammlungsrollen" oder "Wanderungsrollen". Andere Birkenrindenrollen wurden nach dem Ojibwa-Stamm oder einem Bewahrer benannt, in dessen Besitz sich die Rolle befunden hatte oder befand, wie zum Beispiel die "Red Sky Barch Scroll".&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Aus prä-astronautischer Sicht sind die erhaltenen Schöpfungsrollen äusserst interessant, die verschiedene "Schöpfungsabschnitte" zeigen, die sich in vier Phasen gliedern. Die Darstellungen beginnen stets mit einem Kreis (der Himmelswelt), um den herum der Schöpfer und seine Helfer zu sehen sind. In der Mitte des Kreises befindet sich ein Objekt, das die in der Ojibwa-Mythologie so wichtige "fliegende Muschel" - Megis - darstellt. Von diesem muschelförmigen Objekt geht ein "Pfad" aus, ein Weg, der zu einem weiteren Kreis führt: der Weg, den der Schöpfer und seine Helfer nahmen, um unsere Erde aufzusuchen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In einigen Schöpfungsrollen findet man im / auf dem ersten Kreis - die ferne Welt des himmlischen Schöpfers - mehrere Megis-"Muscheln", von denen sich dann eine auf die Reise zur Erde macht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Weg über den zweiten Kreis der Zeichnung - unsere Erde - wird mit Haltepunkten (kleinen Kreisen im Weg) dargestellt. Dort soll der Schöpfergott unsere Welt überblickt und dann festgestellt haben, dass sie noch nicht zum Bewohntwerden bereit sei. Er fand sie unbewohnbar vor, da es dort nur Wasser und Eis gab.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294127516563779954" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 148px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXiE7URnsXI/AAAAAAAAAaI/zquE-It7mCw/s320/Sch%C3%B6pfungsrolle-Bungi-Ojibwa.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ausschnitt aus der Schöpfungsrolle der Bungi-Ojibwa: ganz links die Götterwelt mit himmlischen Wesen und Megis-Flugobjekten, davon führt ein Weg zur Erde: der runde kleine Kreis im Innern stellt den Haltepunkt der Reise dar; der rechte Kreis zeigt die Erde zum Zeitpunkt als sie bewohnbar betrachtet wurde, wieder mit Haltepunkt der himmlischen Besucher; hier wurde also wie in einem Comic ein zweifacher Besuch himmlischer Wesen auf unserer Erde dargestellt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294127515786772018" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 81px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXiE7RYXfjI/AAAAAAAAAaQ/oH4IEmYZs58/s320/Sch%C3%B6pfungsrolle-2.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Noch ein Beispiel für eine Schöpfungsrolle: links wieder die Götterwelt mit himmlischen Wesen, im Zentrum Megis, dann der Weg zur Erde im unbesiedelbaren Zustand (mittlerer Kreis), rechts dann die besiedelbare Erde, darauf Megis, das Götterfahrzeug.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXiFj3YoOOI/AAAAAAAAAao/FZZIDEo28jA/s1600-h/SchÃ¶pfungsrolle-Red-Sky.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294128213183183074" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 71px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXiFj3YoOOI/AAAAAAAAAao/FZZIDEo28jA/s320/Sch%C3%B6pfungsrolle-Red-Sky.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die Schöpfungsrolle des James Red Sky: hier ist noch ein weiterer Aufenthalt auf der Erde eingezeichnet, der letzte Kreis, nur noch halb zu sehen, ist dann der zeitlich letzte Besuch unseres nun besiedelbaren Planeten.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Nach dem zweiten Kreis führt in der Regel die Reise von Megis zum nächsten Kreis: dieselbe Welt - unsere Erde - doch diesmal mit weniger Wasser. Wieder sind am Megis-Weg Haltestellen angegeben, an denen der Schöpergott und seine Helfer Umschau hielten. Das kleine rechteckige Objekt am Rand des Kreises stellt den ersten aus dem Wasser ragenden Hügel dar, der bei dieser Erdbesichtigung entdeckt wurde.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       In manchen Schöpfungsrollen sieht man in diesem Kreis einen Otter: dies soll ein Götterbote sein, der das Leben auf unseren Planeten brachte.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Bei der letzten Herabkunft Megis' wird endlich alles perfekt vorgefunden. In einigen Schöpfungsrollen ist dieser Kreis als eine stark stilisierte und primitive Karte des Leech Lake gezeichnet - die "Welt", so wie sie die Zeichner der Birkenrindenrollen kannten. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Die uns hier überlieferte Mythe enthält mehrere Aspekte, die eine Interpretation im Sinne der Paläo-SETI-Forschung erlauben. Die Herabkunft des Gottes lässt Assoziationen an einen Flug zu: der Weg kann als Flugbahn angesehen werden, schliesslich die Haltepunkte als stationäre (=Orbit-?) Aufenthalte oder Landeplätze eines Flugkörpers, der von der Form her einer irdischen Muschel glich. Beachtenswert ist auch der Hinweis darauf, dass dieses fliegende Objekt keineswegs einzigartig war, sondern sich aus einer "Armada" ähnlicher Flugkörper löste.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Auf Red Sky's Birkenrindenrolle sieht man interessanterweise am Rande eines Kreises - unserer Erde - ein längliches Objekt: dies soll der Himmelsgott sein, wie er sich auf unserer Erde umsieht: der kleine in den Kreis ragende Halbkreis sei sein Kopf.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Die Schöpfungsrollen der Ojibwa erzählen alle von einem phantastischen Geschehen. Sie erzählen von verschiedenen Entwicklungsphasen unserer Erde, verfolgt und beobachtet durch nichtmenschliche Himmelswesen. Und sie erzählen von einer mehrmaligen Reise der fliegenden "Muschel" Megis, die offenbar bemannt erfolgte, denn der Schöpfergott und seine Helfer schauen sich ja aus diesem Objekt heraus auf unserer Erde um. &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Terraforming für die Erde&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;In vielen Mythen rund um den Globus wird geschildert, wie die "Götter" unseren Planeten zunächst für ein Bewohnen durch uns Menschen vorbereiten. Solch ein Unternehmen kennen wir heute unter dem Begriff des "Terraforming". Damit ist ein Szenario gemeint, wie es Exobiologen und andere Wissenschaftler für lebensfeindliche Planeten vorschlagen. Durch eine Manipulation der Atmosphäre wird der Himmelskörper in eine lebensfreundliche Welt verwandelt. Gab es vielleicht zum Beginn der Erdevolution solche Eingriffe durch extraterrestrische Intelligenzen, über die die Ojibwa berichten?&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       In den Ojibwa-Dokumenten erkennt man jedoch zunächst nur den "Otter". Er steht als Symbol für einen der Helfer des Himmelsgottes, der das Leben zur Erde gebracht habe. Doch bei genauerer Betrachtung einiger der Birkenrindenrollen, wie der Schöpfungsrolle des James Red Sky, sieht man, dass die Menschenschöpfung neben, bzw. unter dem ersten Kreis - der Himmelswelt - dargestellt ist. Die Darstellung scheint zeigen zu wollen, dass die Menschen bereits erschaffen waren, bevor die Erde höheres Leben tragen konnte, bevor sie durch Megis und dessen Besatzung schliesslich als bewohnbar eingestuft wurde. Leider verraten die Birkenrindenrollen hierüber nicht mehr.&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Die Versammlungsrollen&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Die so genannten "Versammlungsrollen" beginnen allesamt mit einem Motiv, das von den Interpreten und Rollen-Besitzern als die "Manito-Versammlung" bezeichnet wird. Hier wird eine Versammlung dargestellt, an der der Schöpfergott Manito und seine Helfer und Boten teilnehmen. Dies Meeting soll an einem Ort stattgefunden haben, über dessen Lokalisation keine sichere Auskunft zu erhalten ist. Einige Ojibwa, die von Forschern befragt wurden, meinten, dieser Platz müsse "hoch über der Erde über den vier Himmelsschichten" gelegen haben. Einigkeit herrscht indes darüber, dass dieser Ort weit entfernt von der Erde existierte.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Gezeichnet ist die Szene als ein Kreis oder Quadrat mit einigen Figuren darüber, darum herum oder darinnen. In den einfachsten Fällen sind die Wesen nur noch stilisiert durch vier kleine Quadrate dargestellt, die später von nichtindianischen Birkenrindenrollen-Interpreten als Symbole für die vier Himmelsrichtungen fehlgedeutet wurden. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Der Zweck dieser Manito-Versammlung sei gewesen, einen Boten zu bestimmen. Er sollte zu den Menschen gesandt werden, die inzwischen die Erde bevölkerten. Sein Auftrag war es, die Menschen zu unterweisen, sie zu lehren und sie zu unterstützen. Für diese Aufgabe, so erzählt es der Mythos, habe sich der "Bär" freiwillig gemeldet.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Die Reise des Götterboten wird im Anschluss an die Manito-Versammlung in vier Etappen dargestellt, den sog. Bären-Durchbrüchen, da er auf dieser Reise vier geheimnisvolle Hindernisse zu überwinden hatte. Die Ojibwa erzählen vage über eine Art "Mauer", durch welche die "Bärenzunge" ohne Widerstand hindurchgegangen sei. Der Götterbote sei durch etwas wie ein "Loch" auf die andere Seite des Hindernisses gelangt, habe jedoch dort nichts, auch keine Erde, vorgefunden. Dies geschah noch zwei weitere Male - und erst nach dem vierten Hinderniss erreichte er unsere Erde.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Diese vier Bären "breakthroughs" sind auf den Birkenrindenrollen auf verschiedene Weise dargestellt. Mal einfach durch vier Striche zwischen der Manito-Versammlungs-Örtlichkeit und der Erde, mal durch vier Bärentatzenabdrücke, mal durch vier Querbalken, dann wieder durch vier Kreise.&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294127200132810962" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 191px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXiEo5emSNI/AAAAAAAAAZw/hVH_XBCxHFg/s320/B%C3%A4ren-break-through.jpg" border="0" /&gt;                     Rechts die Manito-Versammlung, links die Erde, dazwischen die Reiseroute des Götterboten, die vier Hindernisse dargestellt durch vier Striche. Birkenrindenrolle des Museum of Natural History, New York&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294127199390945378" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 191px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXiEo2tuUGI/AAAAAAAAAZ4/vK4BIYGjkSI/s320/B%C3%A4rendurchbruch.jpg" border="0" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;                     Rechts die Manito-Versammlung, links die Erde, dazwischen wieder die Reiseroute des Götterboten, die vier Hindernisse hier als vier Bärentatzenspuren dargestellt&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Auf der Birkenrindenrolle des James Red Sky sieht man vier hintereinander liegende Kreise, durch die jedesmal die "Bärenzunge" stösst. &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXiE7ZaAHNI/AAAAAAAAAaA/K_un8mp--OM/s1600-h/BÃ¤rendurchbruch-Conference.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294127517941112018" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 106px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXiE7ZaAHNI/AAAAAAAAAaA/K_un8mp--OM/s320/B%C3%A4rendurchbruch-Conference.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;                                         Manito-Versammlungsrolle des James Red Sky&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Auf anderen Darstellungen sieht man den Bärenkopf aus dem vierten Kreis schauen. Dies alles sind Versuche, ein unverständliches, doch seit Generationen gut überliefertes Geschehen im Zusammenhang mit der Reise des Götterboten zur Erde irgendwie bildlich darzustellen. Hier bietet sich natürlich aus der Sicht des Raumfahrtzeitalters ein phantastischer Stoff zum Spekulieren!&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Diese vier rätselhaften "Bären-Durchbrüche" wurden noch bis ins 19. Jahrhundert hinein in der Midé-Zeremonie der Ojibwa imitiert. Ein Stammespriester tat drei zögernde, innehaltende Schritte. Dann folgte ein letzter, erfolgreicher Schritt in die Midé-Hütte. Die erste Aufgabe des Götterboten auf der Erde soll es gewesen sein, in der Mitte der ersten Midé-Hütte einen "kleinen Baum" zu errichten, auf dem dann ein "Donnervogel" landete. Hier sei die Stelle, so soll der Bote den Menschen erklärt haben, von der aus der Himmelsgott die Indianer immer hören könne, wann immer sie ihn anriefen. Er werde alles hören, wenn es genau an diesem Ort gesagt werde.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294127198578320546" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 116px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXiEozr-pKI/AAAAAAAAAZo/QvodLt3Jobs/s320/Mide-H%C3%BCtte.jpg" border="0" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;                In dieser Szene deutlich zu sehen sind rechts die drei Schritte des Midé-Priesters, mit denen er die "Bären-Durchbrüche" imitierte, bevor er die Hütte mit dem vierten Schritt betrat&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Man denkt spontan an so etwas Modernes wie einen Sender, eine Antenne. Ähnliche Botschaften kennen wir seit Jahrtausenden aus vielen Kulturkreisen der Erde. Propheten und Seher wurden zu einem bestimmten Platz geführt - durch ein unsichtbar sprechendes Wesen oder eine "Erscheinung" beispielsweise - und es wurde ihnen ausdrücklich aufgetragen, exakt dort einen Altar, einen Tempel oder eine Kirche zu erbauen, damit Gott (oder die Götter) von diesem Ort aus ihre Bitten und Sorgen empfangen können.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;        &lt;em&gt;(Zwischenbemerkung: Sollten wir jemals einen Boten auf eine andere Welt schicken, so wäre selbstverständlich dessen erste Aufgabe, dort für Verbindung mit der Heimatwelt zu sorgen, sei es nun per Sprache, Bildübertragung oder zukünftige High Tech-Nullzeitverbindung wie auch immer... 23.1.2009)&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;em&gt;&lt;/em&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Die Wanderung der Ojibwa&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Mit der mythologischen Geschichte der Ahnen fahren die als Wanderungsrollen bezeichneten Bilderüberlieferungen fort. Die Ojibwa-Indianer berichten, dass sie einst lange Zeit am Ufer eines Meeres lebten, so lange, dass sie mit der Zeit ganz vergassen, woher sie ursprünglich kamen. Eines Tages habe sich aus den Meereswellen ein Objekt erhoben, das aussah wie eine riesige Muschel. Diese "Muschel" schwebte lange Zeit über dem Land der Ojibwa und habe sie dann in ihre alte Heimat zurückgeführt. Sie schwebte stets am Himmel, und die Ojibwa folgten ihr. Das Flugobjekt zeigte ihnen den Weg, besonders, wenn sie vom "rechten Pfad" abkamen, und erinnerte sie daran, weiterzuziehen, wenn sie zu lange an einem Ort verblieben. So erreichten die Ojibwa schliesslich ihr Heimatland.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Auf den Birkenrindenrollen scheint die "Muschel" da ins Spiel zu kommen, wo der Götterbote "Bär" die Szenerie wieder verlässt. Indianische Interpreten berichten vage von "etwas", das der "Bär" der "Muschel" übergeben habe. Ferner erklären sie, dass die auf den Rollen mit verschiedenen Midé-Hütten dargestellten Einweihungszeremonien den Weg von Megis zeigen sollten.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Bei den Midéwegin- Zeremonien spielt denn auch eine Muschel eine grosse Rolle. Sie taucht dargestellt auf einigen Rollen am Ufer eines Meeres auf. Da die Ojibwa bei ihren Zeremonien Meeresmuscheln benutzten, glauben einige Interpreten der Ojibwa-Mythen, dies belege die Herkunft der Indianer von den Ufern eines Ozeans. Wie sonst, so fragen sie sich, kommt ein Inlandvolk dazu, ausgerechnet eine Meeresmuschel - noch dazu eine, die eigentlich nur im Indischen Ozean und Pazifik vorkommt - in ihren Zeremonien zu verwenden?&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Die Erklärung könnte ganz einfach sein. Die Muschel Cypraea moneta - in der Südsee als Zahlungsmittel verwendet - war in den Zeiten der grossen Ojibwa-Zeremonien leicht zu erhalten. In grossen Mengen wurde mit ihnen in der "Hudson Bay Company" gehandelt, und sie wurden massenweise auf Handelsschiffen mitgeführt und nicht nur in Londoner Warenhäusern en masse zum Verkauf angeboten. Muscheln dieser Art fand man zum Beispiel auch in den Roden Mounds in Alabama, im Serpent Mound in Ontario oder als Zierrat an Kleidung der Cree-Indianer. Diese Muschel war ganz einfach leicht erhältlich. Dass die Ojibwa sie in ihren Zeremonien benutzten, stellvertretend für die glänzende, strahlende "Muschel" Megis, die sie auf den Wanderungen führte, muss nicht bedeuten, dass dies Flugobjekt genaus so wie eine Kauri-Muschel aussah. War keine Cypraea moneta zur Hand, benutzten die Ojibwa auch andere Muscheln bei der Zeremonie. Klar ist nur: Die Ojibwa wollen von einem fliegenden Objekt, das am ehesten von der Form her einer riesigen Muschel glich, in ihre neue / alte Heimat geführt worden sein. &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXiEoaAhYrI/AAAAAAAAAZg/hTLxRw_XspU/s1600-h/Megis.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294127191685161650" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 111px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXiEoaAhYrI/AAAAAAAAAZg/hTLxRw_XspU/s320/Megis.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;                      Darstellungsbeispiele für das Flugobjekt Megis in den Birkenrindenrollen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXiEoRQp6qI/AAAAAAAAAZY/gLi2XY79hzQ/s1600-h/kauri1.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5294127189336910498" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 246px; CURSOR: hand; HEIGHT: 200px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXiEoRQp6qI/AAAAAAAAAZY/gLi2XY79hzQ/s320/kauri1.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;                                                                      Kauri-Muscheln&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Über den Start und den Verlauf der Wanderung des Indianerstammes herrscht bis heute keine Klarheit. In den Sachbüchern wird als Startort mal der Golf von Mexiko, mal der Atlantik angegeben; auch die Wegstationen differieren entsprechend. Können hier die Birkenrindenrollen weiterhelfen? Viele dieser Rollen enden am Leech Lake. Als Wegstation kommt fast überall der Lake Superior vor. Alles andere ist unsicher, bis auf eines: Die Wegrichtung verlief von Osten nach Westen.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Der Ethnologe William Warren (1885) errechnete, dass die Ojibwa etwa um das Jahr 1490 La Pointe erreichten, 120 Jahre bevor Père Allouez, der erste europäische Besucher, an den sie sich erinnern, die Gegend erreichte.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Soweit einige Basis-Mythen-Motive, wie sie auf den Birkenrindenrollen dargestellt sind - einige der wenigen relativ sicher zu interpretierenden Motive. Es ist schade, dass es zu der Zeit, als die Europäer anfingen, sich für diese Rollen zu interessieren, kaum noch Indianer gab, die die ihnen übergebenen Rollen sicher zu deuten wussten. Der weitaus grössere Teil der dargestellten Szenen und Motive sowie unzählige kleine Details sind somit für das Verständnis weitgehend verloren.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Dennoch sind diese zahlreichen verschiedenen Birkenrindenrollen wichtige Belege für die Kernaussage der Paläo-SETI-Forschung: auch hier wird ein Frühzeitkontakt unserer Vorfahren mit nichtmenschlichen Wesen, die von ausserhalb unserer Erde kamen, vorausgesetzt und überliefert.&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Literatur:&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Barnouw, V.: Wisconsin Chippewa Myths and Tales. Madison 1977&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Dewdney, S.: The Sacred Scrolls of the Southern Ojibwa. Toronto, Buffalo 1975&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Dewdney, S. / K.E. Kidd: Indian Rock Paintings of the Great Lakes. Toronto 1967&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Johnston, B.: Und Manitu erschuf die Welt. Köln 1984&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Schoolcraft, H.R.: Oneota, or the Red Race of America. New York, London 1945&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Warren, W.: History of the Ojibwa. Minneapolis 1885&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3103061706587093301-6339729857093725834?l=ermel-nordamerika.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/feeds/6339729857093725834/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/megis-die-fliegende-muschel.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/6339729857093725834'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/6339729857093725834'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/megis-die-fliegende-muschel.html' title='Megis, die fliegende Muschel'/><author><name>Gisela Ermel</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11618136212607057394</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='29' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SUJU_sI2-nI/AAAAAAAAAAY/M_PytAdXCzA/S220/Gix-2007.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXiE7hQb0AI/AAAAAAAAAag/vaGkiFHFhFY/s72-c/James+Red+Sky.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3103061706587093301.post-5507609070078579494</id><published>2009-01-19T06:48:00.000-08:00</published><updated>2009-01-21T04:40:26.452-08:00</updated><title type='text'>Kachinas und Anasazi</title><content type='html'>Gisela Ermel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Rätsel im nordamerikanischen Südwesten&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In: Q'Phaze, Nr. 6, Kassel 2007&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWoJ1xe6II/AAAAAAAAAXg/6i0eGgvhoyU/s1600-h/kachina-dolls.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5293321824050800770" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 233px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWoJ1xe6II/AAAAAAAAAXg/6i0eGgvhoyU/s320/kachina-dolls.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Wer oder was sind Kachinas? Fragt man verschiedene Personen, bekommt man verschiedene Antworten. Einer der Hopi-Indianer würde wohl antworten:"Hohe geachtete Wissende", während ein anderer sagen würde: "Geisterwesen". Wieder ein anderer könnte sagen: "Sie kamen zu uns aus dem Weltraum." Die Zuni kennen diese Wesen unter der Bezeichnung "Koko" und halten sie für Götter und Götterboten. Parallelen zu den Kachinas und Koko wären die Yei der Navajo-Indianer. Bei praktisch allen Indianervölkern des nordamerikanischen Südwestens findet man das Kachina-Motiv. Geht es zurück auf die Zeit der Hochkultur der Anasaszi-Indianer? (s. dazu meinen Artikel: Das Chaco-Phänomen).&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5293321719242125314" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 256px; CURSOR: hand; HEIGHT: 226px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWoDvVJcAI/AAAAAAAAAXY/M8D7CbaaMn0/s320/cush316.jpg" border="0" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Kachinas: Zeichnung von F.H. Cushing, ca. 1890&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Diese rätselhaften Wesen wurden schon interpretiert als Hilfsgeister, Astronauten, Aliens, Zeitreisende, Kulturbringer, Regen-, Ernte-, Feuer oder Fruchtsbarkeitsgötter, Lehrmeister der Menschen, Sternenwesen und noch vieles mehr. Das ist ziemlich verwirrend. Offensichtich aber wurden sie als menschengestaltig vorgestellt, und wenn sie auch von den Felsbildforschern u.a. am Maskenmotiv und am Kopfschmuck erkannt und identifiziert werden, so muss das nicht bedeuten, dass sie "Masken" trugen. Kachinas sind also keineswegs nur die einfachen netten Puppen, die Touristen in den Pueblo-Geschenkeläden von heute kaufen können. Das Kachina-Motiv ist noch immer sehr populär. Man findet Kachinas in Comics, auf U-Bahnhofwänden, in Bankhäusern, auf Seidentüchern, auf Popcorn-Packungen, auf Whiskyflaschen, Keramik, Teppichen, Webereien usw. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWoDg9BTvI/AAAAAAAAAXQ/_HqEXLXwYns/s1600-h/chocolate_kachina.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5293321715382832882" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 244px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWoDg9BTvI/AAAAAAAAAXQ/_HqEXLXwYns/s320/chocolate_kachina.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Schokoladen-Kachina&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Offenbar waren die Kachinas / Koko / Yei laut Mythologie menschengestaltige Fremde, die irgendwann von irgendwoher kamen und irgendwann wieder irgendwohin verschwanden, wobei sie versprachen, einst wiederzukehren. Sie waren den Indianern in vielfacher Hinsicht überlegen, so überliefern die Mythen, sei es an Wissen, Know how oder Ausstattung - soweit grob vereinfacht die Essenz aus den Überlieferungen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Wenn all die Mythen der Indianer nur nicht so verschieden und widersprüchlich wären! Was man allein schon auf die Aussage über die Anzahl und die Namen der Kachinas geben kann, mag man daraus ersehen, dass eine Zeitlang unter den modernen Hopi "Mickeymouse" in das Pantheon der Kachinas aufgenommen worden war und putzmunter bei Zeremonien mitmarschierte und tanzte. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Der eine Ethnologe sagt, es gebe 335 Kachinas, ein anderer sagt, es seien 229. Die Navajo begrenzen ihre Yei auf unter zwanzig, während andere Quellen wieder von über vierhundert verschiedenen Kachinas reden. Ihre Anzahl ist nicht mehr zu bestimmen. Immer wieder fügten Hopi, Zuni und andere Pueblo-Indianer neue Kachinas hinzu, während andere "aus der Mode" kamen, und auch auf Darstellungen wurden Merkmale bestimmter Kachinas nicht immer treu übernommen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Einig sind sich die verschiedenen Indianerstämme ebensowenig über die Herkunft dieser Fremden. Da heisst es einmal, sie entstammten der Unterwelt, dann wieder ist von einer nichtirdischen Örtlichkeit die Rede, vom Kommen aus dem Weltall, von benachbarten Sternen usw. - eine irdische Örtlichkeit allerdings wurde nie als Heimat der Kachinas angegeben.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Während ihres Aufenthaltes unter den Indianern sollen die Kachinas bestimmte Stützpunkte bewohnt haben, zu denen sie sich nach ihren jeweiligen Aktionen zurückzogen. So gelten unter den Hopi die San Francisco Mountains als Kachina-Wohnung, ebenso aber auch ein Platz nahe Pinon namens Kisiwu so wie auch ein Ort bei Springerville in Arizona, eine Stelle im Monument Valley sowie verschiedene Orte, die während des Chaco-Phänomens der Anasazi (ca. 850 - 1150) eine Rolle spielten.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die Zuni erinnern sich an eine Götterstadt, Kolhulwala-wa, die paradoxerweise mal als an einer bestimmten Stelle irgendwo nördlich der Zuni-Siedlung vorgestellt wurde, dann wieder als "in den Wolken gelegen", "Himmelsstadt" genannt . Einige Stellen gelten in den Überlieferungen der Pueblo-Indianer als "Tor zur Kachina-Welt", durch das nicht nur damals die Kachinas diese Welt betreten konnten, sondern durch das man noch heute zu deren Welt gelangen könne. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Eine senkrechte Steintafel am Pfad zu den Felsbildern von Palatki in Arizona gilt als solch eine Verbindungsstelle. Diese dunkle schattige Felstafel stelle ein Tor vor, so meinen einige Indianer, durch das Kachinas zwischen ihrer und unserer Welt verkehren können.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Eine andere Stelle ist ein altarähnliches Gebilde auf dem Gipfel des Twin Angels Mound, das als Tor zur Kachina-Welt gilt. Twin Angels ist eine Felsmetropole der Anasazi, gelegen an einer ihrer langen geradlinigen Roads. Der Canyon de Chelly gilt ebenfalls als Aufenthaltsort der Kachinas. Hier wollen die Navajo von ihren Yei belehrt worden sein.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Einige Hopi betrachten Kiva-Ruinen im Anasazi-Gebiet als ehemalige Wohnungen von Kachinas, und unter den historischen Pueblo-Indianern gelten Kivas (runde unterirdische Räume) unter anderem als Verbindungstore zur Kachina-Welt. Eine Mythe der Acoma, 1928 aufgezeichnet, berichtet über den Bau der ersten Kiva, später als heiliger Platz verehrt, "wo die Kachinas erscheinen können". &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Immer wieder liest man in den Überlieferungen der Pueblo-Indianer, dass die Kachinas für ihre Reisen über Land und Wasser und selbst bis zu fernen Welten materielle Flugkörper benutzten. Insbesondere die Hopi und Zuni erinnern sich an Berichte über "fliegende Schilde". Bei den Hopi kannte man u.a. Paatoowa, das "Objekt, das über das Wasser fliegen kann", auch Taweyah genannt aufgrund dessen Ähnlichkeit der Form mit einem Kürbis.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die Zuni erinnern sich an die sog. Hero Twins, die Ahayata, Zwillingssöhne des Sonnengottes. Sie waren einst zu den Menschen gesandt worden, so überliefern die Zuni, und führten und leiteten sie bei ihrer Wanderung zu den für die einzelnen Stämme vorgesehenen Zielen. Dabei sollen die göttlichen Zwillinge auf fliegenden Schilden gereist sein. Diese Schilde hatte ihnen ihr Sonnenvater gegeben, und mit ihnen konnten sie nicht nur wie auf Wolken über Wasser und Land fliegen, sondern auch zur "Unterwelt" und zum "Land des ewigen Sommers", wo die Götter wohnen. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Diese Schilde werden in den Zuni-Überlieferungen als magische Schilde, Wolkenschilde, Rauchende Schilde, Nebel machende Schilde und Wasserschilde bezeichnet. Die Hero Twins reisten stets auf (oder in?) dem Schild, nicht aber MIT ihm, wie man es ausdrücken würde, wenn es wie ein Schild gegen Angreifer mitgetragen worden wäre. Diese Schilde sollen auch mit Verteidigungsmöglichkeiten ausgestattet gewesen sein, denn die Zuni überliefern, dass Licht- oder Feuerstrahlen, die von diesen Schilden ausgingen, Angreifer und Tiere in Stein verwandeln bzw. zu Stein verbrennen konnten. Die Schilde sollen aus geheimnisvollem "Wolkenmaterial" bestanden haben, auf ihnen war eine Art Kreuz, wo u.a. die "Feuerblitze" herauskommen konnten. Beim Abschied der Hero Twins, die die Indianer wieder verliessen, sollen diese angeregt haben, eine Nachbildung ihrer Flugschilde anzufertigen, um sich immer an sie erinnern zu können. Noch heute repräsentiert ein wunderschönes Netzgewebe aus weissen Baumwollfäden, um einen Ring gespannt und mit daunigen Federn verziert, diesen Schild der Hero Twins.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Auch die Hopi kennen göttliche Zwillinge, die mit einem weissen Schild in Zusammenhang gesehen werden. Die Hero Twins der Navajo, auch hier Söhne eines Sonnengottes (die Mutter ist hier eine Yei / Kachina-Frau), sollen mehrmals ihren himmlischen Vater besucht haben. Dort im "Türkishaus" droben über dem Horizont hatten sie schwierige Abenteuer zu bestehen, die noch heute gerne von den Navajo erzählt werden. Auf alten Felsbildern der Navajo werden die Hero Twins in einigen Fällen neben einem runden, spiralartigen Objekt abgebildet - eine Parallele zu den Flugschilden der Hopi- und Zuni-Mythen?&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5293321716970891746" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 218px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWoDm3pKeI/AAAAAAAAAXI/8pUJOZ_qS34/s320/Navajo-Hero-Twin-Kreis.jpg" border="0" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Felsbild der Navajo: Einer der beiden Hero Twins&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Was aber ist nun von Überlieferungen der Pueblo-Indianer über fliegende Schilde zu halten? Könnten alte Felsbilder hier weiterhelfen? Zu den umstrittensten Motiven auf den Felsbildern des nordamerikanischen Südwestens gehört das des sog. "Schildträgers" und das eines runden, scheibenartigen Objektes. Beim Schildträger handelt es sich um einen runden Kreis, der in einigen Fällen als Basis für einen Körper zu dienen scheint. Ist es ein runder Schild, der einen Körper verdeckt? Meist sind jedoch keine Arme, Beine und schon gar keine Waffen zu sehen, und nur manchmal schauen ein Kopf (der aber fast immer "Fühler" trägt) und Füsse hervor. Der runde Kreis ist manchmal mit einem Muster versehen, manchmal nicht. Die mit Muster auf dem Kreis dargestellten Schildträger weisen meist horizontale Linien auf oder Kreise, Dreiecke, Sterne u.a. geometrische Formen, weshalb auch manche Felsbildforscher vom Streifenpanzer-Motiv reden. Bei vielen derartigen Felsbildern wurde inzwischen festgestellt, dass die hervorschauenden Beine u.a. erst nachträglich dem eigentlichen Bild hinzugefügt wurden.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWoDabGYRI/AAAAAAAAAXA/wJ9CtoR0BXE/s1600-h/All-American-Man.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5293321713629946130" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 178px; CURSOR: hand; HEIGHT: 274px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWoDabGYRI/AAAAAAAAAXA/wJ9CtoR0BXE/s320/All-American-Man.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; All American Man: Eines der typischen "Schildträger"-Felsbilder&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWoDXb2NEI/AAAAAAAAAW4/YXwEGkv7lrA/s1600-h/round_man_house.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5293321712827774018" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 234px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWoDXb2NEI/AAAAAAAAAW4/YXwEGkv7lrA/s320/round_man_house.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Schild-Motiv an der Ruine des Round Man House der Anasazi&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch sehr viel öfter kommen runde Scheiben auf Felsbildern vor, isoliert dastehend, ohne mit einer Figur verbunden zu sein. Die scheibenartigen Gebilde tauchen als Felsbildmotiv erst ab der Zeit nach der rätselhaften Hochkultur der Anasazi-Indianer auf. Dies Motiv muss angesichts seiner Häufigkeit sehr wichtig gewesen sein. Nach dem Zusammenbruch der Anasazi-Kultur verbreitete sich das Motiv in den Regionen rund um das alte Anasaziland. Während der Kollaps-Zeit der Anasazi (= die Zeit zwischen der Hochkultur und dem Verschwinden der Anasazi = ca. 1150 bis 1300) findet man es praktisch in deren gesamtem Gebiet in Utah, Colorado, Arizona und New Mexico, und es wurde auch von den Zeitzeugen-Nachbarn der Anasazi wie Kayenta, Sinagua und Mogollon auf die Felswände verewigt.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Runde scheibenartige Objekte prangen direkt bei Anasazi-Klippenhäusern der Kollapszeit wie z.B. im Round Man House im Tsegi Canyon (das nach einem solchen Felsbild benannt wurde), der Jailhouse Ruin, in Honanki und Palatki und vielen anderen Ruinen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWn0fu4LpI/AAAAAAAAAWw/mFnkSlMSj8g/s1600-h/hona1.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5293321457357041298" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 222px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWn0fu4LpI/AAAAAAAAAWw/mFnkSlMSj8g/s320/hona1.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Rundes Objekt auf einer Felswand von Honanki&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWn0c9B6xI/AAAAAAAAAWo/Mm3WvAR26ec/s1600-h/palatki3.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5293321452989054354" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 145px; CURSOR: hand; HEIGHT: 174px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWn0Pdd_ZI/AAAAAAAAAWg/FOjEa2Njuls/s320/rockart4.jpg" border="0" /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5293321456611093266" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 240px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWn0c9B6xI/AAAAAAAAAWo/Mm3WvAR26ec/s320/palatki3.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Zwei weitere Beispiele für runde Objekte, unten: an der Felswand von Palatki&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;Der klassische Vernal-Stil der Fremont-Region (die Fremont waren primitive Jäger-Sammler-Nachbarn der Anasazi) bietet runde schildartige Objekte en masse, oft neben Spiralen, Punkten, Sternen und phantastisch ausgestatteten menschlichen Figuren. Runde Scheiben gibt es auch im Mesa Verde-Gebiet, im Canyon de Chelly, am San Juan River, am Rio Grande und in Texas. Ganz besonders interessant ist ein Schildmotiv mit kreuzförmigem Muster der Palatki-Ruine in Arizona, erinnert es doch an den "Wolkenschild" der Hero Twins der Zuni-Indianer-Mythe.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Zu unterscheiden ist dies Motiv jedoch von Schildträger-Felsbildern, die von viel späteren Indianern wie Komantschen, Apachen usw. aufbegracht wurden und in diesem Fall in der Tat Verteidigungs-Schilde darstellen auf Kriegsszenen. Diese Schilde bieten also keine echte Parallele zu den alten Schildmotiven im Anasaziland und den umgebenden Regionen und dürfen mit ihnen nicht verwechselt werden.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Das Motiv der "Schildträger" und "Schilde" wird erst seit etwa den 1950er Jahren debattiert. Die Forscher fragen sich, ob man es zu tun habe mit Klanzeichen, mit mythologischen Figuren, mit der Personifikation der Sonne, oder ob hier einfach nur nette Kreise gezeichnet wurden. Oder Spiegel? Oder Sterne? Oder gar Schildkröten, wie jemand spekulierte? Die "Schildträger", so wird von den meisten Archäologen vermutet, seien einfach nur das, was sie darstellen: Personen, die sich mit einem Schild vor Angreifern schützen. Die Sache hat nur einen Haken. Es wurden nur gerade mal zwei Objekte im Anasazigebiet ausgegraben, die - vielleicht! - als Verteidigungsschilde interpretiert werden könnten. Es ist nicht klar, ob die Anasazi überhaupt Schilde herstellten und benutzten. Während der Zeit der Hochkultur hätten sie derartiges Kriegsgerät auch gar nicht nötig gehabt, denn diese Zeit, das ergaben jüngere Ausgrabungen, war eine friedliche Zeit ohne Kämpfe und Kriege. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Was also stellen all die "Schildträger" mit ihren netten "Fühlern" dar? Bisonjäger, vermuten manche, mit "hörnerartigem Kopfschmuck". Die anerkannte Felsbildforscherin Polly Schaafsma will in den runden scheibenartigen Objekten Darstellungen des mittelamerikanischen Regengottes Tlaloc sehen. Dreiecke auf den Kreisen seien möglicherweise Tlalocs Zähne. Felsbilddeutungen gibt es beinahe so viele wie Felsbildforscher. Klar ist hier also noch gar nichts.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Und wenn schon die Pueblo-Indianer von Flugscheiben ihrer Kachinas und Hero Twins reden, so mag ein Zusammenhang zumindest vorgeschlagen werden. Es fällt auf, dass das Motiv der Kachinas und das der runden Objekte erst auftaucht in der Zeit nach der Hochkultur der Anasazi. Welche Erinnerungen an welche Vorkommnisse wurden hier niedergelegt? &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Bei unseren heutigen Cargo-Kulten beispielsweise wurden erst dann Flugzeuge aus Sroh nachgebaut, Antennen aus Zweigen oder Coca Cola-Büchsen-Imitationen usw. angefertigt, nachdem die im Vergleich mit ihnen technologisch höherstehenden Besucher, bei denen die Primitiven diese Gegenstände gesehen hatten, wieder abgereist waren. Sind die Kachina-Darstellungen, die runden Objekte auf Felsbildern und die Mythen um himmlische Lehrmeister eine Erinnerung an unbekannte Masterplaner der Anasazi, die diesen zu einem Kultursprung verhalfen und sie mathematisch und astronomisch vorgeplante Reissbrett-Anlagen sowie kerzengerade rätselhafte Strassen erbauen liessen? Der historische Zeitrahmen scheint dies zu belegen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Historische Spuren der Kachinas:&lt;/strong&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Bis ca. 850: Im nordamerikanischen Südwesten leben primitive Steinzeitbauern, Korbflechter und Grubenhauserbauer, dem Land und dem Klima seit langer Zeit perfekt angepasst. Keine Spur irgendwelcher Kachina-Motive.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWn0D0GDwI/AAAAAAAAAWQ/OHnjCGx_lic/s1600-h/pithouse.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5293321449862729474" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 198px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWn0D0GDwI/AAAAAAAAAWQ/OHnjCGx_lic/s320/pithouse.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Typisches Grubenhaus der Korbmacher-Anasazi&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ca. 850: Ein Teil dieser Steinzeitbauern - etliche Gruppe der Anasazi - machen einen plötzlichen Kultursprung zur Hochkultur ohne dazwischenliegende Entwicklungsstufen. Praktisch von einem Tag auf den anderen beginnen sie ein kompliziertes Bauprojekt. Dessen Zentrum liegt im Chaco Canyon in New Mexico, und es reicht über das gesamte heutige Vierländereck: Utah, Colorado, Arizona und New Mexico. Hier wird nach einem Gesamtplan ein Projekt durchgezogen, das zuvor von einem Team aus Architekten, Astronomen, Mathematikern, Bauingenieuren, Designern, Geometern usw. bis ins Detail vorgeplant worden sein muss. (Masterplaner = Vorbilder der späteren dargestellten und imitierten Kachinas?) Die aus allen Ecken des Anasazilandes herbeigeholten Arbeiter werden angeleitet und kontrolliert. Dieses Projekt, das ohne einen Urheber und ohne eine Kontrollinstanz nicht vorstellbar ist, verbindet Steinbauten, Siedlungen, Kalenderanlagen und ein Strassennetz durch ein unsichtbares astronomisch-geometrisches Liniennetz miteinander. Alles ist mit allem verbunden, jedes Bauwerk, ja jeder Stein kommt an einen ganz genau festgelegten und vorherberechneten Platz. Noch werden keine Kachinas dargestellt, die Anasazi haben wohl auch genug damit zu tun, das enorm arbeitsaufwendige Bauprojekt fertigzustellen. Die Vorbilder für die später dargestellten und imitierten Kachinas leben und wirken wohl noch unter ihnen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die heutigen Archäologen sprechen von einem "Masterplan" und einem unbegreiflichen und rätselhaften Chaco-Phänomen. Doch wer waren die Masterplaner, die dieses immense Bauprojekt entwarfen, ausführen liessen und kontrollierten? Die Archäologen haben darauf bisher keine Antwort finden können. Kein bekanntes Volk und kein zeitgleicher Stamm scheint in Frage zu kommen, nicht einmal die lokalen Anasazigruppen auf Steinzeitbauernniveau. Wofür all dies gebaut wurde, ist immer noch unbekannt. Von den Tausenden von Räumen in den Great Houses und mehrstöckigen Bauwerken wurde anscheinend nur ein Bruchteil "bewohnt" oder benutzt. Die Arbeiter selbst hausten weiterhin in ihren altbewährten Grubenhäusern. Die meisten Roads führten - kerzengerade und über zahlreiche Kilometer hinweg - zu keinem für uns erkennbaren Ziel. Das Bauprojekt überzog das gesamte über vier heutige Staaten reichende Gebiet mit einem geometrisch-astronomischen Muster, das man erst erkennt, wenn man alle Einzelteile auf einer Karte mit Linien verbindet. War dies Muster der eigentliche Zweck des Masterplans? Für wen und für wann wurde dies angelegt? Wir haben bis heute noch nicht einmal alle Linien und Ausrichtungen identifiziert und noch nicht alle Roads wiedergefunden. Der Masterplan ist wahrscheinlich noch phantastischer und umfangreicher, als bisher gedacht.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWnmykp3HI/AAAAAAAAAWI/R1Ix7Mk98sY/s1600-h/Pueblo-Bonito-Reko.gif"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5293321221896264818" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 240px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWnmykp3HI/AAAAAAAAAWI/R1Ix7Mk98sY/s320/Pueblo-Bonito-Reko.gif" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Rekonstruktion des Pueblo Bonito: eines der typischen Great Houses&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Ab ca. 1150: Das Bauprojekt endet so plötzlich und rätselhaft, wie es begann. War der Masterplan abgeschlossen? Für die Anasazi - nun sich selbst überlassen? - beginnt die Zeit des Zusammenbruchs. Sie ziehen um in Felswohnungen, die sie in die steinernen Wände von Canyons bauen, mehr oder weniger weit entfernt vom Chaco Canyon, der nun völlig verlassen ist. Diese Felswohnungen - Cliff Dwellings - sind nahezu unzugänglich und leicht zu verteidigen, noch dazu nahezu unsichtbar unter Felsüberhängen gelegen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWnmiou7qI/AAAAAAAAAWA/28qYuZzk5go/s1600-h/White-House-Canyon-de-Chelly.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5293321217618407074" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 235px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWnmiou7qI/AAAAAAAAAWA/28qYuZzk5go/s320/White-House-Canyon-de-Chelly.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; White House: eine der tpyischen Klippenwohnungen der Kollaps-Zeit der Anasazi&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;An anderen Stellen werden zahlreiche Türme erbaut (Zweck: noch immer unbekannt) und defensive Pueblo-Siedlungen, umschlossen von einer Aussenmauer. War die Zeit des Chaco-Phänomens eine friedliche Zeit gewesen, so ist nun die Zeit des Zusammenbruchs eine Zeit der Überfälle und Metzeleien. Zahlreiche Siedlungen und Cliff Dwellings werden überfallen, die Anasazi an vielen Orten getötet, oftmals sogar gebraten, gekocht und verzehrt. Immer mehr Anasazi verlassen ihr Heim und ziehen davon.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch wer die Feinde oder Angreifer waren, haben die Archäologen bis heute nicht ermitteln können. Was immer damals passierte, es muss so dramatisch gewesen sein, dass die Anasazi angebrochene Mahlzeiten und Wertgegenstände einfach liegen liessen. Wohin die Anasazi verschwanden, ist bis heute völlig unbekannt. Dass die Pueblo-Indianer wie Hopi, Zuni, Acoma usw. ihre Nachfahren sind, konnte nicht bewiesen werden und ist fraglich. Eher sind sie Nachfolger der Zeitzeugen der Anasazikultur, oder sie wanderten erst später ein und hatten Kontakt zu Nachfahren der Zeitzeugen des Chaco-Phänomens.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Ca. 1300: Das Vierländereck Utah, Colorado, Arizona und New Mexico ist so gut wie menschenleer und von den Anasazi verlassen. Rundum bleiben Zeitzeugen zurück, die schon während der Zeit des Chaco-Phänomens und während des Zusammenbruchs der Anasazikultur weiter auf die altbewährte Art der Steinzeitbauern gelebt hatten und dies noch immer tun.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;1330: Früheste archäologische Spur der Kachinas. Homolovi II am Little Colorado River in Arizona ist offenbar eine der frühesten Stätten der Kachina-Religion. Ein grosser, über 1200 Räume umfassender Pueblo mit vierzig Kivas und drei grossen Plazas enthält Wandgemälde mit Kachinatänzern und dem San Francisco Peak. Kachinas befinden sich auch auf Keramikgeschirr und auf den nahegelegenen Felsbildern. Die Hopi glauben, dass hier eine zeitlang die Mitglieder von zweien ihrer Klans gelebt haben und später zur Hopi-Mesa weitergezogen seien.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Bis 1500: Zeit der Ausbreitung der Kachina-Religion, ausgehend eventuell vom Rio Grande-Gebiet, der am stärksten bevölkerten Region nach dem Verschwinden der Anasazi. Kachina-Kulte spielen noch keine so grosse Rolle, Kachinas sind erst einmal vor allem Darstellungsmotiv. Die Felsbilder dieser Zeit zeigen, dass sich die Weltanschauung der Leute geändert haben muss. Beginn einer völlig neuen Religion? Besonders die Felsbilder des Rio Grande-Stils beeinflussten später die Sandmalereien der Navajo, die Kachinamasken der Pueblo-Indianer, das Keramik-Design, Webmuster, Altarmalereien und die späteren Kachinapuppen verschiedener Indianerstämme. Zeitgleich: Felsbilder im Jornada-Mogollon-Stil, den Masken und Wesen mit "Brillenaugen" und rätselhaftem Kopfschmuck dominieren. Die Vorfahen der Jornada-Mogollon waren benachbarte Zeitzeugen der Anasazi-Hochkultur gewesen. Kachina-Motive auch auf Keramik. Der Archäologe Adams über diese Zeit: eine "Explosion von Kachina-Zeremonialismus". Und dies genau in den Regionen um das ehemalige Gebiet des Chaco-Phänomens. Die Anasazi waren verschwunden, aber offenbar überlebten Erinnerungen an ihre Hochkultur mit unbekannten Masterplanern in der Ikonographie und der Religion der umliegenden Nachfahren damaliger Zeitzeugen. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;Ab 1500: In der Zeit kurz vor dem Eindringen der ersten Europäer in den Südwesten der USA werden in allen wesentlichen Pueblos der Hopi, Zuni, Tewa und Acoma als auch denen am Rio Grande - also Randgebieten um das verlassene Anasaziland - Kachina-Zeremonien abgehalten. Blütezeit des Kachina-Kultes.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;1615: Der früheste Hinweis in einem europäischen Schriftdokument: das Wort "cacina" ohne nähere Angaben.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;1681: Einer der frühesten schriftlichen Hinweise auf Kachinas, enthalten in einem Bericht des spanischen Leiters einer Kavallerie-Abteilung, Juan Dominguez de Mendoza. In seiner Schilderung der Zurückeroberung der indianischen Pueblos in New Mexico nach der Pueblo-Revolte von 1680 berichtet er, wie er den verlassenen Pueblo von Puaray betrat und "viele Masken von chacherias, Nachbildungen des Teufels, wie die, die sie in ihren teuflischen Tänzen benutzen" fand. Die Spanier verbrennen selbstverständlich all den "heidnischen Plunder". Auch andere spanische Dokumente aus dieser Zeit erwähnen Pueblo-Zeremonien und Masken, ebenfalls aus voreingenommen christlicher Sicht.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;1850: Erster Beleg für eine Kachina-Puppe. Am Ende des amerikanisch-mexikanischen Krieges wird das Hopi-Gebiet amerikanisches Territorium. In diesem Jahr besucht der Verwaltungs-Agent TenBroeck das Fort Defiance und bringt von dort eine flache Kachina-Puppe mit.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;1880: Ab ca. dieser Zeit beginnen sich die ersten Ethnologen für die Kachinas zu interessieren. Zu dieser Zeit zelebrieren nur noch ein paar wenige, in sehr isolierten Gegenden lebende Pueblo-Völker aktiv Kachina-Kulte und -Zeremonien. Die Forscher fangen an, systematisch Informationen zu sammeln über das Erscheinungsbild, die Geschichte und die Attribute der vielen Kachinas, derenTaten und Aktionen in Riten imitiert und nachgestellt werden. Eine der bedeutendsten Instanzen dieser Forschungen war die Expedition von 1899 bis 1900 zu den Hopi, geleitet durch Dr. Walter Fewkes vom Bureau of American Ethnology. Fewkes liess Zeichnungen anfertigen von den dazu geeignetsten Hopi. Das Ergebnis war eine Serie von über 250 Bildern von Kachinas. Diese Bilder wurden 1903 veröffentlicht zusammen mit Fewkes' Beobachtungen von Hopi-Zeremonien. Diese Darstellungen bildeten nicht nur eine wichtige Quelle für Anthropologen, Ethnologen und Archäologen, sondern interessanterweise auch für indianische Künstler anderer Pueblos, wo die Kachina-Tradition seit dem ersten Kontakt mit den Weissen im 16. Jahrhundert nicht mehr fortgesetzt worden war. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWnmvFdj_I/AAAAAAAAAV4/EdPl-4feSUQ/s1600-h/Fewkes-Zeichnung.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5293321220960129010" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 250px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWnmvFdj_I/AAAAAAAAAV4/EdPl-4feSUQ/s320/Fewkes-Zeichnung.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Kachina: Zeichung eines Hopi in der Fewkes-Sammlung&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Heute: Neue Erkenntnisse darüber, wer die Kachnias waren, wo sie herkamen und wohin sie gingen, gibt es nicht. Nur jede Menge Spekulationen. Mein Vorschlag: Die Überlieferungen über die Kachinas könnten auf Erinnerungen an die Masterplaner der Anasazi zurückgehen, die den Kultursprung verursachten und die durch einen Teil der Indianer ein vorgeplantes Reissbrett-Bauprojekt durchführen liessen, für wen, für was und für wann auch immer.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Literatur:&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Breen, Judy: The Fremont: An enigmatic People and their Rock Art. &lt;a href="http://www.jan.ucc.edu/~kah2/students/Fremont"&gt;www.jan.ucc.edu/~kah2/students/Fremont&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Bunzel, R. L.: Zuni Ritual Poetry. In: 47th Annual Report of the Buerau of Amerian Ethnology, Washington, D.C., 1932&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Cushing, Frank Hamilton: Zuni Fetiches. Second Annual Report of the Bureau of American Ethnology. Washington, D.C., 1880-1881&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Cushing, Frank Hamilton: Outlines of Zuni Creation Myths. 13th Annual Report of the Bureau of American Ethnology. 1891 - 1892. Washington, D.C., 1896&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Ermel, Gisela: Das Anasazi-Rätsel. Leipzig 2005&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Hartmann, Horst: Kachina-Figuren der Hopi-Indianer. Berlin 1978&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;McPherson, Robert S.: Sacred Land, Sacred View. Navajo Perceptions of the Four Corner Region. 1992&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Moyer, David: A Case of Mistaken Identity: Shield Bearing Warriors on the Northwestern Plains. 51th Annual Northwest Anthropological Conference, Missoula 1999&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Schaafsma, Polly: Kachinas in the Pueblo World. Albuquerque 1994&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Schaafsma, Polly: Warrior, Shield and Star. Santa Fé 2000&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Schaafsma, Polly: Tlolocs, Kachinas, Sacred Bundles and Related Symbolism in the Southwest and Mesoamerica. In. Curtis Schaafsma / Carol L. Riley: The Casas Grandes World. University of Arizona Press, Salt Lake City 1999&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Short, Susan: Rock Images of New Mexico. 1999. &lt;a href="http://www.mninter.net/~short"&gt;www.mninter.net/~short&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Waters, Frank: Das Buch der Hopi. Düsseldorf, Köln 1982&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.goldrush.com/~cbjork/RockArt"&gt;www.goldrush.com/~cbjork/RockArt&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.jqjacobs.net/rock_art"&gt;www.jqjacobs.net/rock_art&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.nps.gov/azru"&gt;www.nps.gov/azru&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.sacred-texts.com/nam/hopi"&gt;www.sacred-texts.com/nam/hopi&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.sascred-texts.com/nam/zuni"&gt;www.sascred-texts.com/nam/zuni&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.sidecanyon.com/features/rockart"&gt;www.sidecanyon.com/features/rockart&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.stud.uni-leipzig.de/~tsantsa"&gt;www.stud.uni-Leipzig.de/~tsantsa&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Mehr zum Thema:&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWnmVNtKfI/AAAAAAAAAVo/VK9tuRrD4wo/s1600-h/Anasazi.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5293321214015384050" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 180px; CURSOR: hand; HEIGHT: 180px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWnmVNtKfI/AAAAAAAAAVo/VK9tuRrD4wo/s320/Anasazi.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Gisela Ermel:&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Das Anasazi-Rätsel.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Masterplaner, Kannibalen und Kachinas: Auf den Spuren eines verschwundenen Volkes.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Bohmeier-Verlag, Leipzig 2005&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;ISBN 3-89094-448-5&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;200 Seiten, mit Abbildungen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWnBZc4-SI/AAAAAAAAAVQ/ufP1o_-j0zk/s1600-h/chocolate_kachina.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWnBVR64oI/AAAAAAAAAVI/ayO0JWxHMw8/s1600-h/cush316.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWnBVw37kI/AAAAAAAAAVA/CI9ItlIp7Mk/s1600-h/kachina-dolls.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWnB1zsubI/AAAAAAAAAVg/jHcSe3vQw9M/s1600-h/All-American-Man.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWnBmvpggI/AAAAAAAAAVY/X2ZdhUQvP3A/s1600-h/Navajo-Hero-Twin-Kreis.jpg"&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3103061706587093301-5507609070078579494?l=ermel-nordamerika.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/feeds/5507609070078579494/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/kachinas-und-anasazi.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/5507609070078579494'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/5507609070078579494'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/kachinas-und-anasazi.html' title='Kachinas und Anasazi'/><author><name>Gisela Ermel</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11618136212607057394</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='29' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SUJU_sI2-nI/AAAAAAAAAAY/M_PytAdXCzA/S220/Gix-2007.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXWoJ1xe6II/AAAAAAAAAXg/6i0eGgvhoyU/s72-c/kachina-dolls.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3103061706587093301.post-6750787225046199354</id><published>2009-01-17T00:37:00.000-08:00</published><updated>2009-01-19T05:01:47.472-08:00</updated><title type='text'>Das Chaco-Phänomen der Anasazi-Indianer</title><content type='html'>Gisela Ermel&lt;br /&gt;Rätselhafter Kultursprung&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In: Sagenhafte Zeiten, Nr. 5, Beatenberg 2004&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5292180389288551490" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 226px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGaBl7VJEI/AAAAAAAAAUk/W6a3Hsuzv54/s320/Titel-SZ-Chaco.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das alte Anasaziland im Vierländereck - Arizona, New Mexico, Utah, Colorado - des nordamerikanischen Südwestens mit seinen grandiosen Felsformationen, tiefen, fast senkrecht abfallenden Canyonwänden und hohen Sandsteintafelbergen wirkt beinahe wie eine andersweltliche Region und stellt ein auch heute noch grösstenteils unbesiedeltes Gebiet dar, dessen Besucher sich oftmals fragen: Wie kann man hier freiwillig leben? Die Anasazi-Indianer fragten nicht, sondern sie passten sich über einen langen Zeitraum hinweg dieser unwirtlichen Gegend perfekt an.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Archäologen fanden bereits aus der Zeit ab ca. 7000 v.Chr. Hinterlassenschaften von archaischen Jägern und Sammlern. Hinweise auf frühen Feldbau gibt es ab der Zeit um 1900 v.Chr. Zwischen dem 8. und 7. Jahrhundert vor der Zeitwende begannen die Bewohner des Gebietes Körbe zu flechten und später einfache Grubenhäuser zu bauen, während der von Mais dominierte Speiseplan durch den Anbau von Gemüse wie Bohnen und Kürbisse erweitert wurde.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5292180067123992866" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 198px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGZu1xUGSI/AAAAAAAAAT8/CXoRFEzHVd8/s320/pithouse.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Grubenhäuser wurden mehr und mehr zu Siedlungen zusammengeschlossen, und die sogenannten Korbmacher-Anasazi bearbeiteten Holz, Knochen, Muscheln, Steine und Tierhäute. Als schliesslich mehr angebaut wurde, als man verzehren konnte, wurden oberirdische Lagerräume aus einfachem Mauerwerk errichtet. Alles war friedlich (mehr oder weniger), und alles war perfekt. Die Anasazi hatten sich bestens an das rauhe Land mit heissen, trockenen Sommern und eiskalten Wintern angepasst und es verstanden, wiederkehrende Dürreperioden zu meistern. Besser konnte man in diesem Teil der Welt nicht leben.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Der Masterplan&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch aus diesem Dornröschenschlaf wurden die Anasazi jäh geweckt, um urplötzlich das zu beginnen, was heutige Archäologen ratlos und fasziniert das "Chaco-Phänomen" benannten. Anscheinend übergangslos fingen die Anasazi an, ein Bauprojekt auszuführen, das ein ganzes Team von Architekten, Astronomen, Mathematikern, Bauingenieuren, Maurern, Künstlern, Designern und Geometern entworfen, geplant und durchgeführt haben musste. Bauten sie eben noch einfache Grubenhäuser, so entstanden nun plötzlich grandiose Steinmetropolen, Great Houses, wie sie die Archäologen bewundernd nennen, die wie am Reissbrett entworfen wirken. Die Südwest-Archäologen tauften diese auf die Korbmacherzeit folgende Phase "Chaco-Phänomen" nach dem Chaco Canyon in New Mexico, dem Zentrum dieses aussergewöhnlichen Bauprojektes, und standen vor einem Rätsel: Wie konnte ein solch plötzlicher Kultursprung geschehen? Wer oder was könnte ihn ausgelöst haben?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5292180380806415922" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 212px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGaBGVCBjI/AAAAAAAAAUM/RXIoqpx6coU/s320/Chaco-Canyon-Kin-Kletso.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Chaco Canyon - Zentrum des Kultursprungs der Anasazi&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Praktisch von einem Tag auf den anderen gab es ein komplexes und kompliziertes Bauprojekt, zu dem zahlreiche Steinbauten, über hundert (bislang wiedergefundene) Satellitensiedlungen (Outlier) sowie ein gigantisches Strassennetz gehörten. Bis alles stand, müssen Generationen daran gearbeitet haben, Menschen, die ohne geschriebene Sprache auskamen. Erschwerend kam dazu, dass es sich um ein "Multikulti-Projekt" handelte, welches verschiedene Anasazi-Gruppen aus mehreren Regionen mit möglicherweise verschiedenen Sprachen unter einer gemeinsamen Idee vereinte.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nichts wurde dem Zufall überlassen. Vom ersten Stein an waren die Great Houses exakt vorgeplant. Auch das Konzept für die gesamte riesige zu überbauende Fläche war von Anfang an da. Alles war nicht nur symmetrisch entworfen worden, sondern zudem noch so angelegt, dass sich Linien von Mauern, Bauten oder Baukomplexen ergaben, die nach astronomischen Daten ausgerichtet waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Archäologe John Stein sprach aus, was viele seiner Kollegen dachten: "Das Ganze mus eine absichtliche, intelligente Planung gewesen sein. Ein gigantisches, miteinander verwobenes, entworfenes und geplantes Bauprojekt. Alles befindet sich am genau dafür vorgesehenen und zuvor errechneten Platz." Unter Südwest-Archäologen war die Rede vom geheimnisvollen Masterplan - doch wer waren diese intelligenten und hochstehenden Masterplaner gewesen? Woher auf einmal diese erstaunliche Baulogistik von Menschen, die zuvor lediglich simple Grubenhäuser und primitive Erde-Stein-Mauern kannten? Diese einfachen Korbmacher sollen schlagartig hochentwickelte Architektur, Astronomie und Ingenieurkunst angewandt haben? Am meisten zu schaffen machte den Archäologen die Plötzlichkeit dieses Kultursprungs, der irgendwann kurz vor oder nach dem Jahr 800 stattfand.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Es begann mit drei Steinmetropolen&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Alles begann sehr wahrscheinlich mit den drei Great Houses "Penasco Blanco", "Pueblo Bonito" und "Una Vida" im Chaco Canyon. Penasco Blanco wurde hoch oben auf dem Gipfel eines der drei Tafelberge an das nordwestliche Ende des Canyons erbaut. An der extrem unwirtlichen Stelle mussten erst erhebliche Mengen an Erde entfernt werden, um eine gerade Terrasse für den Bau zu erhalten. Die Baumeister und Planer mussten einen guten Grund gehabt haben, gerade hier einen Baukomplex entstehen zu lassen. Dieser Grund wird erst klar, wenn man die Lokalisation der drei Great Houses im Zusammenhang betrachtet.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Una Vida hätte - am gegenüberliegenden Ende des Canyons - auf einem vollkommen ebenen Abschnitt des Canyonbodens entstehen können, doch dies war offenbar nicht die richtige Stelle. Stattdessen wurde ein Platz daneben mit viel Mühe und Arbeitskraft begradigt und eingeebnet. Die Erdmenge, die bewegt werden musste, bevor der Bau überhaupt beginnen konnte, muss beträchtlich gewesen sein. Die Erbauer - oder Planer - wollten dieses Great House also genau an dieser Stelle haben. Warum?&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Erst in den 1970er Jahren erkannten Archäologen aus dem Lager der Archäoastronomie, was diese beiden Great Houses wie auch viele andere verbindet und was den Chaco Canyon als Zentrum dieses Bauprojekts so einmalig macht. Penasco Blanco und Una Vida liegen am Anfang und am Ende einer geraden Linie, die genau dem Canyonverlauf folgt und - bis zum Horizont verlängert - zu den Punkten der sogenannten Mondwenden läuft.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;(Mondwenden sind die Entsprechungen zu den Sonnenwenden; der Mond erreicht jedoch den gleichen Aufgangs- und Untergangspunkt nicht wie die Sonne einmal jährlich, sondern nur alle 18,6 Jahre einmal.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Auf dieser Mondwendlinie liegt auch das dritte Great House: Pueblo Bonito. Es wurde etwa in der Mitte des Tals auf dem Canyonboden errichtet, direkt vor einem riesigen, bedrohlichen Felsblock, der jederzeit umzustürzen drohte. Doch auch dieser Bauplatz war so wichtig, dass genau hier die Strukturen errichtet wurden. Durch Pfosten, Mörtel und Mauerwerk versuchte man, den Felsblock am Platz zu halten. Schutzmassnahmen, die auch später während des gigantischen Generationen-Bauprojekts immer wieder erneuert und ausgebessert wurden. (Der riesige Felsblock - Threatening Rock - fiel erst 1941 auf die Ruine nach einen Jahr heftiger Regenfälle.)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGaBaXMsYI/AAAAAAAAAUc/jm0GdQOv-0U/s1600-h/PUEBLO_BONITO.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5292180386184212866" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 211px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGaBaXMsYI/AAAAAAAAAUc/jm0GdQOv-0U/s320/PUEBLO_BONITO.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Die Ruine des Great House Pueblo Bonito im Chaco Canyon&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGaBUDD-LI/AAAAAAAAAUU/rPiBxS15frg/s1600-h/penasco-blanco.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5292180384489142450" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 240px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGaBUDD-LI/AAAAAAAAAUU/rPiBxS15frg/s320/penasco-blanco.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Die Ruine des Great House Penasco Blanco im Chaco Canyon&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Astronomische Rätsel&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die genaue Positionierung der ersten drei Great Houses auf der durch den Chaco Canyon führenden Mondwendlinie ist typisch für den Gesamtplan des Chaco-Phänomens, und sie gibt gleichzeitig eine Antwort auf die Frage, warum ausgerechnet die unwirtlichste Ecke des Anasazilandes als Zentrum des Bauprojekts ausgewählt wurde: Eben WEIL gerade durch diesen einen Canyon eine astronomisch relevante Linie führt. Und nicht nur dies: Um ein winziges Stück verschoben führt auch noch eine Sonnwendlinie genau durch den Bergeinschnitt. Beide Linien sind nur wenige Grad voneinander entfernt. Zur Sommersonnenwende scheint die untergehende Sonne durch das Tal, während es zur Wintersonnenwende die aufgehende Sonne ist. Diese Linie ist gekennzeichnet durch eine bislang unausgegrabene sogenannte "Great Kiva" - einen grossen unterirdischen runden Raum - genannt Kin Nahasbas, liegend am Canyonende unweit von Una Vida, sowie das Great House Penasco Blanco.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die genaue Ausrichtung zu astronomisch relevanten Punkten ist einer der grundlegenden Aspekte des Chaco-Phänomens und zeigt eine ganz neue Bauideologie. Immer wieder mussten Untergründe begradigt und Plattformen errichtet werden an Stellen, auf denen man sonst gar nicht hätte bauen können. Auch die Erreichbarkeit von Wasser spielte offenbar keine Rolle bei der Auswahl des Bauplatzes.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Alles zur selben Zeit&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Dieser neue Chaco-Stil trat beinahe überall gleichzeitig auf. Während man im Chaco Canyon mit den ersten Great Houses begann, wurden gleichzeitig weit draussen im Land "Outlier"-Great Houses errichtet. Die Archäologen verzweifeln noch immer bei den Versuchen, die Spuren der strukturellen Wechsel von kleinen Grubenhaussiedlungen zu einer komplex organisierten Zivilisation mit Steinmetropolen, einem Strassennetz (das jedoch nicht als Verkehrswege diente) und einer völlig neuen Mauerwerktechnik mit bearbeiteten Steinen zu finden. Bisher war alle Suche vergebens. Für die Great Houses gibt es keine archäologischen Vorläufer. Das Chaco- Phänomen muss überall beinahe gleichzeitig angefangen haben. Es breitete sich nicht langsam aus, so ein Fazit der Forscher, sondern plötzlich tauchten diese neuen Bautypen allerorts auf: Great Houses, Great Kivas, grossartige Mauertechnik, vorgeplante Architektur und ein Masterplan, der alles miteinander zu einem Gesamtbild vereint. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Gab es eine "Zentrale", die vorschrieb, wie man ab sofort zu bauen hatte? Ja und nein. Denn neben den vom Bauprojekt betroffenen Plätzen wurde im einfachen, bisherigen Stil weitergebaut. Offenbar war das Chaco-Phänomen streng auf genau die Orte und Plätze limitiert, die zum Masterplan gehörten.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5292180061083801650" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 190px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGZufROGDI/AAAAAAAAATk/izK88nY7rug/s320/Chaco-Canyon-GHs.gif" border="0" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Skizze des Chaco Canyon mit den dortigen Great Houses&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Untersuchungen und Forschungen des Solstice Project, einer interdisziplinären Gruppe von Wissenschaftlern mit Schwerpunkt auf Archäoastronomie sowie anderer Fachgebiete, enthüllten seit den 1980er Jahren verblüffende geometrisch-astronomische Muster im Anasazigebiet. Die Archäologen sprechen begeistert über "kosmische Landschaftsarchitektur" oder "Sonnen- und Mondgeometrie". Der Masterplan spiegelte im Grossen die Zyklen von Sonne und Mond wider. Nicht ein einziges Gebäude des Chaco-Phänomens steht ohne metrischen Grund an seinem Platz. Da gibt es allein im Chaco Canyon verschiedene Linien, die auf bestimmte Daten der Sonnenzyklen ausgerichtet, häufiger noch auf Mondzyklen hin angelegt wurden. Diese verbinden Great Houses mit Great Houses, Great Houses mit Great Kivas und überkreuzen sich zudem, dabei auch Outlier-Great Houses mit einbeziehend. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Kein Archäologe hat bisher eine Antwort auf die Frage gefunden, wozu all diese Linien angelegt wurden. Warum zum Beispiel hatte man Pueblo Bonito nicht genau auf dem Schnittpunkt der Nord-Süd-Linie (Pueblo Alto bis Tsin Kletzin) mit der Mondwendlinie (Penasco Blanco bis Una Vida) erbaut, sondern ein kleines Stück daneben? Auf dem Schnittpunkt ist - nichts! Wirklich? Ich war ein wenig überrascht, als ich feststellte, dass sich offensichtlich noch kein einziger Archäologe für die sich aus den Linien ergebenden Schnittpunkte interessierte. Und schon gar nicht wurde an einem der Schnittpunkte in der Erde gegraben. Sind diese Schnittpunkte nur imaginäre Punkte ohne Bedeutung? Oder verbirgt sich hinter ihnen etwas, auf das nur noch niemand gestossen ist?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;em&gt;(Zwischenbemerkung: Ich habe inzwischen eine Vermutung, was hinter diesen unsichtbaren Linien, die ich bislang in Mittelamerika und in Nordamerika bei mehreren Kulturen recherchierte und in Südamerika und anderswo bereits vermute, steckt und dass es möglicherweise einen Zusammenhang gibt zwischen den rätselhaften unterirdischen Materialdepots all dieser Kulturen und diesen Linien. Die Black Hole-Hypothese des Chaco-Phänomens mit der Massenanfertigung von Objekten, die allesamt ins Zentrum geschleppt aber nicht weitergeleitet wurden, könnte damit auch zu tun haben - doch hier muss ich mir diesen Aspekt der Anasazi noch einmal vorknöpfen, nachdem ich nun weiss, wobei ich hellhörig zu werden habe. Mehr dazu in einem noch zu schreibenden Artikel. 19.1.2009)&lt;/em&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;In diesen astronomischen Aspekt des Masterplans waren auch die Bauwerke selbst einbezogen. Etliche Great Houses waren mit ihrer geraden Seite genau nord-südlich ausgerichtet, andere mit der Hauptmauer west-östlich oder nach Sonnen- oder Mondzykluspunkten am Horizont. Diese astronomischen Daten wurden zudem noch mit bestimmten Fenstern und Türöffnungen betont, indem durch sie - und nur zu den entsprechenden Daten - Sonne oder Mond zu sehen waren. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Unter all diesen astronomischen Merkmalen des Chaco Canyon, der Great Houses, Strassen und der Kalenderarchitektur nimmt Fajada Butte eine besondere Stelle ein. Dieser einzeln stehende Felsmonolith am Eingang zum Chaco Canyon war für astronomische Beobachtungen hervorragend geeignet wegen seiner freien Sicht in alle Richtungen. Nahe des Gipfels lehnten die Anasazi drei Felsplatten so gegen die senkrechte Felswand, dass Licht und Schatten auf zwei dahinter in den Felsen geritzte Spiralen geleitet werden. So kann man darauf die Winter- und Sommersonnenwende, die Tages- und Nachtgleiche sowie die Mondwenddaten ablesen. Eine "aussergewöhnliche astronomisch-mathematische Meisterleistung", wie Anna Sofaer, die Leiterin des Solstice Project begeistert schwärmte.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGZukFP-1I/AAAAAAAAAT0/bk95jKnthZQ/s1600-h/sundagger-Skizzw.gif"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5292180062375770962" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 246px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGZukFP-1I/AAAAAAAAAT0/bk95jKnthZQ/s320/sundagger-Skizzw.gif" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGZueZ36nI/AAAAAAAAATs/MfzSJtNwuWg/s1600-h/Fajada-Butte-drei-Tafeln.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5292180060851661426" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 261px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGZueZ36nI/AAAAAAAAATs/MfzSJtNwuWg/s320/Fajada-Butte-drei-Tafeln.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Raffinierte Kalender-Petroglyph-Anlage auf Fajada Butte, Chaco Canyon&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Inzwischen konnten auf Fajada Butte dreizehn weitere Kalenderfelsbilder gefunden werden, darunter eine kuriose Parallele zu dem "Lichtwunder" der Pyramide in Chichen Itzá (Mexiko), wo zu einem bestimmten astronomischen Datum ein schlangengleicher Schatten die Pyramide herabsteigt. Hundertmal kleiner zeigt eine in den Felsen von Fajada Butte eingearbeitete Schlange das gleiche Schauspiel: eine nahezu senkrechte 22 cm lange Schlange mit Kurvenverlauf zeigt zu Equinox und zur Sommersonnenwende ein Licht- und Schattenspiel. Zu Equinox erscheint ein Schatten entlang der Schlange und berührt dabei nach und nach alle Teile vom Kopf bis über den wellenförmigen Körper bis zum Schwanz des Tieren.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Und noch ein auffallendes Felsbild gibt es hier auf Fajada Butte: einen ins Felsgestein eingeritzten Grundriss von Pueblo Bonito, jedoch seltsamerweise spiegelverkehrt. Man erkennt die das Great House teilende Wand, den Platz, an dem sich Kiva A befindet, und den halbrunden Raumblock. Die Teilwand ist hier auf dem Felsbild ebenso exakt nord-südlich angelegt wie die des Great Houses. Am Punkt der Kiva A befindet sich im Felsbild ein kleines Bohrloch, von dem aus ein Stöckchen, am Tag der Sommersonnenwende während der Meridian-Passage der Sonne hineingesteckt, einen senkrechten Schatten genau entlang der radialen Linie des Grundrisses produzieren würde. Über dem Grundriss von Pueblo Bonito zeigt das Felsbild einen Pfeil und eine Spirale. Der D-förmige Grundriss des Great House ist auf dem Bild so dargestellt, als bilde er den Bogen des Pfeiles, und der Pfeil zeigt auf die Spirale. Will uns das Felsbild auf irgendetwas hinweisen?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Unpraktisch - aber gewaltig&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die Südwest-Archäologen rätseln noch immer über diesen unpraktischen Aspekt des Chaco-Phänomens. Sollten die Indianer all das nur erschaffen haben, um genaue Kalenderdaten für die Landwirtschaft oder für Riten zu erhalten? Daran glaubt fast niemand mehr. Nicht angesichts der übertriebenen und überladenen Astro-Architektur. Liegt uns hier vielleicht eine kodierte Botschaft vor, versteckt in den Linien und Schnittpunkten? Diese Great Houses und Linien sind nicht ohne Absicht, nicht aus purer Faszination für bestimmte astronomische Regelmässigkeiten in die Landschaft gesetzt worden.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Erschwerend kommen zur Lösung des Anasazi-Rätsels noch weitere mysteriöse Aspekte des Chaco-Phänomens hinzu. All die Great Houses und anderen Bauten machen den Eindruck, als habe hier jemand ausprobiert, wie man mit den an Ort und Stelle vorhandenen Materialien (und nur mit diesen) das Bestmögliche herausholen kann. Man versuchte, sich nacheinander an verschiedenen Great House-Grundrissen, baute in fast jedes Great House eine nur in diesem vorkommende architektonische Spezialität ein, testete verschiedene, aber ausgefeilte Mauerwerktechniken - manchmal mehrere an einer Stelle direkt nebeneinander wie Anschauungsobjekte. Früher angefangene Great Houses wurden in anderen Designs weitergebaut und die älteren Räume einfach mit Erde zugeschüttet, als hätten sie ihren Zweck bereits erfüllt. Erstaunlicherweise schienen diese späteren Baustilwechsel bereits von Anfang an mit eingeplant gewesen zu sein, so eines der überraschenden Fazits der Chaco-Archäologen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die zeitlich letzten Great Houses machen den Eindruck, als seien sie schnell und hektisch gebaut worden. Musste der Masterplan termingerecht fertig werden? Fest steht: Das Chaco-Phänomen hörte ebenso plötzlich auf, wie es begonnen hatte - vermutlich ca. 1150 n.Chr. (Neue Baumringdatierungen stossen dies Datum immer wieder um, ändern aber nichts mehr an dem ungefähren Zeitrahmen.)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Für wen erbaut?&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Für wen war dies alles erbaut worden? Die Great Houses wurden nie richtig bewohnt und bezogen. Die ausführenden Anasazi-Arbeiter scheinen weiter in einfachen Grubenhäusern gehaust zu haben. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Ebenso rätselhaft ist der Zweck des umfangreichen Strassennetzes mit geschätzten 2400 Kilometern Ausdehnung. Die Archäologen konnten sich inzwischen zumindest darauf einigen, dass diese Roads nicht als Verkehrs- und Transportwege dienten. Sie scheinen überhaupt fast gar nicht benutzt worden zu sein, und es gab keine Ausbesserungsarbeiten. Sie machten den Eindruck, als seien sie so angelegt worden, dass sie gerade mal bis zum Ende des Bauprojektes hielten. Wozu ihre absolute Geradlinigkeit? Ihr "Luftlinien-Look"? Wozu ihr oftmals abruptes Ende im Nirgendwo? &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Und wozu dienten die überhohen Räume zum Beispiel im Pueblo Alto, die zahlreichen Korridore und die sternförmig auf das Haus zulaufenden Strassensegmente? Dieses Great House, von dem 80% der Räume nachweislich nie benutzt wurden, lag inmitten eines chaotisch wirkenden Liniennetzes sich verzweigender Strassen, so wie auch etliche Outlier-Great Houses.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Die Black Hole-Hypothese&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Seltsamerweise scheinen hier beim Pueblo Alto gelegentliche Zusammenkünfte stattgefunden zu haben, bei denen Unmengen Keramik an einer bestimmten Stelle zerbrochen wurde: alles in allem 86 148 Gefässe, deren Scherben aus einem Plattformhügel ausgegraben wurden. 90% des rätselhaften "Schutthaufens" wurden bislang noch nicht sondiert. Merkwürdigerweise wurden hier Gefässe zerbrochen, die im Durchschnitt nur in 17 Scherben zerfielen, während der Durchschnitt überall sonst im Anasazigebiet bei 63-138 Scherben pro Gefäss lag. An keiner anderen Stelle der Anasaziruinen jedoch wurden derart viele zerbrochene Gefässe gefunden. Was ereignete sich in Pueblo Alto vor 1000 Jahren? Verfiel ein ganzes Volk in eine "Polterabend-Manie"?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Und wohin verschwanden all die Materialien, die haufenweise (und nicht über die Roads) von all den Outlier-Siedlungen in den Chaco Canyon gebracht wurden? Archäologen tauften diesen rätselhaften Aspekt die "Black Hole"-Hypothese. Zuerst hatten viele Archäologen gemeint, die Great Houses hätten als Speicher- und Umverteilungszentren gedient. Doch immer mehr Belege wurden gefunden, die diese Hypothese umwarfen. Pueblo Alto vor allem schien als eine Art Sammelplatz fungiert zu haben für Waren, von denen ein Grossteil an Ort und Stelle verbraucht wurde. Die leeren Gefässe wurden zerbrochen und weggeworfen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch wer soll dies getan haben? Die paar wenigen Bewohner des Great House? Pilger? Waren Pueblo Alto und die anderen Great Houses Kultanlagen, die zu bestimmten Zeiten von Pilgermassen aufgesucht wurden? Archäologen sind jedoch immer viel zu schnell mit der religiösen Erklärung zur Hand, wenn alles andere keinen Sinn ergibt. Auch andere Great Houses scheinen Waren aller Art "geschluckt" zu haben, um sie nicht wieder rauszurücken. So gut wie alles wurde - wie? - in den Chaco Canyon gebracht. Der Chaco Canyon wirkte dabei wie ein Schwamm, der alles aufsaugte und nicht mehr hergab.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die Archäologen stehen immer wieder ratlos vor der unüblichen Konzentration von Dingen, die in den Great Houses gefunden wurden. War irgendwo ein Outlier fertiggestellt, so strömten sodann Waren herbei aus dessen Umfeld. Warum wurde all dies gehortet und nicht umverteilt? Anna Sofaer brachte die Erkenntnisse um die Great Houses auf den Punkt: "Die neuesten Forschungen zeigen, dass die Great Houses nicht primär erbaut wurden für einen alltäglichen Gebrauch." Das gilt auch für die Roads - und das ist denn auch schon alles, was man weiss.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;strong&gt;Himmlische Kulturbringer&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die wichtigste Frage aber ist die: Wer waren die geheimnisvollen Masterplaner, die offenbar plötzlich da waren und den Masterplan fix und fertig vorliegen hatten? Sie waren in der Lage, Massen an Anasazi-Arbeitern zu mobilisieren, die ihre Grubenhaussiedlungen zu Beginn des Chaco Canyons für das Bauprojekt verliessen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Man verdächtigte lokale Anasazi-Herrscher, Priester oder mesoamerikanische Auswanderer wie etwas die Tolteken als Initiatoren des Chaco-Phänomens, und man sah sich in zeitgleichen anderen Kulturen um, die als Auslöser des Kultursprungs in Frage kämen. Doch alle bisherigen Hypothesen und Vermutungen mussten verworfen werden. Den Masterplanern war bis heute nicht "auf die Schliche" zu kommen. Vertreter einer anderen Kultur konnten ebensowenig als Verursacher des Chaco-Phänomens verantwortlich gemacht werden wie die Anasazi selbst, die allenfalls als die unter Kontrolle wirkenden Arbeiter in Frage kamen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Wer waren die wenigen Personen, deren ungewöhnlich grosse Skelette - im Vergleich zu den kleinwüchsigen Anasazi - man im Pueblo Bonito und im Outlier Aztec reich bestattet ausgrub? Wer also waren die Masterplaner?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Genau hier aber kann die Paläo-SETI-Forschung ansetzen. Denn sollte es nur ein Zufall sein, dass ausgerechnet nach dem Ende des Chaco-Phänomens in den Regionen rund um das alte Anasaziland mit einem Mal überall auf Felsbildern und Keramik Kachina-Motive auftauchten und Kachina-Rituale zelebriert wurden?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Da haben wir auf der einen Seite diese unbekannten, hochstehenden Verursacher des Chaco-Phänomens, die ebenso plötzlich auftauchten wie sie wieder verschwanden. Auf der anderen Seite existieren Überlieferungen über Kachinas, Kulturbringer "von den Sternen", die einige Zeit unter den Indianern gelebt und wieder fortgegangen sein sollen. Örtlichkeiten des Chaco-Phänomens kommen in den Überlieferungen über diese Kachinas immer wieder vor. Zudem tauchen auf Felsbildern der Zeit nach dem Ende der Anasazi-Kultur seltsame Sternenwesen auf. Warum hat hier noch kein Südwest-Archäologe einen Zusammenhang vermutet? Wenn also als Masterplaner keine andere bekannte Kultur und auch nicht die einfachen Grubenhaus-Anasazi in Fragen kommen - wer denn dann? Haben wir es hier mit einem Eingriff durch Vertreter einer fremden Intelligenz zu tun?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Peter Fiebag stellte bereits 1995 die These auf, zahlreiche Völker Mesoamerikas seien nach einem langfristig angelegten "Götterplan" zu bestimmten Orten gezogen, hätten dort grossartige Anlagen erbaut - astronomisch ausgerichtet -, die sie planmässig wieder verliessen, um einem übergeordneten Plan folgend neue Plätze anzuvisieren. Als Beispiel führte er unter anderem die Olmeken, die Maya, die Teotihuacanos, die Tolteken und die Azteken an, die alle einem fast identischen Schema wie die Anasazi gefolgt sind. Zudem weist Peter Fiebag auf mehrere Orte der Zuni und Hopi hin, an denen sie, den Anweisungen ihrer kosmischen Begleiter folgend, heilige Objekte vergruben. Waren diejenigen, die den Masterplan für die Anasazi ausarbeiteten, identisch mit denen, die überall auf dem amerikanischen Kontinent verantwortlich für eine unglaubliche Bautätigkeit und Wanderungsbewegung waren?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Als die Masterplaner nach dem abrupten Ende des Chaco-Phänomens verschwanden, waren die Anasazi wieder sich selbst überlassesn. Es begann eine Phase, die von den Archäologen mit dem "McElmo-Stil" identifiziert wird. In dieser Epoche begannen Anasazi-Gruppen, es sich in den verlassenen Great Houses und anderen Chaco-Bauten häuslich zu machen. Sie wurden zu Great-"Hausbesetzern". Sie veränderten hier und da Kleinigkeiten, fügten eigene, aber primitive Mauern hinzu oder füllten Chaco-Räume mit Abfällen, modelten Kivas um in solche nach eigenen Vorstellungen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch die Phase währte nicht lange. Unvermittelt begannen die Anasazi allerorten sich in unzugängliche Felswände zurückzuziehen. Erst jetzt erbauten sie sie so berühmten "Cliff Dwellings" der Mesa Verde-Region. Auch anderswo wie in Cliff Palace oder Antelope House sehen wir ähnliches: alle Bauwerke sind mit primitivem Mauerwerk an unzugänglichen Stellen platziert und leicht zu verteidigen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5292179772572414498" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 232px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGZdsevsiI/AAAAAAAAATU/sChKPYPftl4/s320/Cliff-Palace-in_1891.jpg" border="0" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Typische Klippenwohnung der Anasazi aus der Zeit des Kollaps nach dem Chaco-Phänomen&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;An anderen Orten schloss man sich in grosse Defensivsiedlungen zusammen. Gemeinsam lebten die Nachfahren der frühen Anasazi-Kultur nun geschützt hinter Umfassungsmauern. Man begann, Türme en masse zu errichten. Um das Jahr 1200 herum schien jeder Anasazi in einem Defensivbau zu hausen. Doch vor wem oder was hatten sie Angst? Vor wem verschanzten sie sich? Ihre Angst war wohlbegründet, denn es setzte eine Zeit ein der Überfälle, blutigen Metzeleien und Kannibalismus. Zahlreiche Anasazi-Siedlungen wurden überfallen und niedergemacht. Die Leichen liess man entweder achtlos liegen oder sie wurden geröstet und verspeist. Wer waren diese Feinde?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die Forscher haben auch auf diese Frage noch keine Antwort finden können. Es wurden weder fremde Waffen noch Anzeichen gefunden, die auf irgend ein anderes Volk hinweisen. Indianervölker wie die Navajo, Apachen oder Ute mussten als Angreifer wieder verworfen werden, weil diese erst sehr viel später in die von den Anasazi verlassenen Regionen einwanderten. Metzelten die Anasazi sich gegenseitig nieder? Auch das ist ungewiss. Fest steht nur eines: Reihenweise verliessen die Anasazi ihre Siedlungen und verschwanden aus der Geschichte. Spätestens im Jahr 1300 war das gesamte Anasazigebiet menschenleer. Ob die Pueblo Indianer wie Hopi, Zuni und andere deren Nachkommen oder die Nachkommen der Anasazi-Nachbarn darstellen, ist vollkommen unklar. Das Anasazi-Rätsel ist noch lange nicht gelöst.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGZdXVuM3I/AAAAAAAAATM/aJW4w-iI0Io/s1600-h/Kachina_Doll.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5292179766897423218" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 214px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGZdXVuM3I/AAAAAAAAATM/aJW4w-iI0Io/s320/Kachina_Doll.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGZdD-K9YI/AAAAAAAAATE/Ykg6wzdFbIA/s1600-h/kachina-mudhead.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5292179761698370946" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 256px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGZdD-K9YI/AAAAAAAAATE/Ykg6wzdFbIA/s320/kachina-mudhead.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Zwei Kachinafiguren der Pueblo Indianer - Erinnerungen an unbekannte Masterplaner?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Literatur:&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Calogero, P.: Urban Genesis at Chaco. &lt;a href="http://www.calogero.org/Urban/Origins"&gt;www.calogero.org/Urban/Origins&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Fiebag, Peter: Der Götterplan. München 1995&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Gabriel, K.: Roads to Center Place: A Cultural Atlas of Chaco Canyon and the Anasazi. Boulder 1991&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Gwinn, V.R.: Chacoan Outliers: Form and Function. In: Glyphs, Vol. 50, Nr. 10, Tucson 2001&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Kantner, J.: The Anasazi from A.D. 400 to A.d. 700. &lt;a href="http://www.sipapu.gsu.edu/timeline/timeline400.html"&gt;www.sipapu.gsu.edu/timeline/timeline400.html&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Kantner, J.: The Anasazi from A.D. 900 to A.D. 1150. &lt;a href="http://www.sipapu.gsu.edu/timeline/timeline900.html"&gt;www.sipapu.gsu.edu/timeline/timeline900.html&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Lekson, St.: Great Pueblo Architecture of Chaco Canyon, New Mexico. National Park Service 1984&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Lekson, St.: The Chaco Meridian. Walnut Creek 1999, &lt;a href="http://www.nps.gov/chcu"&gt;www.nps.gov/chcu&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Schaafsma, Polly: Warrior, Shield and Star. Santa Fé 2000&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Sofaer, A.: The Primary Architecture of the Chacoan Culture: A Cosmologian Expression. In: Anasazi Architecture and American Design. Albuquerque 1977&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Sofaer, A.: Pueblo Bonito Petroglyph on Fajada Butte: Solar Aspects. In: Celestial Seasoning: Connotations of Rock Art. Papers of the 1994 International Rock Art Congress, ed. by E.C. Krupp 1994&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Sofaer, A. / R. M. Sinclair / L.E. Doggett: Lunar Markings on Fajada Butte, Chaco Canyon, New Mexico. In: A.F. Aveni: Archaeoastronomy in the New World. Cambridge University Press o.J., &lt;a href="http://www.solsticeproject.org/research"&gt;www.solsticeproject.org/research&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Sofaer, A. / R.M. Sinclair: Astronomical Markings at Three Sites on Fajada Butte. In: Astronomy and Ceremony in the Prehistoric Southwest. 1983. &lt;a href="http://www.solsticeproject.org/research"&gt;www.solsticeproject.org/research&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Toll, H.W.: Making and Breaking Pots in the Chaco World. In: American Antiquity, Nr. 66, 2001. &lt;a href="http://www.unm.edu/~fscott/473lab2.htm"&gt;www.unm.edu/~fscott/473lab2.htm&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.colorado.edu/Conferences/chaco"&gt;www.colorado.edu/Conferences/chaco&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.colorado.edu/Conferences/pilgrimage/papers"&gt;www.colorado.edu/Conferences/pilgrimage/papers&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.colorado.edu/Conferences/chaco/cotrad"&gt;www.colorado.edu/Conferences/chaco/cotrad&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.studentwebs.coloradocollege.edu/a_ransome/Pueblo_Alto"&gt;www.studentwebs.coloradocollege.edu/a_ransome/Pueblo_Alto&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.unm.edu/~dap/chaco/text2.htm"&gt;www.unm.edu/~dap/chaco/text2.htm&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Mehr zum Thema:&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGZdH8XPkI/AAAAAAAAAS8/hj7EzkGnPVg/s1600-h/Anasazi.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5292179762764529218" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 180px; CURSOR: hand; HEIGHT: 180px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGZdH8XPkI/AAAAAAAAAS8/hj7EzkGnPVg/s320/Anasazi.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Gisela Ermel:&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Das Anasazi-Rätsel.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Masterplaner, Kannibalen und Kachinas: Auf den Spuren eines verschwundenen Volkes.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Bohmeier-Verlag, Leipzig 2005&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;ISBN 3-89094-448-5&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;200 Seiten, mit Abbildungen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3103061706587093301-6750787225046199354?l=ermel-nordamerika.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/feeds/6750787225046199354/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/das-chaco-phnomen-der-anasazi-indianer.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/6750787225046199354'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/6750787225046199354'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/das-chaco-phnomen-der-anasazi-indianer.html' title='Das Chaco-Phänomen der Anasazi-Indianer'/><author><name>Gisela Ermel</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11618136212607057394</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='29' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SUJU_sI2-nI/AAAAAAAAAAY/M_PytAdXCzA/S220/Gix-2007.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SXGaBl7VJEI/AAAAAAAAAUk/W6a3Hsuzv54/s72-c/Titel-SZ-Chaco.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3103061706587093301.post-2791405237227245843</id><published>2009-01-15T04:08:00.000-08:00</published><updated>2009-01-15T09:48:00.542-08:00</updated><title type='text'>Astronomie der Anasazi</title><content type='html'>Gisela Ermel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Astronomie der Anasazi&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In: Incognitas, Nr. 34, Stuttgart 2006&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Das sog. Chaco-Phänomen der Anasazi-Indianer stellt eines der grossen archäologischen Mysterien Nordamerikas dar. Im Vierländereck - Utah, Colorado, Arizona und New Mexico - machten steinzeitliche Bauern und Korbmacher irgendwann vor oder nach dem Jahr 800 einen plötzlichen und unerklärlichen Kultursprung, indem sie begannen, mehstöckige Bauwerke, steinerne Siedlungen und schnurgerade Strassen zu erbauen. All diesen Aktivitäten lag ein gemeinsamer Masterplan zugrunde, der alles miteinander verband und der nur von einem hochstehenden Team aus Architekten, Astronomen und Mathematikern entworfen worden sein kann.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291500444341878434" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 240px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8vnlnRvqI/AAAAAAAAAS0/tLrHOu57d6o/s320/ChacoCanyon1997.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Chaco Canyon in New Mexico - das Zentrum der Anasazikultur&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die Archäologen, die heute die Ruinen der Anasazi ausgraben und erforschen, stehen vor einem Rätsel, da sie sich nicht erklären können, wer diese Masterplaner gewesen sein sollen. Woher sollten diese Bauern, Korbflechter und Grubenhüttenerbauer so plötzlich Kenntnisse und Fertigkeiten besessen haben, die weder allmählich erworben und entwickelt noch von irgendeiner anderen Kultur übernommen worden waren? Die Forscher haben sich wirklich sehr gründlich nach einer solchen anderen Kultur umgesehen, nachdem sie erkannten, dass es für das Chaco Phänomen keinerlei Vorläufer bei den ansässigen Steinzeitbauern gegeben hatte, doch vergebens.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Am erstaunlichsten erscheint an diesem Masterplan dessen Fixierung auf den astronomischen Aspekt. Untersuchungen und Forschungen im Chaco Canyon (dem Zentrum dieser plötzlichen Hochkultur in New Mexico) und in über zweihundert bisher wiedergefundenen Outlier-Siedlungen enthüllten verblüffende geometrisch-astronomische Muster. Fast das gesamte Vierländereck war offenbar von den Planern dieses Grossbauprojektes in ein mathematisch-astronomisches Beziehungsgeflecht verwandelt worden, bei dem Ausrichtungen nach Sonne und Mond und Bewegungen von Licht und Schatten im Zusammenhang mit Landschaft und Bauwerken miteinander kombiniert worden waren. Die Lokalisation von Gebäuden und Strukturen an ganz bestimmten vorausberechneten Stellen war DAS dem Chaco Phänomen zugrunde liegende Baukonzept.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Der Chaco Canyon war als Zentrum dieses Bauprojektes gezielt ausgewählt worden, obwohl dies die trostloseste Ecke des gesamten Anasazilandes war mit lediglich Sand, Wüste und Felsgestein, glühend heissen Sommern und bitterkalten Wintern. Doch der Verlauf des Canyon bildet eine Linie, die auf einen Punkt am Horizont hinausläuft, an dem der Mond an einem der Mondwenddaten steht. Diesen Punkt erreicht der Mond nur alle 18,613 Jahre einmal, im Gegensatz zur Sonne, die nach einem Jahr zum gleichen Ausgangspunkt zurückkehrt. Diese Mondwendlinie des Chaco Canyon wurde durch zwei Great Houses markiert: Penasco Blanco und Una Vida, beide an entgegengesetzten Enden des Canyon gelegen in gut zehn Kilometern Entfernung voneinander.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8vnZxD5-I/AAAAAAAAASs/C3J-SLyvsgk/s1600-h/Chaco-Canyon-astronomisch.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291500441161689058" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 198px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8vnZxD5-I/AAAAAAAAASs/C3J-SLyvsgk/s320/Chaco-Canyon-astronomisch.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Skizze des Chaco Canyon: von rechts unten nach links oben verläuft eine Mondwendlinie, markiert durch die Great Houses Penasco Blanco und Una Vida (Zeichnung: solsticeproject)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Zudem führt gleichtzeitig eine Sonnwendlinie durch den Chaco Canyon. Zur Sommersonnenwende scheint die untergehende Sonne genau durch den Canyon, während es zur Wintersonnenwende die aufgehende Sonne ist. Diese Linie, die sich nur minimal von der Mondwendlinie unterscheidet, beginnt bei Kin Nahasbas, einem grossen unterirdischen Raum (Kiva), nicht weit entfernt vom Great House Una Vida.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Genau in der Mitte des Canyon überschneidet eine exakt von Norden nach Süden verlaufende Linie die Mondwendlinie. Auf dieser Nord-Süd-Linie wurden die Great Houses Pueblo Alto und Tsin Kletzin erbaut, um sie zu markieren. Penasco Blanco und Una Vida sind beide genau gleich weit vom Schnittpunkt beider Linien entfernt.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Eine andere Mondwendlinie verbindet das Great House Chetro Ketl mit dem in 27 Kilometern Entfernung vom Chaco Canyon liegenden Great House Pueblo Pintato; Pueblo Pintado wiederum ist mit zwei weiteren Great Houses durch astronomische Linien verbunden. Wie viele der Outlier-Great Houses untereinander und mit dem Chaco Canyon durch lunare, solare oder kardinale Linien verbunden sind, ist noch nicht ganz klar. Ständig werden hier neue Details dieses astronomischen Beziehungsgeflechtes identifziert. Andere Linien verbinden Bauwerke mit Punkten am Horizont, an denen die Sonne an den Sonnwenddaten auf - oder untergeht sowie an den Tagen der Tages- und Nachtgleiche. Nimmt man dann noch die geradlinigen Strassen der Anasazi hinzu, deren Netz sich einst wohl auf insgesamt 2400 Kilometer oder mehr erstreckte, so ergibt das alles ein gigantisches Liniennetz, dessen Sinn und Zweck noch niemand begreift und überschaut.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese Strassen mit einer durchschnittlichen Breite von acht bis neun Metern verlaufen total "unvernünftig", indem sie oftmals abrupt enden, manchmal zu mehreren parallel nebeneinander herlaufen und statt Siedlungen zu verbinden zu keinem für uns erkennbaren Ziel führen, dabei Hindernisse in der Landschaft ignorierend.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese unsichtbaren und sichtbaren Linien müssen jedoch für die Masterplaner ungeheuer wichtig gewesen sein, sonst hätte man sich wohl kaum so viel Mühe gemacht mit der exakten Berechnung und Lokalisation all der Bauwerke und Strukturen. Und das für Linien, die man - abgesehen von den Roads - noch nicht einmal sieht! Wir erkennen sie erst seit den 1970er Jahren dank der Archäoastronomie.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8vnNFM5DI/AAAAAAAAASc/PSIEBYm4woM/s1600-h/Chaco-lines-bis-outlier.gif"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291500437756503090" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 210px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8vnNFM5DI/AAAAAAAAASc/PSIEBYm4woM/s320/Chaco-lines-bis-outlier.gif" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Einige der unsichtbaren astronomisch ausgerichteten Linien des Chaco Canyon&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;und der Outlier-Great Houses&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Warum aber liegt Pueblo Bonito - das schönste und berühmteste Great House im Chaco Canyon - für dessen Bau allein gut eine Million Steine bearbeitet und verbaut wurde, mit 700 Räumen und über 30 unterirdischen runden Kammern, alles mehrstöckig, halbkreisförmig angeordnet - nicht genau auf dem Schnittpunkt der Nord-Süd-Linie (Pueblo Alto - Tsin Kletzin) mit der Mondwendlinie (Penasco Blanco - Una Vida), sondern ein Stück daneben? Auf dem Schnittpunkt ist - nichts! Zumindest hat hier noch nie ein Archäologe einmal im Sand gegraben, um dies zu überprüfen.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291499884510392834" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 240px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8vHAFDMgI/AAAAAAAAASU/yGhIFu27-CA/s320/Pueblo-Bonito-Reko.gif" border="0" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Pueblo Bonito: Great House im Chaco Canyon (Rekonstruktion)&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291499884877048450" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 214px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8vHBcd6oI/AAAAAAAAASM/IF_ahA4pbrc/s320/Chetro-Ketl.jpg" border="0" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die Ruinen von Chetro Ketl, einem der Great Houses im Chaco Canyon&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch Pueblo Bonito wurde nicht aus Versehen am falschen Platz erbaut, denn dies Great House bezeichnet mit Chetro Ketl eine exakt west-östlich verlaufende Linie, die einen weiteren Schnittpunkt auf der Nord-Süd-Linie ergibt. Das astronomisch-kardinale Linienmuster all dieser Great Houses und Outlier-Strukturen weist noch zahlreiche weitere Schnittpunkte auf. Wir haben keine Ahnung, ob diese Schnittpunkte von irgendeiner Bedeutung waren für die Anasazi.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Um die Bauwerke auf die exakt vorausberechneten Stellen erbauen zu können, nahmen die Anasazi viel Mühe und zusätzliche Arbeit auf sich. Una Vida, das Great House am östlichen Ende des Canyons, hätte auf einem vollkommen ebenen Abschnitt des Talbodens erbaut werden können. Doch war dies offenbar nicht die "richtige" Stelle. Statt dessen wurde ein Platz direkt daneben mit grossem Arbeitseinsatz eingeebnet und begradigt. Die Menge an Erde, die dazu bewegt werden musste, bevor der Bau überhaupt beginnen konnte, muss beträchtlich gewesen sein. Auch für Penasco Blanco am entgegengesetzten Canyonende hatten erhebliche Mengen an Erde entfernt und eine grosse ebene Terrasse erbaut werden müssen, um das Great House überhaupt hierher bauen zu können, ganz abgesehen davon, dass diese Stelle hoch oben auf dem Canyonrand sommers wie winters gleich zugig und unwirtlich war.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Selbst für Pueblo Bonito in der Talmitte drunten hätte es einen viel besser geeigneten Bauplatz geben können. Direkt hinter dem Great House stand ein bedrohlicher riesiger Felsblock, der jederzeit auf den Baukomplex zu stürzen drohte. Doch diese Stelle schien so wichtig zu sein, dass man trotz der drohenden Gefahr hierher baute und durch Pfosten, Mörtel und Mauerwerk versuchte, den Felsblock am Platz zu halten. Der gewichtige Felsgigant "Threatening Rock" hielt - bis er am 21. Januar 1941 auf die wiederentdeckte und teilweise ausgegrabene Ruine herabstürzte und zahlreiche ehemalige Räume zertrümmerte. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8vGqfGmRI/AAAAAAAAAR8/EiDIeSSr6vk/s1600-h/Threatening-Rock.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291499878714087698" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 205px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8vGqfGmRI/AAAAAAAAAR8/EiDIeSSr6vk/s320/Threatening-Rock.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Der Threatening Rock hinter Pueblo Bonito, als er noch stand&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291499881503664914" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 270px; CURSOR: hand; HEIGHT: 190px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8vG04MKxI/AAAAAAAAASE/n1I7kL7cV2Q/s320/Threatening-Rock-Zerst%C3%B6rung.gif" border="0" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Trümmer des Threaatening Rock auf Pueblo Bonito&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;An verschiedenen Stellen mussten vor dem Bau der Great Houses und anderer Bauwerke Untergründe begradigt und Plattformen errichtet werden an Stellen, wo man sonst nicht hätte bauen können. Die Auswahl der Bauplätze durfte offenbar auch keine Rücksicht nehmen auf mögliche nahe Wasserquellen oder nahegelegene Anbaufelder.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Nicht nur, dass all diese Bauwerke an bestimmten exakt vorausberechneten Stellen erstellt wurden, um ein unsichtbares astronomisch-mathematisches Liniennetz zu ergeben, darüberhinaus erstreckte sich dieser exzentrische Masterplan auch noch auf den Grundriss einzelner Gebäude. Great Houses wurden so errichtet, dass deren Hauptseite exakt nach Norden oder Süden zeigte oder aber genau in die Richtung einer der Sonnwend- oder Mondwendpunkte am Horizont. Manchmal waren es statt dessen die Rückwände der Gebäude, dann wieder die Längsachsen oder eine Trennwand, manchmal mehreres auf einmal. Offenbar war hier keine Wand hochgezogen worden, die nicht zuvor genau im Masterplan vorherbestimmt worden war.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch damit noch nicht genug. Bestimmte Fenster- und Türöffnungen innerhalb der Great Houses wurden so angelegt, dass durch sie hindurch bestimmte astronomische Ereignisse an den jeweiligen Tagen zu sehen waren, malerisch umrandet von dieser Öffnung im Mauerwerk. Dies waren Sonnwendauf- und / oder -untergänge ebenso wie - auch hier bevorzugt wie bei den Linien - Mondauf- oder -untergänge an den Daten der Kleinen oder Grossen Mondwenden.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8vGXUsa4I/AAAAAAAAAR0/XTf_FJCxEzc/s1600-h/Mondwende-Pueblo-del-Arroyo.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291499873570155394" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 314px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8vGXUsa4I/AAAAAAAAAR0/XTf_FJCxEzc/s320/Mondwende-Pueblo-del-Arroyo.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Der Mond am einem Mondwenddatum im Fenster von Pueblo del Arroyo&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die raffinierteste astronomische Anlage aber befindet sich auf Fajada Butte, einem einzeln stehenden riesigen Felsmonolithen am Eingang zum Chaco Canyon. Dort hatten die Anasazi mit drei ca. 2000 kg schweren Sandsteintafeln, die sie nach genauer vorheriger Berechnung schräg gegen die Felswand lehnten, in Verbindung mit dahinter angebrachten Petroglyphen eine Kalenderanlage erschaffen, an der sich Sonnwend- und Mondwenddaten ablesen liessen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8utDoY4rI/AAAAAAAAARs/GAaV-xCQmek/s1600-h/Fajada-Butte-drei+Felsen.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291499438787322546" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 281px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8utDoY4rI/AAAAAAAAARs/GAaV-xCQmek/s320/Fajada-Butte-drei+Felsen.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Die Felskalenderanlage auf Fajada Butte im Chaco Canyon&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291499435842609666" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 240px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8us4qUIgI/AAAAAAAAARk/pinQv705bMU/s320/Fajada-Butte-Skizze-2.jpg" border="0" /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291499437514629170" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 230px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8us-49IDI/AAAAAAAAARc/9nCnLGY0eL0/s320/Fajada-Butte-Skizze.jpg" border="0" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Sonnenstrahlen markierten astronomischen Daten auf dem Felsbild Sonnenwenden und Mondwenden: Fajada Butte&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Inzwischen konnten Forscher noch über zehn weitere Petroglyph-Kalender auf Fajada Butte entdecken sowie eine rätselhafte spiegelverkehrte Grundrisszeichnung von Pueblo Bonito mit darüberliegender Spirale und Pfeil, deren Bedeutung noch niemand weiss.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8uspgqozI/AAAAAAAAARU/GLvVvA-LnHA/s1600-h/Rockart-Fajada-Butte.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291499431775609650" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 294px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8uspgqozI/AAAAAAAAARU/GLvVvA-LnHA/s320/Rockart-Fajada-Butte.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Rätselhaftes Felsbild auf Fajada Butte&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch warum und für wen wurde all dies genau so und genau da erbaut? Wozu die immense Mühe? Verblüfft mussten die Anasazi-Archäologen inzwischen zugeben, dass hier nichts wirklich als Wohnstatt erbaut worden war. In den wunderbaren mehrstöckigen Great Houses mit individuellen und immer wieder anderen Grundrissen und Designs hatten nicht mehr als ein paar wenige Personen gehaust. Die Planer? Die Kontrolleure? Priester? Die Anasazi-Elite? Die Bauarbeiter wohnten hier jedenfalls nicht, die waren in einfachen Grubenhäusern nach altem Baustil untergebracht. Es gibt so viele Theorien über die wenigen Bewohner der Great Houses, wie es Anasazi-Archäologen gibt. Anfangs glaubte man noch, diese mehrstöckigen Apartmenthäuser seien von Tausenden von Leuten bewohnt worden. Doch anhand der gefundenen Artefakte, der Menge an Nahrungsresten, der Herde und Feuerstellen usw. musste diese Vorstellung revidiert werden. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Der Archäologe Thomas C. Windes ermittelte bei seinen Ausgrabungen in Pueblo Alto, dass hier nicht nur eine extrem geringe Bewohnerzahl angenommen werden muss, sondern dass von Anfang an nur etwa ein Viertel des Great House überhaupt für das Bewohnen konstruiert worden war. Und das, wo gerade nach hier bzw. von hier fort eine ganze Anzahl Chaco Roads führte. Dieses 130 Räume umfassende Great House, hoch oben auf der Nord-Mesa den Chaco Canyon gelegen, hatte aussergewöhnlich hohe Räume mit über vier Meter hohen Wänden, und zwischen den Räumen verliefen zahlreiche Korridore. Wozu dies Great House diente, ist völlig unbekannt. Auch in Pueblo Bonito hatte nur eine sehr kleine Anzahl Bewohner gehaust, konzentriert auf ein einziges Stockwerk, obwohl die 700 Räume Platz für viele hundert Leute geboten hätten. Nicht viel anders verhielt es sich mit den restlichen Great Houses. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Sinn und Zweck dieses Masterplans ist den Archäologen noch vollkommen unbekannt, wenngleich auch bereits ein ganzes Sammelsurium an Hypothesen und möglichen Erklärungen zusammengetragen wurde. Klar ist nur, dass all dies - das Bauprojekt mit den Great Houses, Outlier-Siedlungen, Roads, Kalenderanlagen usw. - von unbekannten Masterplanern entworfen wurde. An der Verwirklichung des Bauprojekts müssen zahlreiche Menschen über Generationen hinweg beteiligt gewesen sein. Sie wurden offenbar aus den kleinen Grubenhaus-Siedlungen rekrutiert, die es im Chaco Canyon und im restlichen Vierländereck vor Beginn des Kultursprungs gab. Einige Gegenden waren ab Beginn des Bauprojekts regelrecht entvölkert, wie z.B. der Tsegi Canyon, die Sleeping Ute Mountains oder die Mesa Verde-Region. Diese Menschen hatten offenbar allesamt ihre Wohnstätten verlassen, an denen sie so gut an Landschaft und Klima angepasst jahrhundertelang gelebt hatten, um nun in den öden Chaco Canyon abzuwandern oder an die Ecken, wo die Outlier-Siedlungen des Chaco Phänomens erbaut wurden. In anderen Regionen lebten Anasazi weiter nach althergebrachter Weise der Korbmacher- und Grubenhausart; sie waren offensichtlich nicht in das Chaco Phänomen involviert.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Warum hatten die Anasazi während der Zeit des Chaco Phänomens ein derartiges Interesse an Astronomie? Was war so wichtig an den unsichtbaren Linien und an den zahlreichen Kalenderanlagen? Gab es eine Alltagsnotwendigkeit, die diesen Aspekt erklären könnte? Dass es darum ging, Kalenderdaten für die Landwirtschaft zu ermitteln, daran glaubt schon lange kein Archäologe mehr. Den Feldbau hatten die einfachen Anasazi aus der Zeit vor dem Chaco Phänomen sehr gut jahrhundertelang ohne solche Anlagen gemeistert. Und was sollte der 18,613 Jahre dauernde exzentrische Mondzyklus auch für einen Nutzen für Saat und Ernte haben? Die Anasazi machten all diese astronomischen Details ihres Masterplans mit einer Weitschweifigkeit und Genauigkeit, die weit über jeden praktischen Nutzen hinausgeht. Wozu diese übertriebene und überladene Astronomie-Architektur? Wenn Archäologen nichts mehr einfällt, kommen sie stets auf dieselbe Notlösung: die Religion. Brauchten die Anasazi die Kalenderdaten für Zeremonien oder Rituale? Hatten die riesigen Great Houses zu bestimmten Zeiten Pilgermassen beherbergt? Die Sache hat nur einen Haken: es gibt keine eindeutigen Funde, die diese Hypothese bestätigen würden, und wir wissen nichts über eine mögliche Religion der Anasazi.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Oder liegt in diesen unsichtbaren Linien mit Schnittpunkten, für die sich bislang noch kein Archäologe vor Ort interessierte, eine Botschaft vor, die wir nur noch nicht erkennen? Die Great Houses und Linien sind nicht ohne Absicht oder aus purer Faszination für bestimmte astronomische Regelmässigkeiten in die Landschaft gesetzt worden, sondern nach vorher genau durchdachtem und festgelegtem Plan. Aber wo und wie soll sich aus dem Nichts heraus unter einfachen Steinzeitbauern eine so hochstehende Vermessungstechnik entwickelt haben? Und all dies bloss für Kalender? Die Astronomie allein kann für die Erklärung all der zielgenauen Lokalisationen nicht genügen. Enthält der Masterplan eine mathematisch-geometrisch verschlüsselte Botschaft? Wenn ja: von wem? Den Anasazi - oder ihren unbekannten Masterplanern?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Das Chaco Phänomen endete ebenso plötzlich, wie es begonnen hatte. Offenbar dauerte es nur bis zu dem Zeitpunkt an, bis der Masterplan vollendet war. Danach wurde kein Great House mehr erbaut, keine unsichtbare Linie mehr dem Ganzen hinzugefügt. Für die Anasazi begann ein ganz neuer Abschnitt: die Kollaps-Phase.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Zuerst gab es - alleingelassen von den Masterplanern? - ein paar halbherzige Versuche, in kleinen Gruppen Teile der verlassenen Great Houses zu bewohnen. Great "Hausbesetzer" riessen hier ein paar Wände ein, fügten dort ein paar primitive Mauern hinzu, doch dann begann der gross Run in die Felsenklippen in weiten Teilen des Anasazilandes, wo man sich im Vergleich mit den Great Houses eher primitiven Klippenwohnungen an den unzugänglichsten Stellen in steilen Felswänden verschanzte und versteckte. Vor wem? Darauf gibt es noch keine Antwort. Masterplaner schienen nicht mehr unter den Anasazi zu wirken, statt dessen wurden zahlreiche kleine Siedlungen und Klippenwohnungen überfallen, die Bewohner dahingemetzelt und in vielen Fällen dann auch noch zerlegt, gekocht, geröstet und verzehrt. Die Anasazi liessen nach und nach alles stehen und liegen - manchmal sogar ihre wertvollsten Besitztümer und bereits angerichtete Mahlzeiten - und verschwanden. Wohin? Auch darauf gibt es noch keine Antwort. Um das Jahr 1300 war praktisch das gesamte alte Anasaziland in Utah, Colorado, Arizona und New Mexico menschenleer. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Aber in den umliegenden Regionen fingen Felsbilder an, von Wesen zu erzählen, die von den viel späteren Pueblo-Indianern (Hopi, Zuni u.a.) als Kachinas bezeichnet wurden: himmlische Lehrmeister, die eine Weile unter den Indianern gelebt und gewirkt hatten. Die Masterplaner des Chaco Phänomens??? &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Literatur:&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;Calogero, Pietro: Urban Genesis at Chaco. 2000. &lt;a href="http://www.calogero.org/UrbanOrigins"&gt;www.calogero.org/UrbanOrigins&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ermel, Gisela: Das Anasazi-Rätsel. Leipzig 2005&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Kantner, John: The Anasazi from A.D. 900 - A.D. 1150. &lt;a href="http://www.sipapu.gsu.edu/time/timeline900"&gt;www.sipapu.gsu.edu/time/timeline900&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Kantner, John / Keith Kintigh: The Chaco World. Tucson 2002&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Kantner, John / N.M. Mahoney: Chacoan Great Houses Communities across the Anasazi Landscape. Tucson 2000&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Sofaer, Anna: The Primary Architecture of the Chacoan Culture: A Cosmological Expression. In: B.H. Morrow / V.B. Price: Anasazi Architecture and American Design. Albuquerque 1997&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Varien, Mark: Regional Context: Architecture, Settlement Patterns and Abandonment. &lt;a href="http://www.crowcanyon.org/ResearchReports/Site/Testings"&gt;www.crowcanyon.org/ResearchReports/Site/Testings&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.astronomy.ponoma.edu/archeo/outside/chaco"&gt;www.astronomy.ponoma.edu/archeo/outside/chaco&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.solsticeproject.org/research"&gt;www.solsticeproject.org/research&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;Mehr zum Thema:&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8usmjYZfI/AAAAAAAAARM/uePGvg9a6Kw/s1600-h/Anasazi.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291499430981690866" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 180px; CURSOR: hand; HEIGHT: 180px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8usmjYZfI/AAAAAAAAARM/uePGvg9a6Kw/s320/Anasazi.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Gisela Ermel:&lt;br /&gt;Das Anasazi-Rätsel.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Masterplaner, Kannibalen und Kachinas: Auf den Spuren eines verschwundenen Volkes.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Bohmeier-Verlag, Leipzig 2005&lt;/div&gt;&lt;div&gt;ISBN 3-89094-448-5&lt;/div&gt;&lt;div&gt;200 Seiten, mit Abbildungen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3103061706587093301-2791405237227245843?l=ermel-nordamerika.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/feeds/2791405237227245843/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/astronomie-der-anasazi.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/2791405237227245843'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/2791405237227245843'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/astronomie-der-anasazi.html' title='Astronomie der Anasazi'/><author><name>Gisela Ermel</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11618136212607057394</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='29' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SUJU_sI2-nI/AAAAAAAAAAY/M_PytAdXCzA/S220/Gix-2007.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW8vnlnRvqI/AAAAAAAAAS0/tLrHOu57d6o/s72-c/ChacoCanyon1997.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3103061706587093301.post-7362784686007660523</id><published>2009-01-14T04:42:00.001-08:00</published><updated>2009-01-15T02:56:08.100-08:00</updated><title type='text'>Waren die Anasazi Kannibalen?</title><content type='html'>Gisela Ermel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;US-Forscher verärgert Indianer-Freunde: "Waren die Anasazi Kannibalen?"&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Knochenreste weisen verdächtige Spuren auf&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In: Mysteries, Nr. 5, Sept./Okt. 2007, Basel 2007&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Im Südwesten der heutigen USA lebte einst das Volk der Anasazi. Ihre Kultur gibt bis heute Rätsel auf, die von der archäologischen Forschung noch nicht gelöst werden konnten. Wer veranlasste ca. 850 den plötzlichen und unerklärlichen Kultursprung der Steinzeitbauern zum mysteriösen "Chaco-Phänomen" (benannt nach dem Chaco Canyon in New Mexico, dem Zentrum der Kultur) mit seinen wie am Reissbrett entworfenen, astronomisch orientierten Städten, seinem bizarren Straßensystem und seinen gigantischen, mehrstöckigen Great Houses? Warum kam das Ende des Chaco-Phänomens ebenso abrupt und plötzlich wie sein Anfang? Warum brach diese Kultur zusammen, und warum verschanzten sich die Anasazi während dieser Kollapszeit in unzugänglichen Klippenwohnungen hoch oben in steilen Felswänden? Und warum war um das Jahr 1300 das Anasaziland im Vierländereck von Colorado, Utah, Arizona und New Mexico so gut wie menschenleer? Wohin verschwanden die Anasazi? Auf all diese Fragen gibt es bislang noch keine Antworten.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW3eqa5b20I/AAAAAAAAARE/KPSQJuhtP_A/s1600-h/Karte-VierlÃ¤ndereck.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291129957586295618" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 225px; CURSOR: hand; HEIGHT: 179px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW3eqa5b20I/AAAAAAAAARE/KPSQJuhtP_A/s320/Karte-Vierl%C3%A4ndereck.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Das Vierländereck - die Region der Anasazi&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291129819931357170" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 238px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW3eiaF8L_I/AAAAAAAAAQ8/AtzSeji4pGc/s320/Pueblo-Bonito.jpg" border="0" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW3eiSk5BSI/AAAAAAAAAQ0/lQszePDhaos/s1600-h/Spruce-Tree-House.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291129817913689378" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 222px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW3eiSk5BSI/AAAAAAAAAQ0/lQszePDhaos/s320/Spruce-Tree-House.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Oben: Pueblo Bonito, eines der Great Houses des Chaco-Phänomen der Anasazi&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Unten: Eine der typischen Klippenwohnungen der Kollaps-Phase der Anasazi&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Ein Kapitel der Geschichte des nordamerikanischen Südwestens ist besonders grausam und schaurig. 1967 begann ein junger Anthropologe, Christy G. Turner, die zu dieser Zeit noch als friedlich geltenden Anasazi in einem neuen Licht zu sehen. Turner untersuchte damals prähistorische Menschenzähne im Museum of Northern Arizona in Flagstaff. Seine Arbeit hatte zum Ziel, die Einwanderung von Asien nach Amerika anhand der Untersuchung menschlicher Zähne an prähistorischen Skeletten zu belegen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Am letzten Tag seiner Forschungsarbeit bat Turner den Kurator des Museums, eine große Kiste von einem oberen Regalbrett herunterzuholen, die ihm schon lange ins Auge gestochen hatte. Die Kiste enthielt laut Aufschrift die Überreste eines Ausgrabungsplatzes am Polacca Wash, einem Arroyo unter der First Mesa des Hopi-Reservates. An diesem Platz war 1964 durch den Archäologen Alan P. Olsen ausgegraben worden. Turner öffnete die Kiste und starrte auf eine bizarre Kollektion von mehr als tausend menschlicher Knochenstücke. "Das sieht ja aus wie Abfälle einer Mahlzeit!" soll Turner spontan ausgerufen haen. Die Fragmente machten auf ihn den Eindruck von zerbrochenen und angebrannten Tierknochen, wie man sie in Anasazi-Abfallhaufen gefunden hatte. Da Turner aber bereits gerichtsmedizinische Erfahrungen hatte, fiel ihm sofort auf, dass er offensichtlich Knochen vor sich hatte, die aussahen wie diejenigen der Opfer von Gewalteinwirkung, die er in den Police Departments gesehen und untersucht hatte. Da Turners Arbeit in Flagstaff beendet war, nahm er die Knochen mit an die Arizona State University, wo er als Professor tätig war. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;1968 stelle er seine Untersuchungsergebnisse, die er bei der Erforschung dieser Knochen erlangt hatte, in einem Vortrag zur Diskussion, den er während eines archäologischen Meetings in Santa Fe hielt. Turner berichtete, dass diese Knochen vom Polacca Wash zu einer Gruppe von dreißig Leuten gehörten, die meisten davon Frauen und Kinder, die getötet und mit Gewalt zerstückelt worden seien. Insbesondere die Köpfe zeigten große Schäden. Jeder der Schädel war eingeschlagen worden, meist von vorne, mitten ins Gesicht des Opfers, und dies zu einem Zeitpunkt, da sich das Fleisch noch an den Knochen befunden hatte. Offensichtlich war dies geschehen, um die Gehirne zu entnehmen. Die restlichen Knochen, so berichtete Turner weiter, zeigten Kratzspuren, Schnittspuren, Spuren von Schlägen, Zersplitterung, Gemetzel, Zerfleischung und darüber hinaus auch noch Brandspuren. Die größeren Knochen waren in kleine Stücke zerbrochen worden, wohl, so vermutete er, damit sie in einen Kochtopf hineinpassten. Olsen, der Ausgräber, hatte die Knochen als prähistorisch eingeschätzt. Als Turner seinen Vortrag mit dem Fazit beendete, die Knochen seien wohl die Überreste einer Kannibalenmahlzeit, war es totenstill im Saal. Ungläubige Blicke starrten auf Turner. Bald wurde gemurmelt, und dann drangen die Kollegen auf ihn ein, die ihm klarzumachen versuchten, es müsse eine andere Erklärung für den Befund geben, Turner sei ihm Irrtum.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW3eiDgCnAI/AAAAAAAAAQs/irQT9rs2ytI/s1600-h/Turner-Chaco-ruin.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291129813866814466" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 228px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW3eiDgCnAI/AAAAAAAAAQs/irQT9rs2ytI/s320/Turner-Chaco-ruin.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Prof. Christy G. Turner innerhalb einer Anasazi-Ruine&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Während der nächsten Jahre vertiefte sich Turner mehr in die archäologischen Funde, die Spuren von Kannibalismus aufzuweisen schienen. Verwundert stellte er fest, dass er nicht der Erste war, der solche Spuren in diesem Sinne gedeutet hatte, und las mit Interesse die spärlichen Aussagen der Ausgräber und Scherbensucher des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts wie Wetherill, Hough, Fewkes, Hodges, Pepper und anderer. Es wunderte ihn nach der Reaktion auf seinen Vortrag in Santa Fe nicht, dass diese Aussagen und Vermutungen damals niemand ernst genommen hatte.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;1988 wollte Turner seine Kannibalen-Hypothese auf der 51. Pecos Konferenz vorstellen, immer noch eines der wichtigsten regelmässig abgehaltenen archäologischen Meetings in Nordamerika, diesmal in Dolores, Colorado, stattfindend. Man plante Turner mit ein, und laut Programm sollte es innerhalb der Konferenz ein Mini-Symposium geben über Kannibalismus. Doch buchstäblich in letzter Minute musste das Programm umgeschmissen werden aufgrund erboster Anrufe eingeladener Referenten und Teilnehmer und aufgrund der Androhung von Störungen, falls das Mini-Symposium stattfinden solle. Es war das erste Mal in der Geschichte der Pecos Konferenz, dass ein Programmteil abgesagt werden musste, da die Planer des Meetings negative Schlagzeilen befürchteten.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Anfang der 1990er Jahre untersuchte der Paläoanthropologe Tim D. White Knochen eines Anasazi-Ausgrabungsplatzes im Mancos Canyon, Süd-Colorado. Auch er fand Spuren, die seiner Meinung nach auf Kannibalismus zu deuten schienen. Und nicht nur das, die Knochen zeigten Spuren, als seien sie während des Kochvorgangs im Gefäss umgerührt worden, wobei sie sich an den Wänden des Gefässes rieben. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       White und sein Team machten daraufhin ein Experiment. Die Männer zerbrachen einige Maultierknochen und legten sie in eine exakte Nachbildung eines Anasazi-Kochtopfes, gefüllt mit Wasser. Auf einem Ofen wurde der Topfinhalt drei Stunden lang erhitzt und dabei gelegentlich mit einem Holzstab umgerührt. Das Fett aus den Knochen stieg an die Wasseroberfläche und gerann am Topfinnern, einen Fettrand formend von ca. einem Zentimeter Dicke. Zuletzt wurde alles umgefüllt, und White nahm einen der Knochen und schabte damit den Fettring von der Innenseite des Topfes ab. Unter dem Mikroskop zeigten diese Tierknochen dieselben Schabespuren, wie White sie an den Menschenknochen gesehen hatte. Der Knochen, den White benutzt hatte, um das Fett herauszuschaben, zeigte ein Muster von Kratzern, das exakt denen der Mancos-Knochen glich. White nannte dies den "Topf-Schliff". &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Als Turner von diesem Forschungsergebnis erfuhr, nahm er sich noch einmal viele seiner bereits untersuchten Knochen vor und fand auch hier Spuren von Topf-Schliff. Die Spuren waren immer nur an den Enden der Knochen, nicht an den Längsseiten, wie es auch zu erwarten war. Turner wiederholte Whits's Experiment und konnte den Topf-Schliff bestätigen.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Turners Kannibalismus-Hypothese stiess auf erbitterte Ablehnung in einer Zeit, wo alles Indianische auf einmal als spirituell und wundervoll betrachtet wurde. Die meisten Leute wollten glauben, dass alles Böse und Kriegerische erst durch die Weissen nach Nordamerika gelangt war - davor sei alles wahr, schön und friedlich gewesen. Die Anasazi? Freundliche Wesen im Einklang mit Mutter Natur. Und unter diesen friedlichen Wesen sollte Kannibalusmus stattgefunden haben? Niemals! Turner's Kannibalen waren ein Ärgernis für Indianer, eine Zumutung für Archäologen und eine grauenvolle Vorstellung für New Ager. Kannibalismus war etwas absolut Negatives: Kannibalismus ist böse, und böse Menschen sind Kannibalen. Bitterböse Briefe verstopften Turners Briefkasten, und Wissenschaftler sagten Meetings ab, an denen er teilzunehmen gedachte. Der National Geographic zitierte Kurt Dongoske, einen Archäologen vom Stamm der Hopi: "Anasazi-Kannibalismus kann erst bewiesen werden, wenn man menschliche Spuren findet in prähistorischen Exkrementen!" Das hätte er wohl besser nicht sagen sollen, man soll schlafenden Hunde ja bekanntlich nicht wecken...&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Brian Billman, ein Assistenz-Professor an der University of Northern Carolina, und ein Team begannen 1992 mit Ausgrabungen in den Sleeping Ute Mountains, Utah. An einer Stelle am Cowboy Wash machten er und seine Kollegen eine grausige Entdeckung. Zu Beginn der Ausgrabungen hatten sie all das gefunden, was eine typische Anasazi-Fundstätte ausmacht: einige Räume, einen Abfallhaufen und Kivas, alles aus der Kollaps-Zeit nach dem Chaco-Phänomen stammend. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Als die Männer die erste Kiva ausgruben, fanden sie einen Stapel zerkleinerter, gekochter und angebrannter menschlicher Knochen an der Basis eines Ventilatorschachtes. Es machte den Eindruck, als ob die Knochen draussen auf dem Boden über der Kiva zerkleinert und gekocht und hernach in den Schacht herabgeworfen worden waren. Es gab Schnittspuren an den Knochen von Steinwerkzeugen, und die langen Knochen waren alle in handliche Stücke zerbrochen worden, passend für den Kochtopf oder auch, um das Mark herauszuholen, so vermuteten die Ausgräber.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;In einer zweiten Kiva fand das Team die Reste von fünf Menschen. In diesem Fall schienen die Knochen im Innern der Kiva bearbeitet worden zu sein. Diese Knochen sahen eher aus wie geröstet. Schnittspuren waren zu sehen an den Stellen, wo Muskeln gewesen waren, anscheinend waren die Knochen vor dem Zerbrechen in Teile erst noch entfleischt worden. Die Schädel von zwei dieser Menschen waren ins Feuer gelegt worden, geröstet und aufgebrochen, hier war wohl das gekochte Gehirn herausgeholt worden. In derselben Kiva wurden Steinwerkzeuge gefunden: eine Axt, Faustkeile und zwei grosse Steinsplitter mit rasiermesserscharfen Kanten. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Billman untersuchte diese Werkzeuge später im Labor und konnte feststellen, dass die zwei grossen Steinsplitter Reste menschlichen Blutes enthielten. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Insgesamt hatte man hier in der Ruine am Cowboy Wash die Überreste von zwölf Menschen gefunden, von denen nur fünf bestattet worden waren. Die anderen sieben schienen systematisch zerstückelt worden zu sein, die Knochen übel zugerichtet und in einigen Fällen verbrannt oder gekocht. Sie waren zurückgelassen worden wie nach einem Mahl. Schnittspuren, Brüche und andere Spuren von Steinwerkzeugen waren auf den Knochen eindeutig zu identifizieren, und die helle Farbe einiger Stellen schien vom Kochen herzurühren. Die Brandmuster liessen erkennen, dass etliche Knochen in Brand gesteckt worden waren, solange noch das Fleisch an ihnen war. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;In der Asche der Hauptfeuerstelle machten Billman und sein Team einen extrem unüblichen Fund. Es handelte sich um einen undefinierbaren Klumpen irgendeines Materials, der als "makrobiotisches Überbleibsel" beschrieben wurde - Teile einer unidentifizierbaren Pflanze. Ein Ausgräber verpackte den Klumpen in einen Behälter. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Gross war die Überraschung des Teams, als der Klumpen im Labor untersucht wurde und man erkannte, mit was man es tu tun hatte: mit einem getrockneten menschlichen - Scheisshaufen (oder wie es Archäologen vornehm ausdrücken: Koprolith). Nachdem damals das Feuer der Kannibalen erkaltet war, so vermutete Billman, hatte sich wohl einer von ihnen dort "erleichtert".&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Billman sandte Teile des prekären Fundes an das Labor der University of Nebraska, um sie analysieren zu lassen. Das erste Ergebnis war: die Probe enthielt keine Pflanzenreste, sondern sie bestand aus verdautem und ausgeschiedenem Fleisch. Eine Pollenanalyse ergab zudem, dass der Haufen in einem späten Frühling oder im Frühsommer entstanden war - just die Jahreszeit, zu der der Überfall stattgefunden hatte. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Noch aber war nicht bekannt, ob das verdaute und ausgeschiedene Fleisch im Exkrementhaufen menschlich gewesen war. 1997 stellte Billman die Untersuchungsergebnisse der Ausgrabungen auf einem Meeting der Society of American Archaeology in Nashville vor. Nach seinem Vortrag lernte Billman Richard Marlar kennen, einen Biochemiker, der sich sehr interessiert zeigte an den Daten der Exkremente. Marlar schlug Billman vor, ihm einige Proben des Koprolithen und einige Stücke der am Ausgrabungsort gefundenen Anasazi-Gefässe zur Untersuchung zuzusenden. Er wolle versuchen, zu bestimmen, ob man hier Kannibalismus vorliegen habe, oder nicht. Billman kam dieser Bitte gerne nach.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Marlar arbeitete am Health Science Center der University of Colorado in Denver. Das Kernproblem war nun, eine Möglichkeit zu finden, menschliches Gewebe zu identifizieren, das durch einen menschlichen Verdauungsapparat hindurchgegangen war. Marlar untersuchte die Proben auf Myoglobin, ein Eiweiss, das nur in Skeletten und im Herzmuskel des Menschen gefunden wird, und das nicht in den Verdauungsapparat gelangen kann, ausser durch essen. Als Kontrollproben dienten zahlreiche Stuhlproben der Patienten des angeschlossenen Krankenhauses. Marlar führte zahlreiche verschiedene Analysen durch, auch von den Keramikgefässen, um festzustellen, ob sie Spuren von menschlichem Protein der Knochen enthielten.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Alle Ergebnisse waren gleich positiv, es musste Kannibalismus stattgefunden haben, menschliches Protein konnte sowohl in den Exkrementproben als auch an den Innenwänden zweier verschiedener Töpfe, einer Servierschüssel und an sechs Steinwerkzeugen festgestellt werden. Der Mensch, der sich damals über der erkalteten Feuerstelle erleichtert hatte, hatte in der Tat menschliches Fleisch gegessen, verdaut und ausgeschieden.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW3eiOWOuAI/AAAAAAAAAQk/Oas6KPMmXsc/s1600-h/mancorn-Turner.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291129816778455042" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 239px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW3eiOWOuAI/AAAAAAAAAQk/Oas6KPMmXsc/s320/mancorn-Turner.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Als Turner 1999 sein Buch "Man Corn" herausbrachte, das all seine Forschungsergebnisse von inzwischen mehr als 15.000 untersuchter Skelette enthielt und das vehement die Kannibalismus-Hypothese vertrat, entfachte er erneut heftige Debatten. Von The New Yorker über Science bis zur Washington Post stürzten sich zahlreiche Zeitungen und Magazine ebenso wie Radiosender und TV-Anstalten mit Begeisterung auf das gruselige Thema. Deftige Schlagzeilen machten mit einem Mal Themem und Wissensbereiche wie Skelettanalysen, Gerichtsmedizin und Paläopathologie - zumindest für eine Weile - äusserst populär. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Turner beschrieb in seinem Buch die Knochenfunde von Ausgrabungsplätzen in New Mexiko, Arizona, Colorado und Utah (der Anasazi-Region): in 54 von 76 Fällen gab es Belege für Kannibalismus. Insgesamt waren hier allein in den untersuchten Ruinen gut dreihundert Menschen abgeschlachtet, gekocht oder gegrillt und gegessen worden. Fast alle Fälle fielen in die Zeit des Kollaps nach dem Chaco-Phänomen, dazu kamen noch zahlreiche Fälle von Gewaltanwendungen. Nach Meinung von Turner konnte der Kannibalismus weitgehend begrenzt werden auf das Anasazi-Gebiet.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Wer aber waren diese Kannibalen? Tuner sympathisierte mit der mesoamerikanischen Erklärung und wollte seinen Lesern heraufgewanderte Tolteken schmackhaft machen. Es gibt jedoch keinen archäologischen Beweis für Kannibalismus in Mittelamerika. Kritiker witzelten denn auch gerne über Turners "toltekische Schlägertypen". Man wisse doch noch gar nicht, so Kollegen Turners, wer die Esser waren und wer die Gegessenen. Freunde? Verwandte? Sklaven? Fremde? Feinde? Turner antwortete auf solche und ähnliche Einwände einmal im Spass: "Es gibt noch eine kleine Chance, dass dies Aliens getan haben!" Mythen der Navajo um menschenfressende Riesen und der Zuni um Kannibalen-Dämonen helfen hier auch nicht wirklich weiter.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch warum waren überhaupt Menschen verspeist worden? Allerorten spekulierten diejenigen, die an Turners Kannibalen glaubten, über vom Hunger Getriebene, über rituelle Bräuche, religiöse Gründe, über Sozialpathologie, Unterdrückungsmassnahmen und Bestattungsbräuche. Hunger, so meinte Turner, könne nicht die Ursache gewesen sein für den Kannibalismus des Südwestens, denn Hunger erkläre nicht die extremen Verstümmelungen der Körper vor dem Konsumieren oder die grossen Mengen an Knochen, manchmal von über fünfzig Menschen auf einmal (das ist immerhin eine ganze Tonne geniessbaren menschlichen Fleisches).&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Doch es gab neben den Erklärungsversuchen noch andere Reaktionen auf Turners Buch. Peter Bullock, ein Anthropologe am Museum of Nex Mexico verwarf Turners Hypothese mit einem kurzen und knappen: "Ein Witz!" Auch Kurt Dongoske, der selbst nach dem Myoglobin-Nachweis in Billman's Exkrementhaufen noch immer zweifelte, blieb dabei: "Turner hat gar nichts bewiesen!" Hätte es Kannibalismus gegeben, dann hätten es die Indianer auf Felsbildern dargestellt, so Dongoske. Die Hypothese, davon sei er überzeugt, sei nichts weiter als eine weitere Verunglimpfung der Indianer.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Wie man sieht, die Kannibalismusfrage war ein äusserst emotionsgeladenes Thema. Es wurde von den Konsumenten der Massenmedien hungrig verschlungen, und es brachte die Gänsehaut ebenso angenehm zum Vorschein wie ein Stephen King-Thriller oder ein Drakula-Film. Für eine ganze Weile waren Turners Kannibalen das heisseste Thema in der Südwest-Prähistorie. Turner sagte einmal resigniert: "Ich bin der Bursche, der die Anasazi zu Fall brachte." Turner wurde gar vorgeworfen, er schädige den Anasazi-Tourismus. Nun, wie alle kennen das menschliche Wesen gut genug, um zu wissen, dass Turners Buch über blutrünstige Kannibalen eher für noch mehr Zustrom in alten Anasazi-Ruinen gesorgt haben dürfte!&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Literatur:&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Cart, Julie: Did Cannibalism Kill Anasazi Civilization? In: Los Angeles Times, &lt;a href="http://www.trussel.com/prehist/news128"&gt;www.trussel.com/prehist/news128&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ermel, Gisela: Das Anasazi-Rätsel. Leipzig 2005&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Hartigan, Rachel: Dying for Dinner? In: U.S. News, &lt;a href="http://www.usnews.com/usnews/doubleissue/mysteries/anasazi"&gt;www.usnews.com/usnews/doubleissue/mysteries/anasazi&lt;/a&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Prestion, Douglas: Cannibals of the Canyon. In: The New Yorker, 30. November 1998&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Turner, Christy G. / Jacqueline Turner: Man Corn. Salt Lake City 1999&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Mehr zum Thema:&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW3ehynzuEI/AAAAAAAAAQc/2bXyT0qOWVs/s1600-h/Anasazi.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5291129809335990338" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 180px; CURSOR: hand; HEIGHT: 180px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://2.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW3ehynzuEI/AAAAAAAAAQc/2bXyT0qOWVs/s320/Anasazi.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Gisela Ermel:&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Das Anasazi-Rätsel. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Masterplaner, Kannibalen und Kachinas: Auf den Spuren eines verschwundenen Volkes.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Bohmeier-Verlag, Leipzig 2005&lt;/div&gt;&lt;div&gt;ISBN 3-89094-448-5&lt;/div&gt;&lt;div&gt;200 Seiten, mit Abbildungen&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3103061706587093301-7362784686007660523?l=ermel-nordamerika.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/feeds/7362784686007660523/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/waren-die-anasazi-kannibalen.html#comment-form' title='3 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/7362784686007660523'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/7362784686007660523'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/waren-die-anasazi-kannibalen.html' title='Waren die Anasazi Kannibalen?'/><author><name>Gisela Ermel</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11618136212607057394</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='29' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SUJU_sI2-nI/AAAAAAAAAAY/M_PytAdXCzA/S220/Gix-2007.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SW3eqa5b20I/AAAAAAAAARE/KPSQJuhtP_A/s72-c/Karte-Vierl%C3%A4ndereck.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>3</thr:total></entry><entry><id>tag:blogger.com,1999:blog-3103061706587093301.post-4366215124487357609</id><published>2009-01-13T02:27:00.000-08:00</published><updated>2009-01-14T04:26:21.866-08:00</updated><title type='text'>Poverty Point</title><content type='html'>Gisela Ermel&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;strong&gt;Rätselhafter Kultursprung&lt;/strong&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;In: Q'Phaze, Nr. 11, Kassel 2008&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Nordamerika vor gut 4000 Jahren: Über den Kontinent streiften kleine Gruppen von Jägern und Sammlern. Es war eine Zeit der Nomaden, der einfachen, mobilen Behausungen, der Steinwerkzeuge, Speerspitzen und Angelhaken. Es gab keinen Big Chief, sondern nur Sippengruppen mit losem Kontakt zueinander, die sich wenn irgend möglich aus dem Weg gingen. Stinknormale Steinzeit also.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Doch dann geschah etwas Ungewöhnliches. Auf einem Kliff - im heutigen Staat Louisiana - mit Blick über ein Flusstal versammelten sich urplötzlich Hunderte dieser Jäger und Sammler, um ein arbeitsaufwendiges, kompliziertes und vorgeplantes Grossprojekt zu verwirklichen. Dabei hätten sie es so einfach haben können. Diese Steinzeitmenschen profitierten im nahrungsreichen Flussgebiet zwischen den heute so genannten Flüssen Mississippi und Arkansas von langen frostfreien Perioden, von genug Regenfall und einer üppigen Vegetation mit Wäldern, kleinen und größeren Flüssen und Seen. Die Jäger fanden genügend Wildtiere, aus dem Wasser holte man Fische, Muscheln und andere Wassertiere in rauen Mengen. Den Speiseplan bereicherten zudem Pecannüsse, Hickorynüsse, Walnüsse, Eicheln, Persimonen, wilde Bohnen und Trauben, Wildpflanzen und stärkehaltige Samen - kurzum: man labte sich an allem, was lief, krabbelte, schwamm, buddelte und wuchs. Diese Steinzeitnomaden erfreuten sich um das Jahr 1700 v.Chr. einer ökologisch konstanten Umgebung mit reichen und vielfältigen Resourcen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Anstatt so weiterzumachen wie bisher - und ein Erfolgsrezept ändert man nur im allerhöchsten Notfall - machten sie etwas, das es eigentlich gar nicht geben dürfte: einen Kultursprung. Sie entwickelten sich nicht etwa schön langsam und brav von Kulturstufe zu Kulturstufe weiter, wie es zu erwarten gewesen wäre. Statt dessen gab es einen kulturellen "Big Bang", einen plötzlichen Beginn einer hochentwickelten Gesellschaft, die ein unglaublich arbeitsintensives und komplexes Bauprojekt begann, für das das nötige Know how und die nötige Organisation und Kontrolle offenbar vom ersten Tag an voll entwickelt vorhanden waren.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5290726173173406498" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 202px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SWxvbEvc2yI/AAAAAAAAAQU/9zdVxsi_LM8/s320/Poverty-Point-Luftfoto.jpg" border="0" /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die archäologische Stätte Poverty Point aus der Luft fotografiert&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Normalerweise bleiben Menschen Hunderte oder Tausende von Jahren auf derselben Kulturstufe stehen und ändern erst etwas, wenn sie dazu ein von ausserhalb kommender Impuls anregt oder zwingt. So ein Impuls kann ein drastischer Klimawechsel sein, dem man sich hinfort anzupassen hat, oder dies kann ein Kontakt mit Vertretern einer höher stehenden Kultur sein, von denen man sich inspirieren lässt oder deren Entwicklungshilfe einem zugute kommt. Ein plötzlicher Kultursprung aber, bei dem gleich mehrere Entwicklungsstufen ausgelassen werden, muss von etwas drastischerem als einem Klimawechsel oder dem Einfluss einer benachbarten höherstehenden Kultur ausgelöst worden sein.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Wer oder was veranlasste die Jäger und Sammler am heutigen Bayou Macon, sich zu versammeln und gemeinsam einen nach astronomisch-geometrischen Grundlagen entworfenen und vorgeplanten Komplex aus Erdwällen und Erdhügeln - Mounds - zu erbauen? Um bessere Unterkünfte in diesem Wild-Fisch- und Pflanzenparadies zu haben? Fehlanzeige. Das ist völlig ausgeschlossen, denn die Burschen hausten auch weiterhin in ihren primitiven Zelten und Hütten wie eh und je.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Die zentrale Struktur von Poverty Point (benannt nach dem Namen, den der erste europäische Landeigner seinem Grundstück gegeben hatte, auf dem sich die Reste der Anlage befinden) war ein halbkreisförmiger Komplex, bestehend aus sechs damals fast zwei Meter hohen Ringwällen. Noch bevor mit dem eigentlichen Bau der Anlage begonnen werden konnte, mussten zuvor unzählige Körbe voller Erde herangeschafft werden, um den Untergrund aufzufüllen und zu begradigen. Erst dann wurden die sechs Ringwälle erbaut, einer immer kleiner innerhalb der anderen liegend. Aneinandergereiht ergäben diese Wälle eine Länge von zwölf Kilometern.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SWxva0KOjLI/AAAAAAAAAQM/-OwpZ6hm9LM/s1600-h/Skizze-Gibson.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5290726168722312370" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 227px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SWxva0KOjLI/AAAAAAAAAQM/-OwpZ6hm9LM/s320/Skizze-Gibson.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Zeichnerische Rekonstruktion der Anlage von Poverty Point (Jon Gibson)&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Diese sechs Wälle wurden durchbrochen von fünf Korridoren oder Gängen, die vom Zentrum aus nach aussen verliefen. Anfangs wunderten sich die Archäologen darüber, dass diese Gänge nicht symmetrisch angelegt worden waren; sie liefen nicht an einem gemeinsamen Punkt zusammen und sie teilten die Anlage nicht in gleich große Sektionen. Zuerst wurde vermutet, dass hier die Grenzlinien zwischen einzelnen sozialen oder anderen Zonen verliefen oder dass hier einfach nur Zufall gewaltet habe. Doch heute wissen wir, dass ein ganz anderer Grund hinter dieser so und nicht anders sorgfältig geplanten und vermessenen Anlage steckt. Die alten Skizzen und Karten aus der Zeit der ersten Forscher der vorigen Jahrhunderte hatten die Symmetrie übertrieben und mit den Massen gemauschelt, um eine nicht vorhandene Symmetrie vorzutäuschen bzw. einen hypothetisch regulären Plan der Anlage zu vervollständigen.&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SWxva3qd7JI/AAAAAAAAAQE/UlJp1EUwWdg/s1600-h/Poverty-Point-alte-Skizze.gif"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5290726169662844050" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 221px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SWxva3qd7JI/AAAAAAAAAQE/UlJp1EUwWdg/s320/Poverty-Point-alte-Skizze.gif" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Alte Skizze der Anlage von Poverty Point&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Auch die immer wieder geäusserte Vermutung darüber, dass der Komplex einst ein perfektes Oktagon oder eine perfekte Kreisform gebildet habe, die zerstört wurde, als der Fluss durch eine Verlagerung seines Wasserlaufes den Ostteil der Anlage fortspülte, konnte widerlegt werden. Eines der Ergebnisse der modernsten Ausgrabungen, Vermessungen und Dokumentationen zeigt ganz klar, dass hier alles so erbaut wurde, wie es ein ausgefeilter Plan vorgeschrieben hatte und wie es die modernen Ausgräber vorfanden.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Zur fertigen Anlage gehörten auch mehrere innerhalb und ausserhalb der Grundform liegende Mounds, darunter die beiden ersten sog. Bilderhügel Nordamerikas. Diese beiden Mounds stellten einen Vogel dar. Mound A erhob sich westlich der Ringwälle, mass ca. 210 Meter an der Basis und war mit über 21 Metern Höhe die höchste Struktur der Anlage. Aus der Vogelperspektive betrachtet sieht der Mound aus wie ein fliegender Mississippi-Milan mit einer Flügelspannweite von gut 200 Metern und einem aufgefiederten Schwanz. Der Vogel schaut nach Westen und wurde insgesamt in einer exakten West-Ost-Ausrichtung erbaut. Der zweite Vogel-Mound lag etwas über zwei Kilometer nördlich der Anlage, war gut 20 Meter hoch und stellte ebenfalls einen fliegenden Vogel dar, diesmal exakt nord-südlich ausgerichtet. Der Schwanz ist heute nicht mehr komplett erhalten.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;In den 1970er Jahren begannen zwei Forscher mit Vermessungen und Berechnungen, um eine Hypothese zu überprüfen, die besagte, dass die Anlage von Poverty Point auf der Basis eines exakten astronomisch-geometrischen Layouts entworfen, geplant und erbaut wurde. Bislang war man lediglich über das hohe Alter von Poverty Point erstaunt gewesen - immerhin gut 4000 Jahre -, aber sollten so früh schon Menschen in Nordamerika astronomische Kenntnisse gehabt haben? Oder waren die Ringwälle doch bloss Fundamente gewesen für primitive Behausungen?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Nach ersten Vermessungen konnten Prof. William Haag und Kenneth Brecher belegen, dass zwei Gänge der Anlage direkt - vom Zentrum aus gesehen - auf einen Sommer- und auf einen Wintersonnenwend-Aufgangspunkt am Horizont zuliefen. Das konnte kein Zufall sein. Weitere Vermessungen ergaben, dass die beiden Bilderhügel in Vogelform exakt miteinander auf einer Linie lagen, die ebenfalls auf einen Sonnwendpunkt am Horizont zulief. Drei weitere Mounds der Anlage lagen miteinander auf einer Nord-Süd-Linie, die mitten durch den großen Vogel-Mound verlief. Von wegen Zufall! Jetzt erkannte man auch, warum die Gänge in den Ringwällen eben nicht symmetrisch angelegt worden waren, sondern so, dass sie dem astronomisch-geometrischen Layout entsprachen. Hier musste verdammt gut vermessen worden sein vor dem Bau.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Diese Forschungsergebnisse - das unerwartet hohe Alter und das vorgeplante Layout - machten Poverty Point zu einem großen Rätsel. Sollten hier wirklich primitive Steinzeitnomaden von einem Tag auf den anderen hochstehende Kenntnisse in Astronomie, Architektur, Vermessungstechnik, Organisation und Kontrolle gehabt haben? Welche aussergewöhnliche Kultur war dies gewesen, die diesen evolutionären Meilenstein initiiert hatte? Diese Kultur basierte auf hochstehender Ökonomie und Technologie - und dies ohne vorhergehende Entwicklungsstufen, die darauf hingeführt hätten. Hier wurde ganz klar ein Kultursprung gemacht, der unerklärlich ist. Poverty Point passt nicht zum Evolutionsmodell, das besagt, dass eine Kultur sich langsam, beständig und sicher fortentwickelt, von einfachen zu komplexen Formen. Doch so war es hier ganz und gar nicht gelaufen. Wer sollte diesen Kultursprung ausgelöst haben - und wie? Auch heute noch gibt es keine einzige moderne Jäger- und Sammler-Gesellschaft, die man mit der von Poverty Point vergleichen könnte. Poverty Point war einzigartig und einmalig. Eine Hochzivilisation - wie aus dem Nichts entstanden. Einer der Ausgräber der Stätte meinte einmal: "Nach herkömmlicher Lehrmeinung dürfte es Poverty Point überhaupt nicht geben!"&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Wie also hatte es zu diesem Kultursprung kommen können? Der Archäologe Tristam Kidder, Leiter eines modernen Vermessungs-Projektes, stellte zwei Theorien betreffs dieser Frage vor: &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die erste war die konventionelle Theorie. Sie besagte, dass um ca. 1700 v.Chr. eine kleine Gruppe von Jägern und Sammlern in die Region gekommen war, eine Weile hier geblieben sei, ein wenig gebaut habe und dann weitergezogen sei. Dann sei eine andere kleine Gruppe hergekommen und wieder eine Weile hiergeblieben usw. Das sei wieder und wieder passiert, und so sei nach 600 bis 800 Jahren die Erdwerkanlage immer größer und größer geworden. Diese Theorie würde zum herkömmlichen Bild über Jäger und Sammler der Steinzeit passen und verlangt kein Umdenken. Dumm nur, dass die Ergebnisse der Ausgrabungen damit nicht übereinstimmen! Wie hätte sich auch auf diese Weise eine komplexe astronomisch-geometrisch ausgeklügelte Anlage ergeben sollen?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Die zweite Theorie war eine eher unkonventionelle und besagte, die Anlage sei innerhalb kurzer Zeit von einer sehr großen Anzahl von Menschen erbaut worden, die hervorragend organisiert gewesen seien. Doch für diese Theorie müsste man das Bild über die Jäger und Sammler der damaligen Zeit komplett ändern.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Konnte es noch eine andere Möglichkeit geben? War diese Kultur eine in situ-Entwicklung ohne äusseren Einfluss? Oder hatte es hier einen Auslöser von ausserhalb gegeben? Doch von woher sollte dieser Einfluss gekommen sein? Weit und breit gab es um diese Zeit keine Kultur, die Vertreter nach hier gesandt haben konnte, um einfache Jäger und Sammler eine solch ausgefeilte Anlage erbauen zu lassen. In Mittelamerika befanden sich die Menschen ebenfalls noch im Stadium einfacher Steinzeitbauern, während es in Südamerika zu dieser Zeit - ebenfalls wie aus dem Nichts - bereits aus Erde erbaute Erdwerkanlagen gegeben hatte, doch die ähnelten in keiner Weise der Anlage von Poverty Point, und irgendwelche Artefakte, die auf eine Verbindung zu Südamerika hinweisen konnten, gab es nicht. Es ist allerdings merkwürdig, dass etwa zur gleichen Zeit sowohl im Südosten der heutigen USA und in Peru urplötzlich monumentale Erdwerkanlagen erbaut wurden. Ein Zufall? Oder sollten hier in beiden Fällen die gleichen Kulturbringer gewirkt haben?&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Wer waren die Entwerfer und die die Arbeiter anleitenden Masterplaner von Poverty Point? Sie mussten hervorragende Kenntnisse gehabt haben in Geometrie, Vermessungstechnik, Astronomie, Mathematik und Ingenieurtechnik. Wer überwachte das genaue Einhalten des Masterplans? Wer versammelte, organisiert und kontrollierte all die Arbeiter? Diese Arbeitermassen mussten delegiert und versorgt werden. Irgendjemand muss diese enorme arbeitsaufwendige Anlage gewollt und geplant haben. Es war sicher nicht leicht, eine solche Menge von Leuten zu einer Arbeit zu veranlassen, die derart weit über die alltägliche Notwendigkeit des Überlebens hinausging. Eine Steinzeitkultur, die auf Ökonomie und Technologie basierte, während rundum noch primitive Nomaden wanderten, muss ein hohes Mass an Administration gemeistert haben. Es reicht nicht, Bauwerke von Arbeitern herstellen und andere Leute Wild, Fische und Pflanzen heranschaffen zu lassen, all das muss gut geplant, organisiert und kontrolliert werden, damit die Produkte auch dahin kommen, wo sie gebraucht werden. Ein menschliches Werk solchen Ausmasses ist absolut nicht vorstellbar ohne eine straffe Organisation und Kontrolle, nicht ohne Logistik auf hohem Niveau. &lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Noch ein Fakt ist absolut rätselhaft. Kaum war die arbeitsaufwendige und komplizierte Struktur fertig gebaut, wurde alles stehen und liegen gelassen und die Leute wanderten erneut als primitive Jäger und Sammler durch die Lande. Nichts war hier zum Bewohnen erbaut worden. Es gab so gut wie keine Anzeichen bei Ausgrabungen, die darauf hindeuteten, dass auf den Ringwällen Hütten oder Wohnstätten gestanden hatten. Sie hatten also nicht als Basis für Behausungen gedient. Spuren von Wohn- und Werkstattbereichen hatten die Ausgräber statt dessen entlang des Kliffs zwischen den Ringen und dem einen Vogelhügel sowie zwischen den Ringen und einem weit ausserhalb gelegenen Mound identifizieren können, also nicht innerhalb der Anlage. Es ist auch völlig unbekannt, wie viele Menschen sich während des Baus dort aufhielten.&lt;/div&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;Zuerst hatte man anhand des vermuteten Arbeitsaufwands auf eine große Anzahl von Arbeitern oder aber auf eine sehr lange Bauzeit getippt. Hier waren viele Millionen Arbeitsstunden investiert worden - ein Generationenwerk? Wenn man davon ausgeht, dass die Arbeiter die Erde in Körben herbeitrugen (Tragetiere kannte und hatte man nicht), und dass die Körbe ein Fassungsvermögen von gut 50 Pfund Erde hatten, so wird offensichtlich, dass dies Unternehmen eine gigantische Leistung darstellt. James A. Ford, einer der dort tätigen Archäologen, errechnete, dass die Menge an Erde, die hier verbaut wurde, an Volumen grösser war als das der ägyptischen Pyramiden. Ein anderer Archäologe vermutete, dass hier gut 50 Millionen 50-Pfund-Korbladungen nötig gewesen seien, um die Anlage zu erbauen. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Diese gigantische Leistung wurde noch respektabler, als die Ausgräber herausfanden, dass die Anlage in relativ kurzer Zeit sehr rasch erbaut wurde. Der große Vogelmound z.B. war anscheinend innerhalb nur eines einzigen Jahres hochgezogen worden! Waren auch die anderen Strukturen der Anlage unter extrem straffer Organisation genau so schnell erbaut worden? Jon Gibson, einer der Ausgräber der Anlage, vermutete, dass der Komplex in weniger als einer Dekade erstellt worden sein musste, so das Ergebnis der Ausgrabungen. Hier waren nicht einfach nur unzählige Korbladungen Erde herbeigeschleppt und aufgehäuft worden, und das in Rekordzeit, sondern hier hatten hochstehende Vermessungs- und Ingenieurtechnik Stabilität und Belastbarkeit bzw. genaues Einhalten des Bauplans garantiert.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Warum war überhaupt eine so komplizierte Anlage erbaut worden? Auf den Mounds und auf der Plaza im Zentrum der Anlage hatten keinerlei Aktivitäten stattgefunden (zumindest keine, die Spuren hinterlassen hätten), auf den Wällen hatten keine Gebäude gestanden, es war nicht einmal Abfall zurückgelassen worden. War dies eine militärische Anlage gewesen? Dafür gab es keinerlei Hinweise. Oder war dies alles nur ein gigantischer Kalender? Doch wozu hätten Jäger und Sammler einen genauen Kalender gebraucht? Hier wurde ja nicht einmal Landwirtschaft betrieben. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Wenn Archäologen nichts mehr einfällt, so neigen sie in der Regel dazu, nach der guten alten Religions-Hypothese zu greifen. Tony Ortmann brachte dies auf den Punkt, als er schrieb: "Wenn du einen Archäologen vor eine Struktur stellst und er keine Ahnung hat, wofür sie diente, sagt er gewöhnlich, dies habe einem zeremoniellen Zweck gedient." James Ford spekulierte in diese Richtung, als er vorschlug, die Anlage könnte zu Ehren eines Gottes erbaut worden sein so wie die Kathedralen in Europa. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Das alles aber macht - noch? - keinen Sinn, denn es gibt ja nicht mal einen Hinweis darauf, ob die Menschen von Poverty Point überhaupt eine Religion hatten. Der Zweck der arbeitsaufwendigen und unpraktischen Anlage bleibt noch immer ebenso rätselhaft wie die Identität der unbekannten Masterplaner und der Fakt, warum alles nach Fertigstellung einfach verlassen wurde. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Es wird aber noch rätselhafter. Der Bau der Anlage war nicht das einzige arbeitsaufwendige Projekt, das hier von einem Tag auf den anderen begonnen wurde. Die Steinzeitmenschen - die nicht am eigentlichen Bau oder für die Nahrungsversorgung eingeteilt waren - tummelten sich in Freiluftwerkstätten, in denen sie wie am Fliessband schufteten. Bei Ausgrabungen wurden bisher Abertausende an Artefakten gefunden: schmuckartige Objekte, Werkzeuge, Waffen, pfeifenartige Objekte, Figurinen und mysteriöse Objekte aus gebranntem Lehm, die als Poverty Point Objects bekannt wurden. Zudem gab es noch Aussenstellen-Werkstätten in kilometerweiten Entfernungen, in denen ebenfalls diese Objekte massenweise hergestellt wurden.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Das Material für all diese Gegenstände stammte zum grössten Teil aus weit entfernten Gegenden in bis zu über 2500 km Entfernung. Man paddelte über Flüsse und Seen Hunderte von Meilen, um bestimmtes Steinmaterial zu holen, und brachte auf Landwegen unzählige Tonnen Material nach hier und in die Aussenstellen-Werkstätten. Zunächst hatten die Archäologen gemeint, diese Menschen hätten ein weitreichendes Handelsnetz betrieben, für das all die Sachen hergestellt wurden. Doch man musste vollkommen umdenken. Nirgendwo an den Orten, von denen Material hergeholt wurde, fand man Tauschobjekte, die dort gelassen worden wären, und auch sonst nirgends. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Es ist unglaublich, was hier in Poverty Point und den dazugehörigen Aussenstellen-Werkstätten alles in riesigen Mengen hergestellt wurde. Man sollte meinen, das Erbauen der komplizierten Anlage allein wäre schon arbeitsaufwendig genug gewesen. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Warum und für wen stellten die Leute so viel Schmuck her? Was hier an Perlen angefertigt wurde, ist unglaublich. Normalerweise werden Perlen aus relativ weichem Material hergestellt wie Seemuscheln, Eierschalen, Knochen, Elfenbein, Holz, Zähnen, Nüssen, Früchten und Samen. Ein einfaches Loch durch die Mitte gebohrt, etliche Perlen auf eine Schnur aufgereiht - und fertig! Doch was hier in Poverty Point passierte, stellt alles in den Schatten, was man bisher über die Herstellung von Schmuck prähistorischer Völker zu wissen meinte. Hier wurden in unglaublichen Mengen nicht einfache Perlen angefertigt, wie anderswo, sondern äusserst kunstvolle winzige Objekte aus Gestein in bildlichen Formen, darunter viele in Tiergestalt.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SWxvMOWFW-I/AAAAAAAAAP8/E0ol10KUoZk/s1600-h/3-Perlen-Poverty-Point.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5290725918053325794" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 230px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SWxvMOWFW-I/AAAAAAAAAP8/E0ol10KUoZk/s320/3-Perlen-Poverty-Point.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;                              Einige wenige Beispiele der Steinperlen aus Poverty Point&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       So wie von einem Tag auf den anderen hier eine vorgeplante Anlage erbaut wurde, so wurden hier ohne vorherige Entwicklung ebenso plötzlich aus heiterem Himmel hochwertige stilisierte Miniatursteinperlen wie am Fliessband hergestellt, und das sogar aus hartem, schwierig zu bearbeitendem Material. Die Ausgräber staunten immer wieder bei jeder neuen gefundenen Perle oder jedem Anhänger über die bemerkenswert gute Bearbeitung.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Nun ist Schmuck nicht lebensnotwendig. Dennoch wurden zur Zeit von Poverty Point nicht nur hier vort Ort Perlen massenweise fabriziert, sondern es wurden auch noch in etlichen weiteren Werkstatt-Aussenstellen im Mississippi-Delta und an anderen Orten so viele Perlen hergestellt,, dass man von regelrechten Steinperlenwerkstätten sprechen muss. Es gab einfache Perlen aus Steinmaterial, zylindrische und scheibenförmige aus roten und grünen Steinen, aus Kupfer, Lehm und exotischem Gestein, es gab einfache röhrenförmige Perlen, die in unglaublichen Mengen hergestellt wurden, aber auch kunstvolle zoomorphe Formen wie Vogelköpfe, Frösche, Grillen, Bären und vieles andere mehr. Dabei machten es sich die Hersteller doppelt schwer, indem das Loch nicht etwa an der engsten Stelle durchborhrt wurde, sondern längst durch die lange Seite der Form, was enorm arbeitsaufwendig gewesen sein muss.&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SWxvL_ibhxI/AAAAAAAAAPs/YHkwEpmV0_8/s1600-h/little-bear-1-Poverty-Point.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5290725914078578450" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 240px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SWxvL_ibhxI/AAAAAAAAAPs/YHkwEpmV0_8/s320/little-bear-1-Poverty-Point.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;&lt;br /&gt;&lt;div&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5290725915029252258" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 320px; CURSOR: hand; HEIGHT: 240px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SWxvMDFFqKI/AAAAAAAAAP0/fYfV4VvbEVw/s320/little-bear-Perle-Loch.jpg" border="0" /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;                      Eine der Perlen - genannt "The Little Bear" - aus Poverty Point&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Die Ausgräber von Poverty Point fragen sich inzwischen, ob all die Tausende und Abertausende dieser Gegenstände wirklich als Perlen gedient haben mochten. Es wurde weder damit gehandelt, noch können die Leute von Povery Point beladen mit Hunderten von Perlenketten herumgelaufen sein (und das auch noch bei ihrem arbeitsreichen Leben). Noch dazu gab es ebenso viele Kettenanhänger.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Zum Herstellen der Perlen und Anhänger mussten zuvor zahlreiche Bohrer hergestellt worden sein. Und in der Tat fand man Mikrobohrer en masse, ganz besonders viele in der Aussenstellen-Werkstatt Jaketown, nördlich von Poverty Point. Hier hatten die Ausgräber so viele Mikrobohrer gefunden, dass sie meinten, diese Stätte habe keinem anderen Zweck gedient, als die Poverty Point-Leute mit genügend Bohrern für ihre Massenproduktion zu versorgen.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Darüberhinaus fertigten die Leute von Poverty Point Hunderte von Kegeln, Zylindern, Kugeln, Würfeln, Trapezoiden und andere geometrische Figuren aus Gestein an, und dies in solchen Mengen, dass ein Alltagszeck der Objekte nur schwer vorstellbar ist. War dies nur weiterer Schmuck? Oder hatten die Gegenstände eine symbolische oder religiöse Bedeutung? Und waren die riesigen Mengen der Objekte aus Gestein, die aussahen wie Pfeifen, wirklich als Pfeifen gedacht gewesen? Und wozu hatten die Arbeiter hier auch noch massenweise winzige Miniaturwerkzeuge hergestellt, quadi winzige Modelle der gewöhnlichen? Und wozu hatten die Speerspitzen gedient, die von so hoher Qualität waren und zu groß oder zu kunstvoll, um wirklich benutzt worden zu sein?&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Und dann gab es noch die merkwürdigen Objekte, die aussehen wie Senkbleie. Auch diese wurden in wahren Mengen ausgegraben, hier und in etlichen der Aussenstellen-Werkstätten. Sie bestanden aus Eisenerz oder Gestein, waren extrem sorgfältig verarbeitet, aufwendig poliert und mit einem Loch versehen worden. Viele dieser unidentifizierbaren Objekte waren darüberhinaus auch noch dekoriert worden mit Punkten, geometrischen Mustern, Ringen unter dem Bohrloch oder Gravuren stilisierter Menschen und Tiere. Die Bedeutung dieser Artefakte ist bis heute völlig unklar. Waren dies nur Gewichte gewesen für Fischnetze oder Bolas? Oder gehörten sie an Wurfspeere? Oder ware es Fetische oder Talismane oder - wenn einem nichts anderes mehr einfällt kommt dieser Vorschlag ja irgendwann zwangsläufig ins Gespräch - Zeremonialobjekte?&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Ebenso rätselhaft ist die einstige Bedeutung der Poverty Point Objects, auch bekannt als "clay balls" oder Lehmbälle. Allein in den wenigen Zonen von Poverty Point, wo bislang Ausgrabungen durchgeführt wurden - in einem winzigen Bruchteil der gesamten Stätte -, haben die Archäologen über vier Millionen dieser Lehmobjekte ans Tageslicht befördert. Es gab sie - und das ebenso massenhaft - auch wieder in den Aussenstellen-Werkstätten. Was aber waren sie?&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SWxvLzluwiI/AAAAAAAAAPk/kpu9UFYz9-g/s1600-h/clay-balls-PP.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5290725910871196194" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 234px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://4.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SWxvLzluwiI/AAAAAAAAAPk/kpu9UFYz9-g/s320/clay-balls-PP.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt;                                      Ein paar der rätselhaften Poverty Point Objects&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Prof. Haag, einer der Ausgräber, nannte sie in den 1950er Jahren treffend "problematic Poverty Point Objects" - und seitdem ist man kaum schlauer geworden. Es sind nicht nur Bälle, und sie bestehen genau genommen auch nicht nur aus Lehm, sondern eher aus Schlick und Sand. Die Formen sind zylindrisch, kegelförmig, ballförmig und irregulär, manche haben ein Loch, die meisten jedoch nicht. Die kugelförmigen sind meist so gross wie eine Grapefruit. Auch hier weiss man nicht, wozu die Gegenstände gedient haben könnten. Waren sie bei der Nahrungsversorgung zum Einsatz gekommen anstelle erhitzter Steine? War hier eine neue Art der Essenszubereitung ausgedacht worden? Es hatte zwar archäologische Experimente gegeben, die dies belegen oder widerlegen sollten, doch zu einem schlüssigen Ergebnis war man nicht gekommen. Vor allem gab es einfach zu viele dieser clay balls - egal, welchen Gebrauchszweck man sich auch ausdachte. What ever: es war wie bei den Perlen, Anhängern, Steinobjekten und angeblichen Senkbleien: alles hier war einfach "too much"!&lt;/div&gt;&lt;div&gt;        Das größte Rätsel um all die massenweise hergestellten Gegenstände von Poverty Point ist jedoch der Fakt, dass sie offenbar, anstatt gebraucht oder im Handel verwendet zu werden, systematisch unter der Erde vergraben wurden. Die Archäologen reden von "Opfern" oder von Depots und sind vollkommen ratlos. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Warum vergäbt man etwas? Mir fallen nur folgende Gründe ein: man will etwas für eine spätere Zeit sicher lagern - oder man will etwas verstecken. Dass hier Gegenstände an irgendwelche Götter geopfert worden sein sollen, halte ich für an den Haaren herbeigezogen. Wir wissen ja nicht einmal, ob die Leute von Poverty Point überhaupt irgendwelche Götter kannten. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Ob der von den Ausgräbern so genannte "fox god", ein mehrfach vorkommendes Ikonographie-Motiv, irgendeinen Hinweis auf einen Gott (oder einen Masterplaner?) darstellt, ist vollkommen unbekannt. Wir wissen nur, dass in Poverty Point mehrfach ein humanoides Wesen dargestellt wurde, das irgend etwas auf dem Kopf trägt oder hat. &lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Was die in riesigen Mengen hergestellten und dann systematisch vergrabenen Artefakte anbelangt, so muss man sich fragen, ob nicht Menschen, die eine so komplizierte geometrisch-astronomische Anlage erbauten, nicht für alles, was sie taten, vernünftige Gründe gehabt haben. In einem zukünftigen Artikel werde ich zeigen, dass das rätselhafte Vergraben unzähliger Artefakte bzw. das geplante Anlegen unterirdischer Materialdepots ein typisches Merkmal just der Kulturen ist, die mit einem unerklärlichen Kultursprung begannen - und ebenso abrupt wieder endeten, und das nicht nur in Nordamerika.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Was war Poverty Point? Ein Kultzentrum? Eine riesige Werkstätte? Eine Fabrik zur Massenherstellung von Gegenständen? Ein Materialdepot für irgendwann oder irgendwen? Ein riesiger Kalender mit vergrabenen Artefakten?&lt;/div&gt;&lt;div&gt;       Auch das Ende von Poverty Point ist unerklärlich, da es plötzlich kam. Wohin verschwanden die Menschen? Die Anlage wurde, ebenso wie die Aussenstellen-Werkstätten, ganz einfach aufgegeben und verlassen, als haben sie ihren - uns unbekannten -Zweck erfüllt, als sei das Masterplan-Projekt abgeschlossen gewesen. Ein plötzlicher Beginn - und ein ebenso abruptes Ende! Poverty Point - ein noch immer ungelöstes archäologisches Rätsel!&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;Literatur:&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Anonymus: Louisiana's 4000-Foot-Calendar. In: Science Digest, Juli 1982&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Blum, Jordan: Team digs through Poverty Points Indian Moud.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://epsc.wustl.edu/~katiea/Poverty%20Point.htm"&gt;http://epsc.wustl.edu/~katiea/Poverty%20Point.htm&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Brecher, Kenneth / William G. Haag: Astronomical Alignments at Poverty Point. In: American Antiquity, Nr. 48, 1983&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Crain, David A.: Texas Gulf Coast Poverty Point Culture.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.texasarrowheads.com/sargent/poverty-point.html"&gt;www.texasarrowheads.com/sargent/poverty-point.html&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ford, James: Archaeological Suvey in the Lower Mississippi Alluvial Valley, 1940-1947.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Havard, Peabody Museum&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ford, James / Clarence Webb: Poverty Point, a Late Archaic Site in Louisiana. Hrsg.: American Museum of Natural History&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ford, James / Philip Philips / W.G. Haag: The Jaketown Site in West-Central Mississippi. Anthropological Papers of the American Museum of Natural History, Vol. 45, 1955&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Gibson, Jon: Poverty Point. Department of Culture, Recreation and Tourism. 1966 &lt;a href="http://www.crt.state.la.us/archaeology/povertypoi/culture"&gt;www.crt.state.la.us/archaeology/povertypoi/culture&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Gibson, Jon: The Ancient Mounds of Poverty Point. Gainesville 2001&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Goldsmith, Sarah Sue: Poverty Point: Where History Lies Sleeping. In. Advocate Magazine, 26. Mai 1996, Baton Rouge&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Jackson, H. Edwin: Trade and Exchange in Prehistoric Mississippi. 2000 &lt;a href="http://www.mdah.state.ms.us/hpress/Trade_and_Exchange_in_Prehistoric_MS.pdf"&gt;www.mdah.state.ms.us/hpress/Trade_and_Exchange_in_Prehistoric_MS.pdf&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Kidder, Tristam R.: The 1999 Poverty Point Mapping Project. New Orleans 1999&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Lehmann, Geoffrey: The Jaketown Site, Surface Collections from a Poverty Point Regional Center in the Yazoo Basin, Mississippi. Hrsg.: Mississippi Department of Archives and History&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Lynn, Andrea: Non-invasive tools key to first mapping of early Louisiana Culture. 2002 &lt;a href="http://www.news.uiuc.edu/scitips/02/1201povertypt.html"&gt;www.news.uiuc.edu/scitips/02/1201povertypt.html&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Purrington, Robert D.: Supposed Solar Alignments at Poverty Point. In: American Antiquity, Nr. 48, 1983&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Saunders, Joe W.: Speeding Ahead the Plow. 1996 &lt;a href="http://www.cr.nps.gov/archaeology/cg/vol1_num1/speeding.htm"&gt;www.cr.nps.gov/archaeology/cg/vol1_num1/speeding.htm&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Schoenherr, Neil: Could Hunter-Gatherers habe been more sophisticated then we once thought? In: Record, Vol, 30, Nr. 10, 14. Oktober 2005, Washington University, St. Louis 2005&lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;Toye, David L.: The Emergence of Complex Societies: A Comparative Approach. &lt;a href="http://www.historycooperative.org/journals/whc1.2/toye.html"&gt;www.historycooperative.org/journals/whc1.2/toye.html&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://www.tsc.tulane.edu/~kidder/Poverty-Point"&gt;www.tsc.tulane.edu/~kidder/Poverty-Point&lt;/a&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt; &lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;br /&gt;Mehr zum Thema:&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;div&gt;&lt;a href="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SWxvLhwiazI/AAAAAAAAAPc/l39ZUfErVxg/s1600-h/Moundbuilder.jpg"&gt;&lt;img id="BLOGGER_PHOTO_ID_5290725906084686642" style="DISPLAY: block; MARGIN: 0px auto 10px; WIDTH: 233px; CURSOR: hand; HEIGHT: 320px; TEXT-ALIGN: center" alt="" src="http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SWxvLhwiazI/AAAAAAAAAPc/l39ZUfErVxg/s320/Moundbuilder.jpg" border="0" /&gt;&lt;/a&gt; Gisela Ermel:&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Das Moundbuilder-Phänomen.&lt;/div&gt;&lt;div&gt;Ancient Mail Verlag, Gross-Gerau 2008&lt;/div&gt;&lt;div&gt;ISBN 978-3-935919-57-5&lt;/div&gt;&lt;div&gt;350 Seiten, zahlreiche Abbildungen&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;br /&gt;&lt;/div&gt;&lt;div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;/div&gt;&lt;div class="blogger-post-footer"&gt;&lt;img width='1' height='1' src='https://blogger.googleusercontent.com/tracker/3103061706587093301-4366215124487357609?l=ermel-nordamerika.blogspot.com' alt='' /&gt;&lt;/div&gt;</content><link rel='replies' type='application/atom+xml' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/feeds/4366215124487357609/comments/default' title='Kommentare zum Post'/><link rel='replies' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/poverty-point.html#comment-form' title='0 Kommentare'/><link rel='edit' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/4366215124487357609'/><link rel='self' type='application/atom+xml' href='http://www.blogger.com/feeds/3103061706587093301/posts/default/4366215124487357609'/><link rel='alternate' type='text/html' href='http://ermel-nordamerika.blogspot.com/2009/01/poverty-point.html' title='Poverty Point'/><author><name>Gisela Ermel</name><uri>http://www.blogger.com/profile/11618136212607057394</uri><email>noreply@blogger.com</email><gd:image rel='http://schemas.google.com/g/2005#thumbnail' width='29' height='32' src='http://1.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SUJU_sI2-nI/AAAAAAAAAAY/M_PytAdXCzA/S220/Gix-2007.jpg'/></author><media:thumbnail xmlns:media='http://search.yahoo.com/mrss/' url='http://3.bp.blogspot.com/_qOLuUOsgl_s/SWxvbEvc2yI/AAAAAAAAAQU/9zdVxsi_LM8/s72-c/Poverty-Point-Luftfoto.jpg' height='72' width='72'/><thr:total>0</thr:total></entry></feed>
